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Burgwedel Betrugsprozess: Betreuerin steckt Geld in die eigene Tasche
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Betrugsprozess: Betreuerin steckt Geld in die eigene Tasche
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14:12 10.09.2019
Eine Betreuerin musste sich vor dem Amtsgericht Burgwedel wegen gewerbsmäßigen Betrugs verantworten. Quelle: dpa (Archiv)
Großburgwedel

Als ein Großburgwedeler nach knapp zwei Jahren wieder einmal einen Blick auf sein Konto warf, war er geschockt: Statt eines erwarteten Plus von rund 9000 Euro stand das Konto mit 6000 Euro in den Miesen. Es fehlten rund 15.000 Euro. Wo das Geld geblieben ist, sollte nun eine Frau vor dem Burgwedeler Amtsgericht aufklären. Sie hatte sich als Betreuerin um die Finanzen des Mannes gekümmert und dabei augenscheinlich eine größere Summe in die eigene Tasche abgezwackt.

Rechtfertigungsversuch der Betreuerin scheitert

Zu Beginn der Verhandlung versuchte die Angeklagte noch, sich für ihr Verhalten zu rechtfertigen. „Ich habe nichts für mich gekauft, ich habe viel für Herrn Meier (Name von der Redaktion geändert) eingekauft, ohne die Belege dafür aufzubewahren“, sagte sie. Ein Versuch, der allerdings weder bei Richter Michael Siebrecht noch bei ihrem eigenen Verteidiger sonderlich gut ankam. Nach einer kurzen Verhandlungspause und einer kleinen Aussprache zwischen dem Rechtsanwalt und der Angeklagten erklärte der Verteidiger: „Meine Mandantin hat das Geld für sich verwandt.“

Betreuter entschied sich selbst für die Frau

Enttäuscht dürfte vor allem der Betreute sein. Er hatte sich selbst für die Angeklagte als seine Betreuerin ausgesprochen und sich damit gegen seine eigene Tochter entschieden, die ebenfalls angeboten hatte, die Betreuung für ihren Vater zu übernehmen. Die Angeklagte ist die Tochter der Lebensgefährtin von Meier. So lernte sie den Mann kennen. Als dieser sich Anfang 2016 nicht mehr um seine eigenen Angelegenheiten kümmern konnte, bestellte das Burgwedeler Amtsgericht die 46-Jährige als seine Betreuerin. Die damalige Entscheidung, die Angeklagte und nicht die Tochter als Betreuerin des Mannes einzusetzen, traf Siebrecht als zuständiger Richter beim Amtsgericht. „Das entsprach dem Wunsch des zu Betreuenden, und das hat für das Gericht oberste Priorität“, erklärte er in der Verhandlung.

Angeklagte hebt monatlich Geld für sich ab

Bis zu 100 Euro sollte die Angeklagte monatlich von Meiers Konto abheben und das Geld an ihn auszahlen – als Taschengeld. An diese Vorgabe hielt sich die Angeklagte aber schon sehr bald nicht mehr. Rund 50-mal hob sie zwischen Mai 2016 und Januar 2018 bis zu 500 Euro je Auszahlung von dem Konto ab und steckte das Geld in die eigene Tasche. „Das ist gewerbsmäßiger Betrug“, stellte Siebrecht angesichts der Fülle der Taten fest. Und so sah es dann auch die Staatsanwältin und forderte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten.

Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt

Ganz so hart urteilte Siebrecht dann nicht, verhängte allerdings eine Freiheitsstrafe von einem Jahr, die er zur Bewährung aussetzte. Außerdem muss die Angeklagte 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Und – auch das stellte der Richter nach seinem Urteil klar – die Frau muss den angerichteten Schaden wiedergutmachen und das Geld zurückzahlen. „Das wird die Staatsanwaltschaft bei Ihnen einfordern“, erklärte er der Angeklagten. Angesichts des geringen Einkommens der Frau dürfte es allerdings eine Zeit dauern, bis sie das Geld zurückgezahlt haben wird.

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