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Garbsen Annika Nünke gibt die wichtigen Fakten durch
Aus der Region Region Hannover Garbsen Annika Nünke gibt die wichtigen Fakten durch
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00:16 26.01.2019
Feuerwehrfrau Annika Nünke ist als Funkerin ausgebildet. Quelle: Anke Lütjens
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Osterwald

Annika Nünke arbeitet als Erzieherin in der Kindertagesstätte Horst – und sie ist aktive Feuerwehrfrau in der Ortsfeuerwehr Osterwald Oberende. „Bei einigen größeren Bränden wie dem Busbrand und dem Brand von Heuballen in Frielingen bin ich dabei gewesen“, sagt die zierliche 26-Jährige. Aber in Gefahr sei sie noch nie gewesen und auch noch nie verletzt worden, betont Nünke.

Mit zehn Jahren ist sie in die Jugendfeuerwehr eingetreten und auch bis zum 16. Lebensjahr geblieben. Nach einer Pause wurde Nünke dann mit 20 Jahren in die aktive Wehr übernommen. Dass sie sich für die Feuerwehr interessiert, liegt ein wenig in der Familie: Der Vater und inzwischen auch der Bruder gehören der aktiven Wehr an. „Durch Papa und Freunde bin ich zur Jugendfeuerwehr gekommen“, sagt Nünke. Sie nimmt auch an den Stadtwettbewerben und am Kuppelcontest in Möllenbeck teil – bei dem Wettkampf geht es darum, welches Team die beste und schnellste Schlauchverbindung herstellen kann.

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Frauen bekommen Unterstützung

Nünke hat eine Fortbildung zur Funkerin gemacht. Außer ihr gibt es in der Ortsfeuerwehr nur noch eine Frau, die Dienste und Übungen absolviert sowie bei Feuern und anderen Einsätzen hilft. „Vor den Atemschutzgeräteträgern habe ich großen Respekt, weil das Gerät schwer ist und man ins Haus muss, um jemanden rauszuholen“, sagt die junge Feuerwehrfrau. Das sollen ihrer Ansicht nach lieber die Männer machen, die ja auch stärker sind. Die Frauen bekämen aber auch Unterstützung von den Männern.

Das sind die Frauen in der Feuerwehr

Zahlenmäßig sind Frauen in den Feuerwehren in Garbsen deutlich in der Unterzahl. Sie machen nicht einmal 10 Prozent der rund 500 Aktiven in den Ortsfeuerwehren aus. Dabei stehen sie ihren männlichen Kollegen in nichts nach, betont Stadtbrandmeister Ulf Kreinacker: „Im Einsatz werden sie genauso gefordert und behandelt wie ihre männlichen Kollegen“, sagt er.

In unserer Serie „Frauen in der Feuerwehr“ stellen wir Garbsenerinnen vor, die sich seit Jahren ehrenamtlich engagieren und Verantwortung übernehmen. Wie gehen die männlichen Kollegen mit ihnen um? Wie sind sie überhaupt zur Feuerwehr gekommen? Auf diese Fragen geben die Frauen spannende Antworten.

Ansonsten fühlt sie sich als Frau in der Feuerwehr nicht benachteiligt oder weniger ernst genommen als die männlichen Kollegen. „Es ist das Gegenteil. Wir bekommen volle Anerkennung. Die Männer nehmen Rücksicht und zollen uns Respekt“, sagt die 26-Jährige. Frauen leisten schließlich im Einsatz das gleiche wie ihre männlichen Kollegen. Dazu fällt Nünke eine Anekdote ein. „Als ich mit einer Gruppe aus Oberende auf der Fahrt zur Partnerfeuerwehr nach Ramstein gefahren bin, und wir einen Stopp an einer Raststätte eingelegt haben, habe ich als einzige einen Schokoriegel bekommen. Ich war ja die einzige Frau“, erzählt sie. Ein- bis zweimal im Jahr besuchen die Oberender die Partnerfeuerwehr Rheinland-Pfalz. Der Kontakt kam über die Jugendfeuerwehr zustande.

Nünke schätzt die Kameradschaft

An der Feuerwehr schätzt Nünke besonders die Kameradschaft und das Miteinander. Der Zusammenhalt und jemandem helfen zu können, macht für sie den Reiz an der Feuerwehr aus. Außer ihrer Tätigkeit als aktiver Feuerwehrfrau leitet Nünke auch die Kinderfeuerwehr. Zusammen mit vier weiteren Betreuern kümmert sie sich um die 18 Kinder. Fünf stehen noch auf der Warteliste. Die Kinder lernen spielerisch die Aufgaben der Feuerwehr kennen. Dazu gehören, Hydranten zu finden, das richtige Absetzen eines Notrufs, aber auch Übungen mit Wasser. Außerdem wird die Kinderflamme abgenommen, das erste Abzeichen für die Jüngsten.

Daneben stehen Spielerisches sowie Ausflüge auf dem Programm. „Außerdem haben wir vor zwei Jahren mit den Kindern einen Garten am Gerätehaus angelegt. Dort gießen und ernten wir“, erzählt die 26-Jährige. Wegen des Unkrauts wachsen die Pflanzen künftig aber nur noch in Hochbeeten. Erstmals nehmen Nünke und die Betreuer in diesem Jahr mit den Kindern für ein Wochenende am Zeltlager in Neustadt teil: „Das wird bestimmt aufregend.“

Von Anke Lütjens