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Burgwedel 80 Glassteine blinken für die Sternenkinder
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14:02 01.06.2018
Einweihung: Der für die städtischen Friedhöfe zuständige Martin Riessler und Jeannine Lüßmann enthüllen die Stele. Quelle: Martin Lauber
Kleinburgwedel

Eine „stille Geburt“ ist auch für einen Chefarzt ein Augenblick der Hilflosigkeit. Eltern, die ihr ungeborenes oder zu leicht geborenes Kind verloren haben, Hoffnung zu spenden, sei dann nur schwer möglich, bekannte Aref Alemi, der am Großburgwedeler Krankenhaus die Frauenklinik leitet. Trotzdem: „An Orten wie diesen kann Heilung stattfinden“ – dies sagte der Mediziner am Donnerstagnachmittag bei der Einweihung der neuen Ruhestätte für „Sternenkinder“ auf dem Friedhof Kleinburgwedel.

Bis vor kurzem habe die Stadt sich über dieses Thema keine Gedanken gemacht, räumte Burgwedels Bürgermeister Axel Düker bei der Feierstunde ein. Früher hatte sich ja auch die Frauenklinik am Nordstadt-Krankenhaus um die Bestattung der so genannten Sternenkinder mit einem Geburtsgewicht von unter 500 Gramm gekümmert. Nach deren Schließung stand das Klinikum in Großburgwedel vor einem Problem. Der Anstoß zu einer Ruhestätte in Burgwedel kam von Jeaninne Lüßmann.

Es war mehr als nur eine Initiative: Gemeinsam mit dem hannoverschen Steinmetz Achim Hinze entwarf und spendete die Großburgwedeler Bestatterin das Herzstück der neuen Ruhestätte – eine Stele, die aus der Mitte eines Sterns nach oben strebt. Hinze beschreibt den kreativen Prozess: „Sie wollte Sterne und ich junges Gestein, das so ungeformt ist, wie Kinder es noch sind.“ Seine Wahl fiel auf Basaltlava. Nur eine Ecke des Steins polierte der Bildhauer, um 80 glitzernde Glassteine einzulassen - „für unsere Sternenkinder“ steht daneben.

Die Stadt Burgwedel hat die Ruhestätte im hinteren parkähnlichen Bereich des Friedhofs für 15.000 Euro anlegen lassen. Zwei Wege führen zwischen mit Sandsteinen umfassten Hochbeeten zur Stele hin. Die auf einer Kuppe gelegene Stelle sei „den Sternen etwas näher“, sagte Kleinburgwedels Ortsbürgermeister Jürgen Schodder. Wer wie er das Glücksgefühl und die unendliche Dankbarkeit für eigene Kinder und Enkel kenne, der wisse, welcher Schatz das ist. Menschen, die diesen verloren haben, dürften in ihrer Trauer nicht allein gelassen werden.

Dieser neue Ort, der den Gefühlen der Hinterbliebenen Raum gebe, gefällt Krankenhausseelsorger Rainer Henne aus biografischen Gründen sehr. Der Pastor hätte eine fünf Jahre ältere Schwester, wäre diese nicht im Jahr 1950 kurz nach der Geburt gestorben. Hennes Vater transportierte den Leichnam damals in einem Schuhkarton in der Straßenbahn zum Friedhof, drückte dem Totengräber einen Schein in die Hand, damit dieser den Karton in einem Grab unauffällig mitbestattete. Dass es keine Stelle gab und gibt, zu der seine Familien gehen könnte, habe eine Leere hinterlassen.

In Burgwedel ist dies nun anders. Am 17. Juni soll erstmals eine Urne mit der Asche aller im ersten Halbjahr verstorbenen Sternenkinder im Rahmen einer Trauerfeier in einem der Hochbeete der neuen Anlage bestattet werden. Stadt, Krematorium und das Großburgwedeler Bestattungsinstitut Bamberg sind übereingekommen, betroffenen Eltern keine Rechnung zu schicken.

Von Martin Lauber

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