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Burgwedel Landschaftskunst soll Würmsee in Szene setzen
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Landschaftskunst soll Würmsee in Szene setzen
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00:42 27.05.2018
Romantisches Plätzchen am Nordufer mit Blick auf Blässhuhnfamilie. Quelle: Martin Lauber
Kleinburgwedel

Rund 200.000 Euro möchte Burgwedels Stadtverwaltung in einen „Erlebnispfad“ investieren, der den Würmsee mit den Mitteln der Landschaftskunst höchst ästhetisch und mit Bildungsanspruch behutsam in Szene setzt. Die Förderung eines solchen unverwechselbaren Naherholungsprojekts hat die Region Hannover in Aussicht gestellt. Bereits im Juli und August nutzt sie das Seeufer als Schauplatz für zwei Open-Air-Veranstaltungen im Rahmen der „Gartenregion“.

Weg vom Schmuddel-Image – das hat die Stadt, seit sie den Würmsee im Jahr 2016 gepachtet hat, Schritt für Schritt unter Federführung von Umweltkoordinator Malte Schubert umgesetzt. Einerseits mit neuen Bänken und nunmehr gut begehbaren Wegen, dem Bau einer Aussichtsplattform und der Rückeroberung reizvoller Blickbeziehungen durch umfangreiches Freischneiden von Uferzonen. Andererseits überwacht sie den Pegelstand digital und pumpt Wasser nach, damit der See nicht verlandet – aktuell 24 Stunden am Tag. Zudem ist ein Konzept für eine partielle Entschlammung in Arbeit.

Erstes Konzept fiel durch

Der Weg zu einem Naherholungsgebiet von regionaler Bedeutung ist bislang nicht schurgerade verlaufen. So hatte Ende 2012 ein von der Region Hannover beauftragtes hannoversches Büro für Freiraumplanung ein Konzept vorgelegt, dessen Umsetzung mehr als eine halbe Million Euro gekostet hätte. Am Ende fielen Themenspielplatz und Aussichtsturm am idyllischen Würmsee bei den Ratsgremien als eine Nummer zu groß durch. Aber auch nur reine Infotafeln oder digitaler Schnickschnack mit Apps und QR-Codes würden dem Ort nicht gerecht, findet die Stadtverwaltung.

Besuchern den speziellen Charakter und die wechselvolle Geschichte des Würmsee vermitteln soll nun ein „Erlebnispfad“, den das Atelier LandArt konzipiert hat. Wolfgang Buntrock und Frank Nordieck sind bekannt für ihre beziehungsreichen Naturskulpturen – ob die „Bewegten Steine“ des Geolehrpfades in der Wedemark, die „Wasserzeichen“ am Grünen Ring überall in der Region oder ihr „Mythos Natur“ im Harz. Für den Würmsee haben sie sich acht Stationen einfallen lassen, die unter anderem subtil Bezug nehmen auf den einstigen Wochenendtourismus, den früheren Torfabbau, auf die wechselnden Pegelstände und die Besiedlung des Gebietes während des Krieges und der Nachkriegszeit. Gestalt nimmt das an etwa in Form eines Holzdecks mit stilisierten Palmen aus Stahl, funktionstüchtigen Schwengelpumpen, einer kleine Plattform mit Blick auf große Haufen mit Torfblöcken oder Trittsteinen im Wasser. Und zum „Dialog über die Nutzung eines gemeinsamen Lebensraums“ soll eine Ruhebank einladen, auf der schon mal einige (stilisierte) Tiere Platz genommen haben.

Planung wird öffentlich vorgestellt

Am Dienstag, 29. Mai, stellt die Verwaltung im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss das Konzept im Detail vor. Die öffentliche Sitzung beginnt um 18.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses. Bereits eine Stunde zuvor ist eine –ebenso öffentliche - Begehung vor Ort geplant. Treffpunkt ist um 17.30 Uhr vor der Gaststätte am Würmsee. Für Juni ist die Beteiligung des Ortsrates Kleinburgwedel sowie die Auftragsvergabe im Verwaltungsausschuss terminiert.

Kino, Lesung und A-cappella-Chor am Seeufer

Kultur am Würmsee – das hat es schon lange nicht mehr gegeben. Im Rahmen des Projekts „Gartenregion“ sind zwei Open-Air-Abende geplant. Am Donnerstag, 19. Juli, lesen dort Burgwedels Krimiförster Christian Oehlschläger und sein Lektor Ulrich Hilgefort ab 19 Uhr aus Kriminalromanen und Kurzgeschichten. Umrahmt wird die Lesung vom Wettmarer A-cappella-Chor „Chorvettes“ - unter anderem mit Liedern wie „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“, „Kriminaltango“ oder „Der Mörder war wieder der Gärtner“. Am Freitag, 31. August, lässt das Cinema del Sol die „Tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten“ am Seeufer starten. Der britische Filmklassiker aus dem Jahr 1965 beginnt um 20 Uhr.

Von Martin Lauber

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