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Burgwedel Projekt gegen Insektensterben: Ackerränder sollen mit spezieller Saatmischung erblühen
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Projekt gegen Insektensterben: Ackerränder sollen mit spezieller Saatmischung erblühen
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18:00 25.10.2019
Bringen das Feldrainprojekt auf den Weg: Der Wettmarer Realverbandsvorsitzende Hinnerk Küster (von links), Hegeringleiter Marcus Polaschegg und Umweltkoordinator Malte Schubert. Quelle: Thomas Oberdorfer
Burgwedel

Geht das so weiter, dann wird Burgwedel demnächst an vielen Stellen erblühen. Dafür soll eine Saatmischung mit 40 verschiedenen heimischen Blumen und Kräutern sorgen. Derzeit laufen die Vorbereitungen, sie an den Rändern von Äckern in die Erde zu bringen. Der Anstoß zu dem Projekt stammt von Hegeringleiter Marcus Polaschegg. Sein Ziel ist es, die Artenvielfalt von Insekten in Burgwedel deutlich zu erhöhen.

Gemeinsames Projekt von Hegering, Realverbänden und Stadt

Und er hat sich Mitstreiter gesucht. Mit im Boot sind die Realverbände und die Stadt Burgwedel. Die acht Flächen, die noch in diesem Jahr bepflanzt werden sollen, hatte man gemeinsam beim Runden Tisch Naturschutz und Landwirtschaft in Burgwedel festgelegt. Sie können mit geringem Aufwand zu diesem Zweck genutzt werden, da sie sich allesamt im Besitz der Stadt befinden.

Damit das Projekt gelingt, kommt es Polaschegg auf die Saatmischung an. Die ist vor allem für die Tiere wichtig. „Wir nehmen nicht irgendeine Samentüte aus dem Baumarkt“, erklärt er. „Wir benutzen einen Mix aus heimischen Blumen und Kräutern, der speziell für diesen Zweck entwickelt wurde.“

Mulchen schadet der Artenvielfalt

„Die Pflanzen an Wegen und Entwässerungsgräben mit ihren Feldrainen und Böschungen sind für viele Insektenarten sehr wichtige Lebensräume“, sagt der Hegeringleiter. Doch leider hätten diese gerade durch jahrelanges Mulchen vielerorts ihren Lebensraum verloren. Statt Blütenreichtum fänden sich auf den meisten Streifen nur noch reine Grasbestände. „Und die bieten nur wenigen Arten Lebensraum und liefern weder Pollen noch Nektar für Insekten“, erklärt er. Beim Mulchen verbleiben abgemähte Pflanzenreste als Dünger auf den Flächen.

Testlauf in Fuhrberg

Einen ersten Testlauf für das Projekt gab es bereits in Fuhrberg. An Ackerrainen mit einer Gesamtlänge von drei Kilometern wurde dort bereits im vergangenen Jahr die Pflanzmischung ausgesät. „Wir haben jetzt deutlich mehr blühende Pflanzen an den Ackerainen“, sagt der Hegeringleiter und zieht damit eine erste positive Bilanz des Projektes. Dabei dauert es nach Aussage von Polaschegg zwei bis drei Jahre, bis sich die Pflanzenvielfalt aus den Samen komplett entwickelt hat. Dafür ist sie nach seinen Worten aber auch besonders nachhaltig. „Läuft es gut, dann kann man den Bereich anschließend der Natur überlassen“, sagt er.

Ein Kilo Samen kostet 80 Euro

Entwickelt wurde die Mischung gemeinsam von der Landwirtschaftkammer und der Uni Göttingen. Und sie ist nicht gerade billig. Rund 80 Euro kostet ein Kilo Samen. Der reicht für rund 1000 Quadratmeter Fläche aus. Eine Investition, die sich lohnt, das meint auch der Burgwedeler Umweltkoordinator Malte Schubert: „Wir wollen einen Biotopverbund schaffen. Da sind die Feldraine jetzt ein Baustein.“ Wichtig ist ihm obendrein, dass sich bei dem Projekt Landwirtschaft und Naturschutz auf Augenhöhe begegnen und „miteinander an demselben Strang ziehen“.

Zu den acht Flächen, die die Stadt für das Projekt in diesem Jahr zur Verfügung stellt, gehört auch eine Fläche hinter dem Städtischen Friedhof in Kleinburgwedel. Der Ortsrat hatte sich dort bereits für das Anlegen einer Blühfläche stark gemacht.

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Von Thomas Oberdorfer

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