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Garbsen ASB-Werber machen Rentnern mit falschen Aussagen Angst
Aus der Region Region Hannover Garbsen ASB-Werber machen Rentnern mit falschen Aussagen Angst
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06:00 12.09.2019
Günther Petrak hilft Ilona Elfers beim Ausfüllen der Kündigung. Quelle: Gerko Naumann
Horst

Ilona Elfers arbeitete gerade in ihrem Garten in Horst, als es an der Haustür klingelte. Wenig später saßen sie und ihr Mann Rolf im Wohnzimmer zwei vermeintlichen Mitarbeitern des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) gegenüber. Diese erzählten den Rentnern eine abenteuerliche Geschichte: „Sie sagten, dass es lange dauert, bis ein Rettungswagen bei uns ist, wenn uns etwas passiert. Das würde sich bessern, wenn wir dem ASB Geld spenden“, berichtet Ilona Elfers.

Ehepaar fühlt sich überrumpelt

Völlig überrumpelt von den ungebetenen Gästen unterschrieben die Eheleute einen Mitgliedsantrag. Ab dem 1. Oktober sollten sie nun jeweils 120 Euro pro Jahr an die Hilfsorganisation bezahlen. Dann verabschiedeten sich die Herren. In der folgenden Nacht lag Ilona Elfers noch lange wach: „Ich habe gegrübelt, ob das alles richtig war“, sagt sie. Deshalb wandte sie sich am folgenden Tag an ihren Nachbarn Günther Petrak, der für die Unabhängigen im Rat und im Vorstand der Siedlergemeinschaft Horst sitzt.

Petrak nutzte seine guten Kontakte und hörte sich in der Gegend um. Schon nach kurzer Zeit wusste er von fünf weiteren Anwohnern, bei denen die offenbar unseriösen ASB-Werber geklingelt hatten – immer mit der gleichen unwahren Geschichte. „Ich will verhindern, dass noch mehr Menschen auf die dreiste Masche hereinfallen“, sagt Petrak. Deshalb hat er am eigenen PC ein Kündigungsschreiben aufgesetzt, das er nun an betroffene Nachbarn verteilt. Auch das Ehepaar Elfers hat seine Verträge noch vor der ersten Zahlung gekündigt.

ASB will Fall intern klären

Von den Methoden seiner Mitarbeiter distanziert sich Bernd Wohltorf vom ASB. „Das ist totaler Quatsch“, sagt er. Wohltorf leitet von Köln aus die Mitgliederverwaltung der Hilfsorganisation. Um neue Unterstützer zu finden sei es üblich, dass der ASB auf Werbepartner zurückgreife. Diese würden jedoch vor den Einsätzen genau geschult. „Bei der Einweisung wurde ihnen sicher nicht gesagt, dass sie solche Aussagen über den Rettungsdienst treffen sollen“, betont Wohltorf. Der ASB wolle nun intern klären, wie es zu diesem Fehlverhalten kommen konnte.

André Rose von der Johanniter Unfallhilfe in Garbsen ist empört über das Vorgehen des Mitbewerbers. Der Wachenleiter betont, dass die Johanniter nach einer Anfang 2019 gewonnenen Ausschreibung noch mindestens zehn Jahre lang für den Rettungsdienst in der Stadt zuständig sind. „Und wir halten im Notfall die vorgeschriebenen Fristen für die Anfahrt in unserem gesamten Gebiet ein. Da kann ich alle Bürger beruhigen“, sagt Rose.

Von Gerko Naumann

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