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Burgwedel Störche kehren in den Norden zurück
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Störche kehren in den Norden zurück
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00:35 23.03.2018
Ein Storchenpaar hat trotz der Kälte bereits wieder sein Domizil auf dem Gelände von Elektro Bartels in Isernhagen K.B. bezogen. Quelle: privat
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Isernhagen/Burgwedel/Langenhagen/Wedemark

Ein Storch ist am Dienstagmorgen über die Isernhagener Altdörfer gesegelt und hat sich dabei von N.B. aus kommend in Richtung Hahle orientiert. Trotz der immer noch vorherrschenden Kälte kamen da bei manchem Beobachter frühlingshafte Gefühle auf. Vielleicht war es einer der beiden Vögel, die sich bereits vor mehr als einer Woche am Nest hinter Elektro Bartels in Isernhagen K.B. eingefunden haben. „Im Moment sehen sie eher aus wie Pinguine, so wie sich bei der Kälte in ihr Nest kauern“, berichtet Grundstücksbesitzer Holger Bartels. Bereits Ende Januar hatte die Rückkehr der westziehenden Vögel begonnen, welche den Winter in Spanien und Südfrankreich verbracht hatten. Der Zug geriet durch den Kälteeinbruch allerdings zunächst ins Stocken. 

„Hierbei ist weniger die Kälte als mehr der aus ihr enstehende Schnee das Problem, da so die Nahrungssuche beeinträchtigt wird“, sagt der Weißstorch-Beauftragte der Region Hannover, Reinhard Löhmer. Sorgen um die ausgewachsenen Vögel macht er sich allerdings nicht: „Störche können durchaus auch mehrere Tage ohne Nahrung auskommen. Aber bei diesem Wetter finden sie ja auch noch Feldmäuse und Maulwürfe oder bedienen sich an der Müllkippe.“  

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In Isernhagen N.B. wiederum blieb das Nest bisher leer. Das Weibchen gehört zu den Ostziehern, welche den Winter südlich der Sahara verbracht haben. „Aktuell sind die Vögel über den Karpaten in Rumänien unterwegs. Sie werden also in den nächsten Tagen eintreffen“, erzählt Löhmer. Auch die Langenhagener Horste in Altenhorst, Kananohe und Schulenburg füllen sich hingegen bereits mit Tieren. Es komme aber auch vor, dass manche Pärchen ihren Brutplatz nur kurz besuchten. „In Wulfshorst in Burgwedel wurde das Nest schnell wieder verlassen, wahrscheinlich aufgrund der Kälte“, berichtet Löhmer

Erst im vergangenen Jahr wurde in der gesamten Region Hannover eine neuer Rekord von insgesamt 58 besetzten Brutstellen aufgestellt. Löhmer hofft trotz der aktuellen Temperaturen auf ein ähnlich starkes Jahr 2018. „Auch in der Wedemark haben wir bereits an den drei Brutstätten Meitze, Negenborn und Brelingen beringte, also wiederkehrende Vögel entdeckt. Wir hoffen, dass sich dies fortsetzt.“ Hinzu kommen 14 Exemplare, die den Winter in der Region verbracht haben und sich nun wieder nach geeigneten Brutstellen umschauen. „Fast zwei Drittel aller Brutpaare des vergangenen Jahres sind bereits wieder da“, freut sich Löhmer. „Und vielleicht werden die vorhandenen Lücken noch durch die Ostzieher geschlossen.“

Von Philipp Bader