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Burgwedel Im Notfall – App alarmiert Feuerwehrleute
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Im Notfall – App alarmiert Feuerwehrleute
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00:17 30.12.2018
In der Einsatzzentrale: Ortsbrandmeister Carsten Rüdiger am Einsatzrechner mit der neuen Alarmierungssoftware. Quelle: Thomas Oberdorfer
Großburgwedel

„Wenn jetzt etwas passiert, dann werden hier ganz schnell genug Kameraden sein“, sagt Ortsbrandmeister Carsten Rüdiger und blickt zufrieden auf den linken der drei großen Computermonitor vor ihm. Nach einer einjährigen Testphase geht das neue Alarmierungssystem „Divera“ der Freiwilligen Feuerwehr Großburgwedel jetzt in den Regelbetrieb.

Wer kann helfen, wer nicht? Im Computer lässt sich die Einsatzbereitschaft der einzelnen Feuerwehrleute ablesen. Quelle: Thomas Oberdorfer

„25“ in dicken weißen Lettern auf knallig grüner Fläche prangt diese Zahl auf gleich mehreren Computerschirmen in der Einsatzzentrale am Mühlenbruchdamm. „Wenn es jetzt brennt, dann habe ich 25 Kameraden zur Verfügung. Die wären innerhalb von 5 Minuten hier im Haus“, erklärt Rüdiger. „Das reicht, um die beiden großen Einsatzfahrzeuge zu besetzen und loszuschicken.“ Außerdem verrät das Programm, dass weitere 2 Feuerwehrleute binnen von zehn Minuten im Haus sein könnten und die restlichen 39 nicht zur Verfügung stehen.

Der EDV-Experte: Feuerwehrmann Jacob Ester kümmert sich Großburgwedel um das Computersystem der Feuerwehr. Quelle: Thomas Oberdorfer

Der Vorteil der neuen Software – die Statusmeldungen der Feuerwehrmänner und -frauen erfolgen ganz automatisch. Vorausgesetzt die Feuerwehrleute haben auf ihren Handys die entsprechende App installiert und aktiviert. „Fährt ein Feuerwehrmann beispielsweise zum Einkaufen nach Hannover, dann erkennt das System seinen Aufenthaltsort und führt ihn als nicht einsatzbereit. Schließlich kann er ja nicht innerhalb von 5 Minuten am Feuerwehrhaus sein“, erläutert Jacob Ester. Der Großburgwedeler Feuerwehrmann ist zugleich auch der EDV-Experte der Truppe und kümmert sich um das neue System.

„Bislang mussten wir beten und hoffen“

Mit Einführung dieser neuen Alarmierungssoftware haben die alten Pager zwar nicht ausgedient, werden aber durch die neue Technik ergänzt. Seit Jahrzehnten werden die Feuerwehrleute mit diesem kleinen Empfänger zum Einsatz gerufen. Das Problem: Die Alarmierung ist dabei eine Art Einbahnstraße. „Der Alarm geht raus und dann können die Einsatzleiter nur beten und hoffen, dass genügend Feuerwehrleute einrücken werden“, sagt Rüdiger und weiter: „Das ist immer eine Art Wundertüte, wer kommt, wer kommt nicht und vor allem, welche Qualifikationen haben die Kameraden die zum Einsatz eilen.“

Mit der neuen App ändert sich das grundlegend. Die Feuerwehrleute quittieren die Alarmierung mit einem kleinen Tastendruck und teilen so mit, ob sie kommen können oder nicht. Und ganz wichtig: Im System ist zudem hinterlegt, welche Feuerwerhrmänner oder -frauen über welche Qualifikationen verfügen. „Das hilft uns enorm, und kann im Ernstfall dazu beitragen, wertvolle Zeit zu sparen“, sagt Rüdiger.

Qualifikation auf einen Blick zu erkennen

Sein Beispiel: „Ich kann das erste Fahrzeug schon losschicken und muss nicht einen Gruppenführer oder Fahrer für das zweite Auto zurückhalten, wenn ich sehe, dass noch Kameraden mit dieser Qualifikation anrücken“, sagt der Ortsbrandmeister und wirft einen Blick auf den Einsatzmonitor. „Von den 25 derzeit einsatzbereiten Feuerwehrleuten haben 5 die Ausbildung zum Zug- und 3 zum Gruppenführer, außerdem können 13 von ihnen mit Atemschutzgerät eingesetzt werden und 10 haben die Ausbildung zum Maschinisten und können das Feuerwehrauto steuern. Zudem verfügen 9 Kameraden über eine zusätzliche Qualifikation und können im Einsatz mit Kettensägen arbeiten.“

Aber auch die Feuerwehrleute profitieren von zusätzlichen Informationen. So hängen im Umkleideraum Monitore mit zusätzlichen Informationen zum bevorstehenden Einsatz. Außerdem wird der Einsatzort auf einer Karte angezeigt.

Noch Zukunftsmusik – Computer öffnet Tore des Feuerwehrhauses

Doch die Software kann noch viel mehr – zumindest in der Endausbaustufe. Für Großburgwedel ist das derzeit noch Zukunftsmusik, könnte aber auch noch in das System integriert werden. Wird das Programm beispielsweise mit der Steuerung des Feuerwehrhauses verbunden, dann könnte Kollege Computer im Einsatzfall schon einmal das Licht im und vor dem Gebäude einschalten. So finden die anrückenden Feuerwehrleute schneller und sicherer ins Haus. Außerdem könnten die großen Rolltore automatisch geöffnet werden. „Aber zeitversetzt, versteht sich“, erklärt Rüdiger mit einem Lächeln. „Sonst setzt noch jemand einen Notruf ab und räumt dann seelenruhig unser Feuerwehrhaus aus, dass wollen wir natürlich nicht.“

Von Thomas Oberdorfer

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