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Garbsen So weit ist die Baustelle des Campus Maschinenbau
Aus der Region Region Hannover Garbsen So weit ist die Baustelle des Campus Maschinenbau
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19:00 26.07.2019
Auf der Baustelle des Campus Maschinenbau geht die Arbeit gut voran, im Herbst kommen die ersten Studenten. Quelle: Gerko Naumann
Garbsen-Mitte

Zwei Minuten nach dem verabredeten Termin kommt Architekt Heiner Bente auf der Baustelle des Campus Maschinenbau an. Mit dem Fahrrad rauscht er an den weißen Containern der Bauleitung vorbei und setzt sich quasi im Vorbeifahren schnell noch einen Helm auf und streift sich eine gelbe Warnweste über. „Ich habe 16 Minuten aus der Nordstadt in Hannover gebraucht – in flotter Fahrt“, sagt er beim Blick auf seine Armbanduhr zufrieden.

So sieht es derzeit auf der Baustelle des Campus Maschinenbau in Garbsen aus. Quelle: Gerko Naumann

Jetzt zählt jede Minute

Dieses Bild hat fast schon Symbolcharakter: Auf der Baustelle zählt spätestens jetzt jede Minute, sagt Bente, der die Arbeiten in Garbsen für das Sachgebiet Bau der Leibniz-Universität Hannover koordiniert. Keine leichte Aufgabe, wie er einräumt: „Man darf nicht vergessen, dass wir uns auf einer der komplexesten Baustellen in Niedersachsen befinden.“ Schließlich sollen in den nächsten Wochen zwölf verschiedene Institute des Fachbereichs Maschinenbau der Universität von Hannover nach Garbsen umziehen – und zum Wintersemester vor allem knapp 4000 Studenten plus wissenschaftliche Mitarbeiter.

In wenigen Monaten sollen die ersten Maschinenbau-Studenten auf dem neuen Campus in Garbsen unterrichtet werden. Die Hörsäle und die Mensa sind fertig.

Wird denn tatsächlich alles wie geplant bis Oktober fertig? „Fast alles“, sagt Bente. Die Umzüge einiger Institute werden sich verzögern, aber das sei kein Grund zur Sorge. Zudem werden einige Container zur geplanten Eröffnung noch stehen. Aber auch das sei auf Baustellen dieser Größenordnung nicht unüblich. Das gilt sogar für die Steigerung der Kosten, die Bente offen anspricht.

Kosten steigen um 25 Millionen Euro

Bei den Planungen – die aus dem Jahr 2015 stammen – waren 150 Millionen Euro für den Campus-Bau vorgesehen. „Stand jetzt werden es wohl eher 175 Millionen Euro sein“, sagt der Architekt. Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen seien die Energiekosten in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Zum anderen werde es aufgrund des Fachkräftemangels immer schwieriger, passende Handwerker zu einem guten Preis zu bekommen. Außerdem hat das Wetter die Bauarbeiten immer wieder behindert. „Mal hat es monatelang geregnet, dann war es so heiß, dass den Arbeitern der Putz schon in der Kelle hart geworden ist“, schildert Bente die Situation. Umso erleichterter ist der Verantwortliche, dass jetzt schon viel Fertiges auf dem Campus-Gelände zu sehen ist.

So sieht es derzeit auf der Baustelle des Campus Maschinenbau in Garbsen aus. Quelle: Gerko Naumann

Hörsäle bietet 450 Studenten Platz

Dazu gehört beispielsweise das schicke Hörsaalgebäude. Dort arbeiten derzeit natürlich noch die Handwerker, doch trotzdem kommt erstmals das richtige Uni-Gefühl auf. In zwei Räumen, die insgesamt 450 Studenten Platz bieten, stehen bereits die typischen Klappstühle. „Wenn beide Räume voll besetzt sein sollten, können wir die Vorlesungen aus dem großen Saal auch auf einen Bildschirm im kleineren übertragen“, sagt Bente. Zumindest für die Erstsemester sollen die Vorlesungen aber vorerst weiterhin in Hannover angeboten werden, weil am bisherigen Standort der Maschinenbauer in der Nordstadt mehr Platz ist.

So sieht es derzeit auf der Baustelle des Campus Maschinenbau in Garbsen aus. Quelle: Gerko Naumann

In der Mensa hängen Lampen

Nun besteht das Studentenleben nicht ausschließlich aus Lernen. Es braucht auch Raum zur Entspannung und zum Essen. Dafür gibt es auf dem Campus-Gelände eine eigene Mensa. „Die Küche ist bereits eingebaut worden“, sagt Bente. Es fehlen noch die Tische und Stühle, an denen bis zu 265 Menschen gleichzeitig essen können. Auch Uni-Gäste können hier täglich etwas zu essen bekommen.

Ein besonderer Hingucker des Gebäudes sind die Glühbirnen, die im Speisesaal von der Decke hängen. „Das Konzept hat ein Lichtplaner extra für diesen Raum entworfen“, berichtet Bente. Das gesamte Obergeschoss der Mensa nimmt die Technik ein. Die wird unter anderem dafür benötigt, um die Luft regelmäßig umzuwälzen.

Allein dieses Gerät kostet etwa 18,5 Millionen Euro. Quelle: Gerko Naumann

Maschine kostet 18,5 Millionen Euro

Das mit Abstand teuerste Gebäude auf der Campus-Baustelle ist der sogenannte Forschungsbau für etwa 44,5 Millionen Euro. Allein ein Großgerät darin kostet rund 18,5 Millionen Euro – und verbraucht bei voller Auslastung mehr Strom als der gesamte Rest der Stadt Garbsen zusammen. „Im Grunde ist das eine sehr große Luftpumpe“, erklärt Bente. Vereinfacht beschrieben werden damit Experimente gemacht, wie Kraftwerke in Zukunft schneller und energiesparender hoch- und heruntergefahren werden können. Die teure Investition in die Technik könnte sich also schon bald auszahlen. „Im besten Fall werden durch die Forschungsergebnisse mal Milliarden eingespart.“

Alle Berichte über die Campus-Baustelle lesen Sie hier.

Von Gerko Naumann

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