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Burgwedel Südlink nur Steinwurf von Wohnhäusern?
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Südlink nur Steinwurf von Wohnhäusern?
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17:26 15.05.2015
Von Frank Walter
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Kirchhorst

Die Bürgerinitiative ist fassungslos: Den besorgten Bürgern sei auf Infoveranstaltungen immer suggeriert worden, dass die im Landesraumordnungsprogramm (LROP) festgeschriebenen „niedersächsischen Mindestabstände“ beim Bau der Stromtrasse eingehalten würden. Mit Blick auf einen E-Mail-Wechsel zwischen der BI und Tennet scheinen die Abstandsregeln nicht derart in Stein gemeißelt wie bislang angenommen.

Der 400-Meter-Abstand zu einer Wohnbebauung im Innenbereich (zu einer Ortschaft gehörige Häuser) stelle einen Planungsgrundsatz dar, erläutert der Referent für Bürgerbeteiligung beim Projekt Südlink der BI in seiner E-Mail. Der Trassenkorridor-Vorschlag sei so abgegrenzt worden, dass die Regelung bei Stelle und Beinhorn eingehalten werden könne.

Anders sieht Tennet die Sache allerdings bei Wohngebäuden im Außenbereich. Bei diesen werde ein geringerer Abstand von 200 Metern als „Grundsatz der Raumordnung“ definiert. „Es handelt sich also um ein Kriterium, das abwägend bei einem Vorhaben angewandt werden kann. Das heißt, ein Vorhabenträger hat bei der Planung einen gewissen planerischen Spielraum“, heißt es in der E-Mail. Tatsächlich weist die Lücke zwischen Einzelgebäuden an der K 112 östlich von Stelle und am Stichbruch in Kirchhorst laut Tennet-Antrag an die Bundesnetzagentur lediglich eine durchgängige Breite von 190 Metern auf. Da für die Planung der Leitungstrasse in der Regel ein Bereich von etwa 60 Metern angesetzt werde, sei der Passageraum also ausreichend für eine Leitungsführung als Freileitung, so Tennet - die dann nur einen Steinwurf beispielsweise vom Reitverein Stadtgut Stelle entlang verliefe.

Die Bürgerinitiative, die sich für eine ergebnisoffene Prüfung möglicher Korridore durch andere Teile Deutschlands und für Erdverkabelung einsetzt, will jetzt Politiker von lokaler bis Bundesebene anschreiben und um Unterstützung bitten - „im Interesse der Bürger von Isernhagen“. Zu erreichen ist die BI per E-Mail an buergerbeteiligung-suedlink@gmx.de.