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Burgwedel Landwirt legt neue Heidelbeerplantage an
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Landwirt legt neue Heidelbeerplantage an
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00:18 08.11.2018
Die erste von 34.000 Pflanzen: Landwirt Christoph Henke lässt es sich nicht nehmen, die erste Heidelbeere des neuen Felds selber zu pflanzen. Quelle: Thomas Oberdorfer
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Wettmar

 „Wird das ein Spargelfeld?“ Diese Frage hörte Landwirt Christoph Henke in den vergangenen Wochen des öfteren. Immer dann, wenn er auf seinem neuen Feld zwischen Kleinburgwedel und Wettmar arbeitete und ein Spaziergänger dem Treiben zusah. Auf der Ackerfläche reihen sich lange, rund 20 Zentimeter hohe Dämme aneinander. Einer neben dem anderen, alle penibel mit Folie eingepackt. Der 30-Jährige legt hier derzeit seine zweite große Heidelbeerplantage an. Eine betreibt er bereits in Thönse.

Dass es sich bei dem neuen Feld nicht um Spargel handelt, ist spätestens seit dem Wochenende klar. Der Landwirt und sein Team haben mittlerweile einige Pflanzen eingesetzt. Nun ragen in den ersten Reihen grüne, gut einen guten halben Meter hohe Setzlinge aus den langen Reihen. Fünf bis obenhin vollgepackte LKWs waren nötig, um die 34.000 Pflanzen von einer Gärtnerei in Holland an die neue Plantage zu karren.

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Vorangegangen waren für Henke und sein Team mehrere Wochen harter Arbeit. Gemeinsam haben sie die gut zehn Hektar große Fläche vorbereitet. Mit viel Handarbeit, aber auch mit Hightech-Unterstützung. GPS-gesteuert legten Henkes Mitarbeiter die Reihen an. „So gerade kann man das ohne Technik nicht hinbekommen“, erklärt der Heidelbeerbauer. Bis zu 540 Meter lang sind die Reihen, unterbrochen nur von einige Verbindungswegen. Würde man die kleinen Dämme aneinanderreihen ergäbe sich eine Gesamtlänge von 34 Kilometern. Jede Pflanze hat somit exakt einen Meter Platz um zu wachsen.

Und damit die Beeren das auch gut können, hat Henke ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem gleich mit in die neue Plantage eingebaut. Ein Schlauch liegt in den Dämmen und wird künftig direkt an der Wurzel jeder Pflanze Wasser abgeben. Tröpfchen für Tröpfchen. Nur ganz wenig, denn „Heidelbeeren mögen alles, nur keine nassen Füße“, erklärt er. Das ist auch einer der Gründe, warum die Sträucher auf kleinen Dämmen gebaut werden. Gibt es Starkregen, stehen die Pflanzen nicht in Pfützen.

Was Henke jetzt braucht, ist vor allem Geduld. „Wir können im kommenden Jahr sicher schon einmal die eine oder andere Beere naschen, aber viel für den Handel wird es noch nicht geben“, sagt der Landwirt. Bis die Pflanzen eine nennenswerte Menge der kleinen, leckeren Beeren tragen werden, wird es rund drei Jahre dauern. „Die besten Erträge gibt es nach sechs oder sieben Jahren“, erklärt Henke. Eine lange Zeit, wenn man bedenkt, dass er einen ordentlichen Batzen Geld für die neue Plantage in die Hand genommen hat. Wie viel genau will er nicht verraten, aber die „Investition liegt im sechsstelligen Bereich“.

Und Henke investiert nicht nur in Pflanzen und Beete. Ein kilometerlanger Zaun umspannt die neue Anlage zwischen Kleinburgwedel und Wettmar. Und auch das unterscheidet Heidelbeerplantagen von Spargelfeldern. Ein großes, knapp zwei Meter hohes Metallgeflecht umschließt die Anbaufläche. „Zum Schutz gegen zwei- und vierbeinige Naschkatzen“, wie Christoph Henke mit einem Schmunzeln erklärt.  

Heidelbeeren werden immer beliebter

Der Anbau von Heidelbeeren erlebt in Deutschland einen regelrechten Boom: Im Zeitraum von 2011 bis 2017 hat sich die Anbaufläche für die kleinen, blauen Beeren nahezu verdoppelt. Im vergangenen Jahr wurden sie auf 2844,43 Hektar angebaut. Zum Vergleich: 2011 betrug die Anbaufläche gerade einmal 1434 Hektar. Diese Zahlen meldet das statistische Bundesamt. Und: 80 Prozent der in Deutschland produzierten Heidelbeeren stammen von Plantagen in Niedersachsen, heißt es in einer Mitteilung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. to

Von Thomas Oberdorfer

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