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Garbsen Stadt und Polizei: Darum ist Tempo 30 in Schloß Ricklingen nicht möglich
Aus der Region Region Hannover Garbsen Stadt und Polizei: Darum ist Tempo 30 in Schloß Ricklingen nicht möglich
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16:00 01.11.2019
Viel Verkehr im Ort trotz Beschränkung: Ab der Einmündung Burgstraße/Große Rehre gilt ein Durchfahrtsverbot für Lkw mit mehr als 7,5-Tonnen. Quelle: Jutta Grätz
Schloß Ricklingen

Erst siedelte der Onlinehändler Amazon ein Sortierzentrum in Garbsen an der Burgstraße an, dann wurde ein Verteilzentrum in Luthe gebaut – und zwischen beiden Standorten liegt Schloß Ricklingen. Schon lange beklagen sich Anwohner und Politiker aus dem Ort über den zunehmenden Verkehr vor allem auf der Burgstraße. Um die Straße sicherer zu machen, forderte die CDU/FDP-Gruppe im Rat bereits im Februar eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde für den gesamten Bereich zwischen der sogenannten Splittersiedlung (Burgstraße 68) und der Von-Woyna-Brücke. Zudem wollen die Politiker, dass in dem Bereich ein Blitzer fest installiert wird.

„Es besteht die berechtigte Sorge, dass ein erheblicher Fahrzeugverkehr durch Schloß Ricklingen im Transitverkehr zwischen den beiden Standorten pendeln wird“, schreiben der Fraktionsvorsitzende Heinrich Dannenbrink und Ortsbürgermeister Peter Hahne. „Es sind Maßnahmen erforderlich, die wenigstens den jetzt erreichten Stand der Verkehrssicherheit der Wegstrecke durch die Ortschaft sichern“, heißt es.

„Geltende Regeln haben sich bewährt“

Inzwischen liegt die Antwort der Stadtverwaltung vor: Die geltenden Geschwindigkeitsbegrenzungen hätten sich bewährt. Eine weitere Begrenzung auf Tempo 30 sei mit rechtlichen Vorgaben nicht vereinbar, heißt es. Sowohl die Polizei als auch die Region Hannover als obere Verkehrsbehörde lehnten die geforderte Geschwindigkeitsbeschränkung daher ab, sagt Stadtbaurat Frank Hauke. Auch eine präventive Temporeduzierung wegen eventueller Lkw-Zunahmen sowie das Aufstellen eines Blitzers seien nicht mit den Rechtsvorschriften vereinbar.

Der Grund: Nur in reinen Anlieger- und Erschließungsstraßen ist Tempo 30 zulässig. Die Burgstraße ist allerdings eine Regionsstraße (K 341) und damit als Hauptverkehrs- und Vorfahrtsstraße eingestuft. Nur wenn eine außerordentliche Gefahr vorläge sowie vor Kindergärten, Schulen und Altenheimen dürfe die Geschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde begrenzt werden, erklärt die Stadt.

Laut Polizei Garbsen liegt in dem fraglichen Bereich aber keine besondere Gefahr vor. Zudem sei es in den vergangenen fünf Jahren auch nicht zu außergewöhnlich vielen Unfällen gekommen. „Innerorts gilt bis zur Einmündung Große Rehre Tempo 50, für den restlichen Bereich bis zur Karl-Prendel-Straße Tempo 30“, sagt Stadtbaurat Hauke. Das habe sich in der Vergangenheit bewährt – und es gewährleiste einen sicheren Verkehrsablauf.

Vor der sogenannten Splittersiedlung an der Burgstraße kurz vor Schloß Ricklingen gilt derzeit Tempo 50. Quelle: Jutta Grätz

Anwohner kritisieren Lärm und viele Lkw

Die Anwohner sehen das anders: Das Verkehrsaufkommen habe sich seit der Ansiedlung von Amazon vor einem Jahr stark erhöht, berichtet Heinrich Baumgarten, der an der Burgstraße wohnt. „Morgens um 4 Uhr geht es schon los.“ Er befürchtet zudem, dass der Lkw-Verkehr mit derInbetriebnahme des Verteilzentrums in Luthe noch um ein Vielfaches zunimmt. Der Lärm sei unerträglich.

Seit Ende 2018 darf die Von-Woyna-Brücke nicht mehr von Lastwagen mit mehr als 7,5 Tonnen befahren werden. Diese Regelung soll den Schwerlastverkehr durch den Ort verringern. Genützt habe das wenig, sagt ein Anwohner, der an der Einmündung an der Großen Rehre wohnt. Fahrer zahlreicher Lkw mit mehr als 7,5 Tonnen würden oft erst an dieser Stelle merken, dass sie nicht durch den Ort fahren dürfen. „Sie rangieren, wenden wild, und manche huschen auch einfach durch“, sagt der Schloß Ricklinger.

Zu wenige Hinweise auf Durchfahrtsverbot?

Die Hinweise auf das Durchfahrtsverbot für den Schwerlastverkehr über 7,5 Tonnen seien absolut unzureichend, findet der Anwohner. Angaben der Stadt zufolge gibt es Schilder an der Gutenbergstraße, an der Einmündung Große Rehre und an der Kreuzung Im Dorfe/Große Rehre. „Darüber hinaus weist ein Verkehrszeichen an der Einmündung Karl-Prendel-Straße/Lönsweg auf die vorhandene generelle Tonnagenbegrenzung der Leinebrücke hin“, schreibt Stadtsprecher Benjamin Irvin. Auch direkt am Sortierzentrum werde darauf hingewiesen.

„Viele Schloß Ricklinger berichten mir von ihrer großen Unzufriedenheit mit der Zunahme von Verkehr und Lärm“, sagt Ortsbürgermeister Hahne. „Und auch von gefährlichen Situationen für Fußgänger“.

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Von Jutta Grätz und Linda Tonn

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