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Garbsen Werner Baesmann ist tot
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19:42 27.01.2019
Werner Baesmann. Quelle: Archiv (Jutta Grätz)
Berenbostel

 Wenn Werner Baesmann den Saal betrat, wirkte so etwas wie „Vaterfigur“. Er konnte unerschütterlichen Optimismus ausstrahlen und hat mit dieser Ausstrahlung mehrfach einen ganzen Ort zusammengehalten. Baesmann ist in der Nacht zu Freitag im Alter von 72 Jahren gestorben. Die Stadt verliert mit ihm ein Original und einen Akteur von ganz besonderem Schlag.

Politisches Büro mitten in der Volksbank

Dass ihn die jahrelange Dialyse zeichnete, war unübersehbar. Er hat harte gesundheitliche Schläge eingesteckt und ist doch immer wieder aufgestanden, zuletzt zum Neujahrsempfang des Ortsrates Berenbostel. Nicht in der gewohnten Rolle als Redner, aber er war dort. So wie er auf unzähligen Ehejubiläen und Geburtstagen, Vereinsveranstaltungen, Festen und Feiern dort war – stets willkommen, egal wo. Der Bankkaufmann war immer Mensch unter Menschen. So fühlte er sich am wohlsten. Als er noch die Hauptgeschäftsstelle der Volksbank an der Roten Reihe leitete, hatte er dort sein Bürgermeister-Sprechzimmer. Immer war diese Tür offen – heute undenkbar. Danach war die Rote Reihe 1, offiziell Büro des Heimatvereins, sein Anlaufpunkt.

Kräfte zusammenführen

Gefordert fühlte er sich, wenn es um Berenbostel und Stelingen ging – über die Parteigrenzen hinweg, offen, kämpferisch, ohne aufdringlich zu sein. Er war die anerkannte Stimme seiner Ortschaft, der „Mister Berenbostel“. Die Rote Reihe als „gute Stube“, der Badepark Berenbostel und der Kampf gegen die eigene Partei, die Zukunft seiner Interessengemeinschaft Berenbosteler Unternehmer, der Heimatverein, die Jugendwerkstatt, Neuland und der Bürgerpark waren seine Themen. Keiner wusste in Berenbostel und Stelingen besser Bescheid, niemand hat ein derart historisches Gedächtnis. Die einwöchige 800-Jahr-Feier Berenbostels vor zwölf Jahren wäre ohne ihn so undenkbar gewesen. Er konnte die entscheidenden Kräfte zusammenführen. Vielleicht war das der wesentliche Kern seines Lebenswerkes, mehr noch als die 44 Jahre im Rat der Gemeinde Berenbostel und der Stadt Garbsen, mehr als die 33 Jahre als Ortsbürgermeister.

Werner Baesmann war Träger des Bundesverdienstkreuzes, des Mutter-Courage-Preises und der Ehrennadel der Stadt Garbsen. Er war Mitbegründer und Mitglied zahlreicher Vereine. Sein jüngstes Engagement galt der Bürgerstiftung Garbsen. Dort fand er zusammen mit seiner Frau Anita und Garbsens ehemaligem Bürgermeister Wolfgang Galler Verbündete, um sehr konkret Gutes tun zu können.

Parteigrenzen hindern nur

28 Jahre lang politisch an seiner Seite: Gudrun Roggenkamp, ehemalige stellvertretende Ortsbürgermeisterin, SPD. „Werner Baesmann und ich hatten von Beginn an ein kollegiales Verhältnis. Er mochte keine politischen Streitigkeiten, er wollte etwas bewegen. Wir waren uns oft über die Parteigrenze hinweg schneller einig, als unsere Parteien“, sagt sie. Sie hat ihren konservativen Mitbewerber bei Wahlen nie einholen können. Baesmann blieb unangefochten „Mister Berenbostel“. Er hat sich auf seine Erfolge nie etwas eingebildet. Auch das machte ihn so sympathisch. Baesmann war gebürtiger Berenbosteler, und er wird in Berenbostel beerdigt werden. Details der Trauerfeier sind aber noch nicht bekannt.

Von Markus Holz

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