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Garbsen Burger King kann nach Schließung wieder öffnen
Aus der Region Region Hannover Garbsen Burger King kann nach Schließung wieder öffnen
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00:21 20.10.2018
Für zehn Tage war Burger King geschlossen, jetzt ist wieder geöffnet. Quelle: Linda Tonn
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Berenbostel

Nachdem das Fast-Food-Restaurant der Kette Burger King Anfang Oktober plötzlich geschlossen war und die Kunden vor der Tür standen, geht der Betrieb nun wieder seinen gewohnten Gang. Am Dienstag hat die Filiale an der B 6 wieder geöffnet. Grund für die kurzfristige Schließung war ein Wechsel der Betreiber – der sogenannten Franchise-Nehmer. Sie führen die Restaurants im Namen der US-amerikanischen Kette. Die Schloss Burger GmbH ist in Garbsen als Betreiber eingestiegen, allerdings nicht ohne Hürden: Bislang ist noch nicht geklärt, ob sie als neuer Franchise-Nehmer eine dauerhafte Lizenz von Burger King bekommt. Der vorherige Betreiber musste genau aus diesem Grund das Restaurant schließen und den knapp 35 Mitarbeitern betriebsbedingte Kündigungen aussprechen. Seine Lizenz – also die Erlaubnis unter dem Namen Burger King zu verkaufen – war nicht verlängert worden.

Keine Übergabe mit altem Betreiber

„Wir haben den Mietvertrag zum 1. Oktober übernommen“, sagt Mehmet Firat von Schloss Burger und zuständig für die rund 100 Restaurants in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Innerhalb von wenigen Tagen hat er die Filiale notdürftig renoviert, die Lederpolster der Sitzecken ausgetauscht, Küchengeräte besorgt und Kassen installiert. „Ich bin sehr froh, dass wir endlich öffnen können und die Kunden nicht mehr vor der Tür stehen lassen müssen.“ Allerdings habe es keine Übergabe mit dem ehemaligen Franchise-Nehmer gegeben, sagt er. Das sei sonst bei einem Betreiberwechsel üblich. „Deshalb habe ich auch gar keinen Überblick über das ehemalige Personal“, sagt er. Firat stellt die Mitarbeiter komplett neu ein – bis zu 40 sollen es bis zum Jahresende werden. „Es bewerben sich auch viele der ehemaligen Mitarbeiter“, sagt er.

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Mehmet Firat (Mitte) hat das Restaurant an der B 6 mit einem neuen Mitarbeiterstamm eröffnet. Quelle: Linda Tonn

So richtig durchstarten kann der neue Franchise-Nehmer allerdings nicht. Bis jetzt hat er nach eigenen Angaben von Burger King Deutschland nur eine vorläufige und befristete Lizenz erhalten. „Wir sind in Verhandlungen“, sagt Firat. „Wenn wir eine dauerhafte Lizenz haben, werden wir richtig renovieren, und dann kann ich auch noch mehr Mitarbeiter einstellen.“ Auf Anfrage dieser Zeitung schreibt Burger King Deutschland dazu: „Dem neuen Betreiber des Burger King Restaurants in Garbsen wurde bereits eine Lizenz erteilt. Aus diesem Grund konnte das Restaurant nach einer kurzen Instandsetzung wieder wie gewohnt eröffnet werden.“ Vertragsdetails wollte das Unternehmen nicht nennen. Zudem kündigt Burger King an, voraussichtlich Ende Dezember im Planetencenter in Garbsen ein weiteres Restaurant zu eröffnen. Das zeige, wie beliebt der Standort Garbsen sei, sagte ein Sprecher. „Wenn es an einem Standort zwei oder mehr Restaurants gibt, gibt es sie zurecht. Es wird keine Filiale bevorzugt.“

Mitarbeiter müssen sich neu bewerben

Für das Personal kam der Betreiberwechsel überraschend: „Wir haben davon erst aus der Presse erfahren“, sagt einer der ehemaligen Mitarbeiter, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. „Mit uns hat niemand gesprochen.“ Er kritisiert den Umgang mit dem Personal scharf – und sieht dabei nicht nur Burger King Deutschland, sondern auch den neuen Franchise-Nehmer Schloss Burger in der Pflicht. Alle Mitarbeiter hätten eine betriebsbedingte Kündigung erhalten und müssten sich, um weiter am Standort Garbsen arbeiten zu können, komplett neu bewerben. Ob sie ihren Arbeitsplatz behalten können, ist nicht sicher. „Ich hatte in dieser Woche mein Bewerbungsgespräch“, sagt er. Für langjährige Mitarbeiter sei das besonders bitter: „Die Betriebszugehörigkeit und dementsprechende Lohnsteigerungen werden von dem neuen Betreiber nicht mehr angerechnet“, so der Mitarbeiter.

Erfahrene Kollegen, die teilweise mehr als zehn Jahre bei Burger King gearbeitet haben, müssten wieder mit einem Stundenlohn von 9,05 Euro anfangen. Er wirft Schloss Burger zudem vor, dass persönliche Anliegen und Familiensituationen in der Bewerbung nicht berücksichtigt wurden. Zudem gäbe es viel weniger Festanstellungen als vorher. Verunsichert seien die Mitarbeiter auch durch die zusätzlichen Kameras, die im Restaurant angebracht wurden. „Das Betriebsklima vorher war sehr gut“, sagt der Mitarbeiter, der weiter in der Filiale arbeiten kann. „Jetzt müssen wir sehen, wie es sich entwickelt.“

Von Linda Tonn