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Garbsen 354 Menschen melden sich als Spender
Aus der Region Region Hannover Garbsen 354 Menschen melden sich als Spender
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14:21 27.01.2019
Mehmet Kocagül (rechts) lässt sich bei der Typisierungsaktion für seinen Schwager Osman Emrem (Zweiter von rechts) typisieren. Quelle: Jutta Grätz
Altgarbsen

Sie alle könnten Leben retten: 354 Menschen haben sich am Sonnabend bei der Typisierungsaktion für Osman Emrem aus Altgarbsen als mögliche Stammzellenspender registrieren lassen. Bei dem 42-jährigen wurde 2005 Blutkrebs festgestellt. Trotz vieler Behandlungen ist die Krankheit so weit fortgeschritten, dass Emrem dringend eine Stammzellenspende braucht. Das Norddeutsche Knochenmark- und Stammzellen-Register (NKR) und Emrems Familie hatten die Typisierungsaktion in der Kocatepe Moschee an der Bachstraße organisiert.

60 Sekunden linke Wange, 60 Sekunden rechte Wange, 60 Sekunden auf beiden Seite, trocknen lassen: Für den Abstrich in der Mundschleimhaut reichen ein paar Minuten, sagt Michael Roth vom NKR. Und ob Freunde, Familienangehörige oder Nachbarn – die Hilfsbereitschaft für Emrem war riesengroß. Der verheiratete Familienvater lebt seit 1996 in Altgarbsen und engagiert sich seit langem ehrenamtlich in der Moschee-Gemeinde.

„Dass ich mich ins NKR-Register aufnehmen lasse, ist selbstverständlich“, sagte Emrems Nachbar Ali Aticiogeu. „Diese Aktion hilft nicht nur möglicherweise einem, sondern vielen“, betonte Cahide Sönmez, stellvertretende Vorsitzende des Vereins der Türkisch-Islamischen Gemeinde Garbsen. Und Emrems Schwager Mehmet Kocagül war für die Typisierung eigens aus Herford angereist. „Diese Krankheit kann jeden treffen“, sagte er.

In die Kocatepe Moschee war auch Yasin Ugurlu aus Hannover gekommen. Der 32-Jährige hatte vor zehn Jahren an einer Typisierungsaktion des weltweit vernetzten NKR teilgenommen. „Vor Kurzem bekam ich einen Anruf, es gab tatsächlich eine Übereinstimmung“, berichtete er. Ugurlu spendete in der vergangenen Woche, seine Stammzellen wurden kurz darauf transplantiert – in Australien.

Emrem und seine Familie zeigten sich überwältigt von der Resonanz. „Ich hoffe inständig auf einen genetischen Zwilling“, sagt der gelernte Maschinenbautechniker. „Ich möchte so schnell wie möglich gesund werden und arbeiten – und noch erleben, dass ich Opa werde“, sagte er sichtlich bewegt.

Von Jutta Grätz

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