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Burgwedel Lokale Wirtschaft soll sich vernetzen
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Lokale Wirtschaft soll sich vernetzen
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00:15 29.05.2017
Von Martin Lauber
Dirk Breuckmann (55) ist Vorsitzender des neuen Vereins. Quelle: privat
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Burgwedel

Laut Vereinssatzung geht es wörtlich darum, "Kaufleuten, Handel, Gewerbetreibenden, Freiberuflern, sozialen Einrichtungen, Stadtverwaltung und auch interessierten Bürgern eine Plattform zu bieten, sich auszutauschen und Konzepte für Burgwedel zu entwickeln“. Als Konkurrenz zur Interessengemeinschaft Großburgwedeler Kaufleute (IGK) sehe man sich dabei nicht, sagt Vorsitzender Dirk Breuckmann, der für die WIB ambitionierte Ziele hegt: „Wenn wir bis zum Jahresende 50 Mitglieder hätten, wäre ich sehr stolz darauf.“

An seiner Seite hat Breuckmann bis dato acht weitere Gründungsmitglieder, darunter im geschäftsführenden Vorstand den Steuerberater Marc Sinner als Stellvertreter, als Schatzmeister den Diplom-Ingenieur im Ruhestand Rolf Range, Rechtsanwalt Gregor Schneider als Schriftführer sowie als Beisitzer Sebastian Cramer vom Großburgwedeler E-Center.

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Monatliche Treffen

Den Unterschied zur IGK bringt Breuckmann auf einen kurzen Nenner: „Wir wollen nicht selbst Veranstaltungen organisieren, sondern so etwas allenfalls mit kooptierten Mitgliedern machen. Bei uns geht es an erster Stelle ums Netzwerken.“ Dass in der Satzung neben der Unterstützung der wirtschaftlichen Weiterentwicklung und gemeinnütziger Organisationen auch die „Förderung des kulturellen Lebens in Burgwedel“ aufgenommen wurde, diene dazu, sich auch diese Option offenzuhalten. Ein Event wie zum Beispiel den Nordball des Wirtschaftsclubs Langenhagen (WCL) könne er sich auch gut in Burgwedel vorstellen, sagt Breuckmann.

Nicht nur bei der Satzung nimmt die WIB Anleihen beim WCL, auch mit den geplanten Arbeitskreisen und vor allem bei den allmonatlichen Treffen – allerdings nicht als Frühstück wie in der Flughafenstadt, sondern nach Feierabend jeweils auf eine oder anderthalb zwanglose Stunden in jeweils wechselnden Betrieben von Mitgliedern. Beim WCL kämen stets rund 80 der 100 Mitglieder zum Monatsmeeting.

Diese informelle Plattform sei nicht nur zum Austausch neuer Ideen wichtig, sondern auch wirtschaftlich von Vorteil: „Wenn man sich besser kennt, bekommt man vom Gegenüber auch eher mal einen Auftrag“, beschreibt der 55-Jährige die Chancen für die Belebung der lokalen Binnenkonjunktur – nach dem Motto: Hier lebe ich, hier kaufe ich ein.

Hilfestellung für neue Firmen

Essenziell für die Arbeit der WIB, die ihren Fokus aufs ganze Stadtgebiet legt und auch interessierten Bürgern eine Fördermitgliedschaft anbietet, sei eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Stadt. Beim Stadtmarketing könne die Initiative durchaus eine wertvolle Rolle spielen. „Es ist sicherlich unser Ziel, sich so zu positionieren, dass wir ein adäquater Ansprechpartner sind.“ In der Praxis: Wenn das Rathaus die WIB über Neuansiedlungen unterrichte, „würden wir den Firmen gerne unsere Hilfestellung anbieten und sie zu uns einladen“, so der Vorsitzende.

WIB-Vorsitzender hat auch schon einen Kur-Verein gemanagt

Dirk Breuckmann lebt seit dreieinhalb Jahren in Großburgwedel, seit mehr als fünf Jahren ist er Direktor des Maritim Airport Hotels in Langenhagen – und damit Chef von 250 Angestellten plus 60 Auszubildenden. Zuvor ist der gelernte Hotelfachmann – bevor er nun „zuhause angekommen“ ist und nicht mehr weggehen will – nach eigener Aussage viel durch die Welt gekommen. Das schärft den Blick auf die eigene Stadt. Burgwedel sei lebendig und biete alles, was man für ein Zuhause braucht, sagt der 55-Jährige, der sich schon an früheren Stationen ehrenamtlich engagierte – unter anderem in Bad Neuenahr-Ahrweiler, wo er drei Jahre Vorsitzender des Kur- und Verkehrsvereins war. Auch in Burgwedel hat er schon eine Kostprobe gegeben: Gemeinsam mit dem früheren Ortsratsmitglied Carsten Niemann organisierte er 2015 und 2016 die „Automeile“ – die dritte Auflage folgt im Oktober.

Und was ist mit der IGK?

Der 21. Juni wird zum Schicksalstag für die Interessengemeinschaft der Großburgwedeler Kaufleute. An diesem Mittwoch in vier Wochen wird die IGK versuchen, den komplett zurückgetretenen Vorstand durch eine neue Führungsmannschaft zu ersetzen – sonst droht dem Verein die Auflösung und den Burgwedelern das Aus für von der IGK bisher organisierte Events wie das Stadtfest, den Weihnachtsmarkt oder Jazz im Park.

„Wir haben einige Interessenten, sind aber noch nicht vollständig. Noch ist nichts amtlich“, erklärt der nur noch kommissarisch tätige Vorsitzende Karlheinz Schridde. Vor der Neuwahl müssten in der Versammlung auf jeden Fall noch Fragen zur Finanzierung der IGK-Veranstaltungen neu geregelt werden.

Einen potenziellen Kandidaten für den IGK-Vorsitz gibt es. Festgelegt hat sich der mehrfach ehrenamtlich engagierte Großburgwedeler, der nicht genannt werden will, aber noch nicht. Nach zahlreichen Gesprächen sei er „vorsichtig optimistisch“, dass die IGK den Neustart schafft. Gegenüber der neu gegründeten Wirtschaft Initiative Burgwedel ist er aufgeschlossen. „Ich habe Herrn Breuckmann schon gebeten, mir ein Mitgliedsformular zu schicken.“

Sie haben den neuen Verein Wirtschaft Initiative Burgwedel gegründet: Frank Leibelt (von links), Gregor Schneider, Sabine Breuckmann, Dirk Breuckmann, Corinna Müller, Marc Sinner, Ilona Niemann, Sebastian Cramer und Ralf Range. Quelle: privat