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Garbsen Studenten suchen nach der besten Anbindung
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15:51 28.11.2018
Der 24-jährige Student Georg Böttcher von der „Innovation Cell“ - Innovationszelle - zeigt Ideen für die Verkehrsanbindung an den neuen Campus Maschinenbau in Garbsen. Quelle: Joanna von Graefe
Garbsen/Hannover

Gerade beträgt Georg Böttchers Weg von Hannover-Linden aus zur Universität in der Nordstadt etwa zehn Minuten. Das wird sich mit dem Umzug nach Garbsen erheblich verändern. Rund 11 Kilometer ist der Campus in Garbsen von der Nordstadt entfernt. Mit der Bahn dauert dieser Weg, bei dem die Studenten bis zur Haltestelle Schönebecker Allee fahren und den letzten Kilometer von dort aus zu Fuß zurücklegen, mehr als eine halbe Stunde. Mit dem Fahrrad ist Student Bötcher knapp 40 Minuten unterwegs.

Böttcher studiert im vierten Mastersemester Biomedizintechnik am Institut für Mehrphasenprozesse und arbeitet an der Fakultät für Maschinenbau. Er ist Mitglied der Innovation Cell, einer Gruppe aus Studenten und Mitarbeitern, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Chancen, die der neue Campus in Garbsen bietet, zu erkennen und Hindernisse technisch kreativ zu umgehen. Ihre Ideen hat die Innovation Cell in einer Ausstellung im Welfenschloss, dem Hauptgebäude der Leibniz Universität, präsentiert. Die Anbindung des Campus an Hannover ist eins der großen Themen, das die Studenten umtreibt.

Sie diskutieren über einen Radschnellweg zwischen Hannover und Garbsen, der den Weg mit dem Fahrrad beschleunigen und erleichtern würde. Außerdem befindet sich die Gruppe mit den Verkehrsbetrieben Üstra im Gespräch, um über eine neue Einteilung der Tarifzonen zu verhandeln. Denn der Bus, der von der Schönebecker Allee aus zum Maschinenbau Campus fährt, überschreitet die zweite Tarifzone. Für Mitarbeiter der Fakultät, die anders als die Studenten kein Semesterticket erhalten, wird der Fahrschein entsprechend teurer.

Wege sind kürzer als vorher

Böttcher glaubt, dass vor allem die neuen Entfernungen zwischen Wohnort und Campus einen gravierenden Unterschied für die Studenten darstellen. Denn über einen Umzug nach Garbsen und in Campusnähe denken bislang nur wenige nach. „Der Weg nach Garbsen ist relativ weit“, sagt der Student. Dennoch will er den neuen Campus nicht nur schlecht reden: „Wenn man einmal da ist, sind alle Wege kürzer als vorher, weil man zwischen den Instituten viel schneller hin und kommen wird.“ Bisher hatte Böttcher Vorlesungen und Seminare an verschiedenen Instituten, die zum Teil am Produktionstechnischen Zentrum (PZH) in Garbsen, zum Teil über Hannover verstreut lagen. Da konnte es schon vorkommen, dass der Student an einem Tag mehr Zeit mit den Wegen verbrachte als in den Veranstaltungen.

Über die langen Wege denken die Studenten in der Innovation Cell viel nach: Darunter wird ihrer Meinung nach auch das Studentenleben leiden. Böttcher nennt das Problem den „gefilterten Campus“. „In Hannover sitzen noch Leute neben dir in der Mensa, die vielleicht Kunst oder Geschichte studieren. Das wird auf dem neuen Campus nicht mehr so sein.“ Zwar werden in Garbsen zahlreiche unterschiedliche Studiengänge angeboten, doch am Ende seien eben alle Maschinenbauer. Böttcher kann sich aber auch vorstellen, dass das Zusammenrücken der Institute verbindet und die Maschinenbauer in Garbsen enger miteinander werden. „Dann könnte die Stimmung im positiven Sinne nochmal anders werden.“

Hier geht’s weiter zu allen Geschichten rund um den Campus Maschinenbau in Garbsen.

Von Joanna von Graefe

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