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Garbsen Im Tennis-Tunnel mit Ex-Profi Patrik Kühnen
Aus der Region Region Hannover Garbsen Im Tennis-Tunnel mit Ex-Profi Patrik Kühnen
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00:15 31.05.2017
Patrik Kühnen (links) hat Bennet Schulz wertvolle Techniken beigebracht. Bälle einsammeln gehört zum Training dazu. Quelle: Benjamin Behrens
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Berenbostel

Bennet Schulz und Maurice Meyer sind ordentlich ins Schwitzen gekommen. Nicht nur weil die pralle Sonne auf das Vereinsgelände am Fuchsfeld herab scheint, sondern weil Patrik Kühnen vollen Einsatz sehen will. Im schnellen Wechsel spielt der ehemalige Trainer den beiden Spielern die Bälle zu. Kurze Pause, Zwischenbesprechung am Netz. "Wo geht denn dein Gewicht hin, vom Körper her?", fragt Kühnen Bennet Schulz. Der 20-Jährige soll genau spüren, wohin er sein Gewicht verlagert beim Schlag, es geht weiter. Die Aufgabe: den gelben Ball zurückspielen, sauber und vor allem mit einer Besonderheit. Bei jedem Wechsel wird der Körper am Ende der Schlagbewegung angespannt. Wie für Sekunden eingefroren stehen die Spieler auf dem Platz. Die Übung soll Reaktionszeit und Konzentration verbessern.

"Es war neu, dass so zu trainieren, man hat es bestimmt unbewusst schon mal gemacht", sagt Maurice Meyer. "Man merkt den Unterschied auf jeden Fall." Man stehe stabiler, habe mehr Kontrolle über den Ball und treffe ihn besser, sagt Bennet Schulz. "Wenn du das nicht machst, das hatte ich zum Beispiel, hast du dein Gleichgewicht nicht unter Kontrolle", sagt der 20-Jährige. Beim Training fiel auf, dass er beim Schlag das Gewicht des Oberkörpers nach hinten und zur Seite verlagert - eigentlich gehört es nach vorne und hinter den Ball, für mehr Kontrolle und Schwung. "Wir haben den positiven Effekt gemerkt, ich werde darauf achten", sagt Schulz. "Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht", sagt Meyer.

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Parallel zum Training mit Patrik Kühnen läuft auf den anderen Plätzen die Gruppenphase des Fuchsberg-Pokals Berenbostel. Das Turnier ist Teil der Möbel-Hesse-Tennis-Tournament-Series, die vom 13. Mai bis 31. Juli bei vier Vereinen ausgetragen wird. Firmenchef Robert Andreas Hesse lässt sich die Gelegenheit auf eine Trainingseinheit bei Kühnen nicht entgehen. Wieder legt der Coach großen Wert auf Konzentration. Hop, eins, zwei - drei simple Worte, die Trainer und Spieler gemeinsam laut aussprechen. Bei Hop spielt Kühnen den Ball über Netz, eins markiert das Aufprallen des Balls, zwei den Schlag zurück.

Hesse spielt, ruft die Worte und merkt den Konzentrationseffekt sofort. "Es funktioniert, ich denke an nichts anderes mehr. Man ist wie in einem Tunnel." Die Übung hat Kühnen auch bei seiner Mannschaft im Davis Cup verwendet. "Ich spiele seit über 40 Jahren Tennis, das ist eine ganz andere Form des Training", sagt Hesse.

Patrik Kühnen über Disziplin im Training

Herr Kühnen, die meisten verbinden mit Ihnen die Position des Teamchefs der Mannschaft des Davis Cup bis 2012 - was machen Sie aktuell?

Ich lebe seit dreieinhalb Jahren in Dubai mit meiner Familie und arbeite dort für die FWU. FWU heißt Forward U, wir sind dort im Bereich der Versicherung und Finanzdienstleistung tätig. Dort arbeite ich als Head of Sport Insurance. Daneben bin ich Tunierdirektor bei den BMW-Open und arbeite als Experte für Sky.

Sie haben selbst sehr lange Profitennis gespielt - was raten Sie einem jungen Menschen der professionell spielen will?

Die Konkurrenz ist natürlich gewachsen. Das bringt viele Trainingsstunden, viel Ehrgeiz, viel Mut, viel Verzicht mit sich, das ist eben so. Wenn jemand den Traum hat, auf jeden Fall verfolgen.

Was können Sie Anfängern mit auf den Weg geben?

Ich spiele selbst noch sehr gerne Tennis, es ist eine fantastische Sportart, die man in jedem Lebensalter spielen kann. Wir haben eine tolle Vereinsstruktur in Deutschland, gerade für Familien.

Von Benjamin Behrens

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