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Burgwedel Burgwedel bekommt wieder sein eigenes Bier
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00:15 29.05.2017
Braumeister Sven Jan-Hendryk Harder übergibt an Ortsbürgermeister Rolf Fortmüller die erste Kiste seines Burgwedeler Dunkel. Quelle: Jarolim-Vormeier
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Großburgwedel

„Ein Ziel, ein Weg“, so beschreibt Harder seinen Plan, in Großburgwedel wieder eine Brauerei anzusiedeln. Dem 29-Jährigen schwebt vor, mit 2000 Litern pro Gärung loszulegen. „Ich will klein anfangen“, sagt der Braumeister. Zwei Biersorten will er ständig auf Lager halten: Hell mit leichter Bitternoteund Dunkel mit einer feinen Karamelnote. Die Biere seien naturbelassen, denn gebraut würden sie aus nur vier Ingredienzien: Wasser, Malz, Hopfen und Hefe. „Die offene Gärung dauert fünf bis sieben Tage“, erzählt der junge Großburgwedeler. Anschließend müsse das Bier noch drei bis vier Wochen lang kalt gelagert werden. Zudem will Harder Saisonbiere anbieten: Burgwedeler Märzen, Maibock, Sommerbier, Winterbock und Weihnachtssluk - alles im Direktverkauf.

Und wo kommt sie her, die Leidenschaft fürs Bierbrauen? 2005 befand Harder sich im zweiten Lehrjahr als Koch im Großburgwedeler Hotel Kokenhof, als er einem Freund beim Umgraben des Gartens half. „Eigentlich keine sehr aufregende Tätigkeit“, sagt der 29-Jährige und lacht. Doch dabei fand er eine zerbrochene Bierflasche – und diese veränderte sein Leben. Denn, auf der besagten Bierflasche war zu lesen: Bierhandlung Burgwedel. Neugierig recherchierte Harder nach dieser Bierhandlung. Dabei erfuhr er, dass es in Großburgwedel bis 1903 diese Brauerei gab, „die wohl mit dem Tod des letzten Braumeisters Bartels geschlossen wurde“, so der junge Mann.

Sein Interesse am Bierbrauen war geweckt. Nach erfolgreicher Kochlehre entschloss er sich, auch noch Brauer zu werden. Seine Ausbildung begann er bei der Herrenhäuser Brauerei und setzte sie in einer Hausbrauerei in Heringsdorf auf der Insel Usedom fort. Danach sammelte Harder in diversen Brauereien bundesweit Erfahrung. Dann setzte er noch einen drauf und absolvierte in Berlin das Studium zum Diplom-Braumeister. „Und damit war ich meinem Ziel, in Großburgwedel wieder eine Brauerei zu eröffnen, einen wesentlichen Schritt näher gekommen“, erklärt er. Im August oder September will der ambitionierte Braumeister unter dem Motto „Aus Liebe zur Tradition“ handwerklich hochwertiges Bier brauen.

Ortsbürgermeister Rolf Fortmüller freut sich über die Renaissance des lokalen Brauwesens. Das Bier werde dazu beitragen, Großburgwedel noch bekannter zu machen. Gleich die erste Kiste durfte Fortmüller mit ins normannische Domfront nehmen. Dort will er sie heute bei der Feier des 20-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft Bürgermeister Bernard Soul überreichen.

Von Katerina Jarolim-Vormeier