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Burgwedel Stiftung sucht neuen Leiter für die Heimatstube
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Stiftung sucht neuen Leiter für die Heimatstube
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13:44 23.01.2019
Haben derzeit viel zu tun: Anja und Jürgen Veth richten die Heimatstube nach der Sanierung des Gebäudes wieder ein. Quelle: Thomas Oberdorfer
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Großburgwedel

Ein ganzes Biedermeier-Zimmer, viele alte Möbel und dazu mehrere tausend Ausstellungsstücke aus den vergangenen zwei Jahrhunderten – die Heimatstube an der Heinrich-Wöhler-Straße in Großburgwedel beherbergt so manches historisches Schätzchen. Geleitet wird sie seit ihrer Eröffnung im Jahr 2005 von Jürgen Veth. Der sucht nun einen Nachfolger für diese Aufgabe. „Nicht zuletzt aus gesundheitlichen Gründen muss ich kürzer treten“, sagt der 66-Jährige und bittet Interessenten, sich bei ihm zu melden. Doch Veth wird sich nicht komplett zurückziehen, den Vorsitz der General-Wöhler-Stiftung, die die Heimatstube trägt, wird er behalten. Und in dieser Funktion legt er nun eine Bilanz für das vergangene Jahr vor.

230.000 Euro in die Sanierung des alten Hofes investiert

Die Heimatstube ist nicht nur auf dem Wöhler-Hof an der Heinrich-Wöhler-Straße untergebracht, sie ist auch eng mit der General-Wöhler-Stiftung verbunden. So ist der Erhalt der Gebäude neben der Unterstützung von hilfsbedürftigen eine der Aufgaben, die das Ehepaar Wöhler als Stifter einst festgelegt haben. Und da gab es im vergangenen Jahr einiges zu tun. Rund 230.000 Euro mussten in die Hand genommen werden, um notwendige Sanierungen durchzuführen.

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Vieles ist neu: Teile des Dachstuhls und die kompletten Dachflächen des ehemaligen Wöhler-Hofes wurden ausgetauscht. Quelle: Thomas Oberdorfer

Und das wurde im Einzelnen gemacht: Größte Aufgabe war das Dach. „Wir mussten es komplett neu eindecken lassen – und das auf einer Fläche von 1000 Quadratmetern. Aber auch viele Balken des Dachstuhls mussten ausgetauscht werden“, sagt Veth und berichtet weiter von der Sanierung. Nach fast 200 Jahren war ein Teil der Holzkonstruktion einfach morsch geworden. Außerdem hatten Holzwürmer ihr Unwesen im Gebälk getrieben. Zudem musste an der West- und damit der Wetterseite des Gebäudes ein Teil des Fachwerks ausgetauscht und auch die aus den 50er Jahren stammende Küche und die Heizungsanlage mussten ausgetauscht werden. Zudem galt es viele weitere kleinere Aufgaben im Haus und auf dem Grundstück zu erledigen. Finanziert wurden die umfangreichen Sanierungen ausschließlich aus eigenen Mitteln der Stiftung.

Nachfolger sollte handwerklich begabt sein

Auch wenn die Bauarbeiten an der Heimatstube abgeschlossen sind – auf Veths Nachfolger wartet jede Menge Arbeit. So türmen sich in den Stallungen des Hofes an der Heinrich-Wöhler-Straße landwirtschaftliche Geräte. Viele von ihnen stammen von dem ’Wöhler-Hof und warten seit Jahrzehnten auf eine Restaurierung. „Mir fehlt einfach das Händchen für solche Arbeiten“, sagt Veth und hofft deshalb auf einen „handwerklich begabten Menschen als Nachfolger für die Leitung der Heimatstube“, sagt Veth.

Sucht einen Nachfolger: Jürgen Veth will die Leitung der Heimatstube in neue Hände legen. Quelle: Thomas Oberdorfer

Ende März wird sie ihre Türen wieder für Besucher öffnen. „Wir planen dann einen Vortrag zur Geschichte Großburgwedels“, sagt Veth und verrät, dass er einen davon selber halten möchte. Bis es soweit ist, gibt es aber noch viel zu tun. Derzeit räumt er zusammen mit seiner Frau Anja einzelne Ausstellungsräume wieder ein. Einige mussten für die Sanierung ausgeräumt werden. „Schön wäre es, wenn man dafür schon eine helfende Hand hätte“, sagt Veth und hofft auf eine möglichst schnelle und erfolgreiche Suche nach einem Nachfolger. „Den“, verspricht der derzeitige Leiter der Heimatstube, „werden meine Frau und ich dann auch in Zukunft tatkräftig unterstützen.“

Jahresbilanz der General-Wöhler-Stiftung

Auch wenn Veth die Leitung der Heimatstube gerne in neue Hände legen will, das Amt als Vorstandsvorsitzender der General-Wöhler-Stiftung wird er weiterhin ausüben. „Nur mit dem Doppeljob soll möglichst bald Schluss sein“, sagt der 66-Jährige und legt den Bericht über das Geschäftsjahr 2018 vor. Erstmals hat die Stiftung mehr als 30.000 Euro zur Unterstützung Bedürftiger ausgegeben. 20 Personen erhalten derzeit monatlich eine finanzielle Unterstützung. Doch es gibt nicht nur die monatlichen Zahlungen, die Stiftung gewährt auch Einmalzahlungen an Menschen in Not, beispielsweise als Zuschuss für den Kauf von Brillen, Hörgeräten, Zahnersatz, Nachzahlungen von Mietnebenkosten und von Winterkleidung. „Wir versuchen zu helfen, wenn jemand Hilfe braucht“, sagt Veth und berichtet von einem Zuschuss, den die General-Wöhler-Stiftung gewährte, um ein Begräbnis zu finanzieren.

Aber auch das Vermächtnis der Eheleute Wöhler als Stifter wird in Entscheidungen über mögliche Unterstützungen immer mit einbezogen. „Wichtig war den beiden, dass Menschen auch im Alter würdig leben können. Deshalb werden zumeist allein stehende Senioren unterstützt“, sagt Veth. Allerdings engagiert sich die Stiftung mittlerweile auch für bedürftige Jugendliche und auch für Flüchtlinge, die in Großburgwedel ein neues Zuhause gefunden haben.

Von Thomas Oberdorfer