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Garbsen Festival zeigt Kultur-Facetten Afrikas
Aus der Region Region Hannover Garbsen Festival zeigt Kultur-Facetten Afrikas
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00:15 22.08.2018
Spielen afrikanische Rhythmen: Saiko Bojang (links) und Abdoulie Bittaye. Quelle: Jutta Grätz
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Havelse

Die schnellen, mitreißenden Trommelrhythmen sind schon von Weitem zu hören. Es duftet nach Curry, Erdnussbutter und Zitrone. In den Gängen des Havelser Kulturhauses Kalle hängen Masken, Zeichnungen, Collagen. Das Afrika-Festival im Kulturhaus Kalle Musik hat am Wochenende Küche und Kunst des Kontinents in Garbsen erlebbar gemacht.

Mittendrin: Organisator Mo Bittaye und seine Familie. Der aus Gambia stammende Künstler hat für das Festival, das am Sonntag auch Station der Reihe Kultour war, viele Freunde mobilisiert. Auf dem Hof des Kulturhaus spielen Saiko Bojang auf der Djembe, Abdoulie Bittaye auf dem Dung Dung, begleiten Mo Bittayes Trommelworkshops. Erst konzentriert, dann locker, später richtig ausgelassen trommeln Marie Louise Deike, die sechsjährige Salima und zwei weitere Kinder auf den afrikanischen Rhythmusinstrumenten. Besucher bummeln am Stand vorbei, an dem Virgile Ahounandjinou Ketten aus Steinen gestaltet. Andere Aussteller bieten Holzskulpturen an. Ahounandjinou ist Kulturbotschafter Benins, hat sein Land schon auf der Expo im Jahr 2000 in Hannover vertreten.

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Künstler zeigen gesellschaftskritische Bilder

Erstmals in Garbsen ist Mass Jobe. Der Künstler aus Gambia lebt bereits seit 1989 in Deutschland und arbeitet in Hannover. Er zeigt im Kalle Bilder voller Kontraste. Eines ist den kleinen und detailreiche Karikaturen in Bleistift und Kohle sowie den großformatigen Bildern aus Acryl und Ölfarben gemeinsam: Es geht um Politik, Ausbeutung, Korruption in seinem Heimatland, aber auch um Toleranz, Demokratie, Begegnung der Kulturen. „Meine Kunst ist kritisch und soll zur Auseinandersetzung reizen“, sagt Jobe. Das treibt auch den Maler Lune Ndiaye aus dem Senegal an, der sein Atelier auf dem Faustgelände in Hannover-Linden hat. „Building a new World“ hat er eine seiner Collagen aus kräftigen Acrylfarben, Papier und Sand genannt.

Bringen die Musik Afrikas in den Konzertsaal des Kalle: Mo Bittaye (links) und Leo Keita. Quelle: Jutta Grätz

Der aus Mali stammende Musiker Leo Keita lässt unterdessen im Konzertraum des Kalle traditionelle Klänge aus dem Zentrum Afrikas erklingen. „Ich spiele Gitarre, Schlagzeug - eigentlich alles“, sagt der Künstler und Musikpädagoge. „Waffen, Plastik, Co2 müssen weg“, lautet seine Botschaft gleich zu Beginn, und stimmt virtuos seine Harp an. Das Afrika-Festival wird zu einem kritischen, weltoffenen, internationalen und bunten Element der Kultour 2018.

Am Sonntag ist das Afrika-Festival im Kalle einer der acht Veranstaltungsorte der Garbsener Kultour. Das Duo Batamba Moolu spielt um 12, 13 und 14 Uhr westafrikanische Lieder und eigene Stücke. Um 15, 16 und 17 Uhr folgt die Band African TamTam mit einer abwechslungsreichen Mischung aus westafrikanischem Reggae und Highlife, gewürzt mit einer Prise schwarzem Funk und Jazz.

Von Jutta Grätz

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