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Burgwedel Neues Gräberfeld hat Segen der Kirche
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15:30 26.11.2017
Pastorin Bodil Reller und Pastor Jens Blume stellen die neue Grabanlage auf dem Friedhof in Großburgwedel unter den Schutz Gottes. Mitglieder der Kirchengemeinde bilden ein Lichterspalier. Quelle: Heine
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Großburgwedel

 Anonym und pflegeleicht sollen Gräber heutzutage sein. Die Bestattungskultur befindet sich im Umbruch. Die St.-Petri-Kirchengemeinde trägt dieser Entwicklung mit einer neuen Grabgemeinschaftsanlage auf dem Friedhof an der Thönser Straße Rechnung.

Das neue Gräberfeld ist leicht zu finden. Es befindet sich nahe beim großen Eingangstor, vis-à-vis des Rathauses. Pastorin Bodil Reller und Pastor Jens Blume stellten die Anlage nach dem Gottesdienst am Ewigkeitssonntag unter den Schutz Gottes. Mehr als 20 Kirchengemeindemitglieder begleiteten die Zeremonie. Sie entzündeten Kerzen und sprachen gemeinsam das Vaterunser.

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Im Januar oder Februar nächsten Jahres soll das Gräberfeld, eine schlichte Rasenfläche gesäumt von einer kleinen Hecke, in Betrieb genommen werden. Es bietet Platz für 800 Begräbnisstätten. Dort werden allerdings nur Urnenbestattungen möglich sein. Zentraler Punkt der Anlage ist eine halbkreisförmige Natursteinmauer. "Sie wird nach und nach in die Höhe wachsen, weil sie mit Steinen, in die jeweils zwei Namen von Verstorbenen eingeritzt sind, aufgemauert wird", sagte die Pastorin. Die Steine würden so platziert, dass ein kleiner Sockel entstehe, auf dem Blumen abgelegt und Kerzen aufgestellt werden könnten.

Eine Erweiterung der Anlage in zehn bis 15 Jahren sei schon in der Planung, und zwar auf der angrenzenden Fläche südlich des neuen Gräberfeldes, stellte Reller in Aussicht. Auch dieser Bereich solle eine halbkreisförmige Natursteinmauer als Andachtsort erhalten. In dem Bereich befinden sich jetzt noch alte Sarggräber. "Es gibt einen Trend, diese Ruhestätten aufzugeben", sagte Reller.

Eine Friedhofsbesucherin, deren Mutter vor zwölf Jahren im Bereich des neuen Gräberfeldes anonym beerdigt worden war, lobte die Neuanlage. "Ich möchte auch unter dem grünen Rasen beerdigt werden und habe das bereits jetzt testamentarisch verfügt", sagte die Frau, die anonym bleiben möchte.

Sie kenne viele Burgwedeler, deren Kinder inzwischen weggezogen seien, so dass eine Grabpflege schwierig werde. Einen Andachtsort auf dem Friedhof hält sie allerdings nach ihren Erfahrungen mit der anonymen Bestattung ihrer Mutter für segensreich.

Von Sybille Heine

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