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Burgwedel SPD will die Klinik behalten
Aus der Region Region Hannover Burgwedel SPD will die Klinik behalten
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17:55 27.11.2014
Von Martin Lauber
Nach Anfeindungen in den Bürgerversammlungen in Großburgwedel und Lehrte kann KRH-Aufsichtsvorsitzender Hauke Jagau seine Sicht auf die Medizinstrategie vor seinen SPD-Parteifreunden im Kleinburgwedeler Schützenkrug in fast familiärer Atmosphäre darstellen.
Nach Anfeindungen in den Bürgerversammlungen in Großburgwedel und Lehrte kann KRH-Aufsichtsvorsitzender Hauke Jagau seine Sicht auf die Medizinstrategie vor seinen SPD-Parteifreunden im Kleinburgwedeler Schützenkrug darstellen. Quelle: Martin Lauber
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Burgwedel

Am Freitagabend wird der KRH-Aufsichtsrat über die Medizinstrategie 2020 beschließen. „Ich glaube daran, dass Aufsichtsrat und Regionsversammlung die Kraft aufbringen werden, eine zukunftsgerichtete Entscheidung zu fällen“, sagte Jagau. Finanzierbarkeit und das Potenzial eventueller Standorte für einen Neubau, der die Kliniken in Großburgwedel und Lehrte ersetzen soll, würden dabei parallel geprüft. Bei allen dann anstehenden Entscheidungen würden die Bürgermeister eingebunden und Transparenz für die Öffentlichkeit gewährleistet.

„Ich würde mich freuen“, sagte Jagau, „wenn ein Neubau realisiert würde. Das wäre ein Riesenschritt für die Versorgungsqualität“ - auch wenn es dabei zwangsläufig „gefühlte Gewinner und Verlierer“ geben werde.

In ihrer Mitgliederversammlung im Kleinburgwedeler Schützenkrug ersparten Burgwedels Sozialdemokraten Jagau harsche Kritik an der „schiefgelaufenen Kommunikation“ zur Medizinstrategie nicht. Die Verquickung der Standortfrage mit der Ankündigung einer „alternativlosen“ Schließung der Geburtshilfe im Großburgwedeler Krankenhaus schon im nächsten Jahr sei „extrem unglücklich“ gewesen, hielt Ratsfrau Karin Beckmann dem Regionspräsidenten vor - der dies auch einräumte. Persönlich könne er gut damit leben, wenn die Geburts- und Frauenklinik erhalten bliebe, wie Rot und Grün dies in der Regionsversammlung mit einem Änderungsantrag erreichen wollen.

Dass die Medizinstrategie auch für die Politiker vor Ort eine Herausforderung ist, machte die Aussprache deutlich. Einig waren sich die versammelten Genossen zwar, dass das Klinikum in öffentlicher Trägerschaft erhalten bleiben müsse. Otto Ludwig warnte: „Wir müssen uns hüten, aus der Kirchturm-Perspektive zu diskutieren.“ Ratsherr Joachim Papenburg indes hielt dagegen: „Ihr könnt doch nicht von uns verlangen, dass wir ins Kommunalwahlprogramm reinschreiben, dass Lehrte der bessere Standort ist. Das wäre politischer Selbstmord.“

Mehrere Redner, darunter Bürgermeister Axel Düker, forderten eine ergebnisoffene Prüfung, die eine Revitalisierung und weitere Spezialisierung beider bestehender Kliniken in Großburgwedel und Lehrte beinhalten müsse. Kore Kuckelkorn will den Standort gar nicht erst infrage gestellt wissen: „Mir hat die Nähe des Krankenhauses schon zweimal das Leben gerettet“, sagte der Oldhorster.

Die SPD-Ratsmitglieder Joachim Lücke und Katrin Kaiser halten die Klinik ebenfalls für unverzichtbar - und zwar für die Attraktivität des Wohn- und des Arbeitsstandortes Burgwedel.

Martin Lauber 26.11.2014
Martin Lauber 26.11.2014
Martin Lauber 26.11.2014