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Garbsen Familie von Wedekind leiht dem Archiv alte Dokumente
Aus der Region Region Hannover Garbsen Familie von Wedekind leiht dem Archiv alte Dokumente
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06:15 28.02.2019
Oscar von Wedekind übergibt Dokumente aus dem Familienbesitz an Stadtarchivarin Rose Scholl. Quelle: Markus Holz
Horst

Stadtarchivarin Rose Scholl weiß noch gar nicht, wie wertvoll der Schatz ist, der da seit Mittwoch auf ihrem Tisch liegt. Oscar von Wedekind hat dem Archiv Dokumente aus dem Familienbesitz überlassen. Gesichtet hat Scholl die Akten noch nicht.

Ein Aktenordner vom Großvater

„Aber sie sind für uns sehr wertvoll, weil das Stadtarchiv über die Ortschaft Horst vor Mitte des 19. Jahrhunderts nichts hat“, sagt Scholl. Horst gehörte im Königreich und in der Provinz Hannover zum Amt Ricklingen, alle Akten liegen im Landesarchiv. Die Unterlagen aus dem Hause Wedekind stammen aus den Jahren 1825 bis etwa 1840.

Oscar von Wedekind räumt derzeit auf. Der Unternehmer lässt sein Elternhaus an der Frielinger Straße sanieren und stößt auf längst Vergessenes. Der Aktenordner lag vermutlich auf dem Dachboden. Sein Großvater Oscar von Wedekind (1881-1957) hatte die Dokumente gesammelt. Die Schriftstücke sind handschriftliche Briefe, Aufstellungen, behördliche Schriftwechsel. Der Enkel gibt alles ans Archiv, was Aussagekraft über die Geschichte der Ortschaft Horst hat. „Dokumente der Familie bleiben bei uns im Familienarchiv“, sagt Oscar von Wedekind.

Wie waren die Torfrechte verteilt?

Sein Name hat Klang in der Ortschaft. Die Familie Wedekind zur Horst ist seit dem 13. Jahrhundert dokumentiert, seit 1320 besitzt und bewirtschaftet sie den eher unscheinbaren Gutshof in Horst. Die Familie ist über ganz Europa verzweigt. Die Linie derer zur Horst, 1915 in den preußischen Adelsstand erhoben, endete 1939 mit Alwine le Juge, geborene Wedekind. Sie vererbte den Gutshof an Oscar von Wedekinds Vater, den damals 17-jährigen Carlo (1923-2015) aus einer anderen Linie der Familie.

Die Akten stammen unter anderem aus der Zeit, als die landwirtschaftlichen Flächen der Gemeinde nach und nach auf die Höfe aufgeteilt wurden, darunter die heiß begehrten Stiche im Ricklinger Moor. Torf war als billiger Brennstoff sehr begehrt. In anderen Schriftstücken geht es um Weiderechte. Die Papiere waren in Klarsichtfolie eingelegt und in einem Akten-Ordner abgeheftet. Der Zustand ist erstklassig, das Papier war noch auf Leinenbasis hergestellt und ist relativ unempfindlich gegen Licht und Säure.

Wedekind findet Adelsurkunden

Rose Scholl wird die Dokumente jetzt fachgerecht lagern und ihrem Nachfolger hinterlassen. Sie selbst scheidet in wenigen Tagen aus dem Dienst. Die Papiere werden kursiv gelesen, um eine knappe Expertise anzulegen für den Fall, dass jemand diese Quellen sucht und auswerten will. Die Papiere sind eine Dauerleihgabe, sie bleiben Eigentum der Familie von Wedekind. Oscar von Wedekind hat in den vergangenen Tagen einen verschlossenen Koffer mit den preußischen Adelsurkunden der Familie gefunden. „Da könnte also noch mehr kommen“, sagte er bei der Übergabe.

Von Markus Holz

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