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Garbsen Musiklehrer Slaby geht in den Ruhestand
Aus der Region Region Hannover Garbsen Musiklehrer Slaby geht in den Ruhestand
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00:17 30.12.2018
Musiklehrer, Muse-Macher, Pianist: Christoph Slaby. Quelle: Jutta Grätz
Garbsen

Für den letzten Auftritt sollte alles stimmig sein – die Beleuchtung, der selbst gebastelte Stern, das glitzernde Rentier. Liebevoll hatte Christoph Slaby die Bühne der Aula am Planetenring geschmückt und den schwarzen Flügel poliert. „Die Atmosphäre krönt ein Konzert “, sagt er. Dieses Weihnachtskonzert der Garbsener Musikschüler in der Aula am Planetenring war seine letzte offizielle Veranstaltung. Der 31. Dezember ist der letzte Arbeitstag. Dann geht der 65-jährige Musiker, der seit 32 Jahren an der Musikschule Garbsen lehrt und seit 2012, deren stellvertretender Schulleiter ist, in den Ruhestand.

Slaby ist ein Brückenbauer. Er bringt Menschen zum Instrument, Künstler zum Publikum, Kulturen zueinander. Der in Breslau geborene Musiker ist Lehrer, engagiert sich für den Garbsener Städtepartnerschaftsverein und rief das Seelzer Musikfestival Muse in Leben. Seit 1986, dem Gründungsjahr der Musikschule, unterrichtet er in Garbsen. Er organisiert Konzerte des deutsch-polnischen Jugend-Jazzorchesters im Rathaus und übersetzt schon mal spontan bei Besuchen von Delegationen aus Garbsen in der polnischen Partnerstadt Wreschen – und umgekehrt. Und für sein Engagement für die Seelzer Muse, die seit 19 Jahren internationale Musiker zusammenbringt, ist er preisgekrönt. Was ihn antreibt? „Ich möchte Menschen für Musik begeistern“, sagt Slaby bescheiden.

„Musik soll Spaß machen“

Es mögen wohl Hunderte Garbsener sein, die der Organist in den vergangenen 32 Jahren unterrichtet hat. Ob in Grundschulen, Kitas oder in den Musikschulräumen der Stadt: „Wir geben in fast allen Garbsener Stadtteilen Unterricht“, sagt Slaby. „Die Leute kommen nicht zu uns, also kommen wir zu ihnen.“ Der 65-Jährige genießt es sehr, zu unterrichten. Dennoch gehöre seiner Meinung nach zu einer Klavierstunde mehr, als nur die 88 Tasten des Musikinstruments zu erklären, damit die Schüler Fugen von Bach und Rondos von Mozart spielen können. „In erster Linie soll die Musik Spaß machen“, betont Slaby.

Er möge die Musik, die seine Schüler mögen, sagt er. Statt Mozart und Bach liegen dann auch mal Stücke des italienischen Komponisten Ludovico Einaudi, der die Musik zum Film „Ziemlich beste Freunde“ geschrieben hat, auf dem Notenpult. Slaby hat Einaudi sogar ein ganzes Konzert gewidmet, bei dem die Musikschüler vor dem Panorama italienischer Städte spielten. Die Fotos hat der Lehrer selbst mit seiner Kamera gemacht – Details sind ihm eben wichtig.

Schüler bleiben Musik treu

Viele seiner Schüler hat Slaby über Jahre unterrichtet. Manche sind der Musik treu geblieben, wie Willehadi-Organist Christof Wenzel und Daniel Morgner, Chorleiter der Silvanus-Gemeinde. „Musik gehört zu den schönsten Dingen der Welt“, sagt Slaby, der selbst am liebsten Werke von Johann Sebastian Bach hört und spielt. „Wenn man Bach hört, ist man über den Wolken.“

Zu seiner Arbeit bei der Musikschule gehörte mehr als nur das Musizieren an sich. Ob das Erstellen von Lehrplänen oder das Verwalten von Budgets: Er habe bei der Stadt viel gelernt, sagt der studierte Musiker und Kulturwissenschaftler mit ein wenig Wehmut in der Stimme. Seit 2017 weiß er sogar, wie ein Konzertflügel für einen ganz bestimmten Raum gestimmt wird. Den Aufbau des Instruments für das Schulzentrum am Planetenring, den der renommierte Klavierbauer Gerd Finkenstein gefertigt hat, hat Slaby eng begleitet. Und begleitet hat er in den vergangenen Wochen auch seinen Nachfolger als stellvertretender Musikschulleiter, Alexander Schories.

Slaby plant schon die Muse 2019

Noch nicht verabschieden wird sich Slaby von seinem Herzensprojekt, dem Musikfestival Muse in Seelze. Mitstreiter Robert Leschik und er planen bereits die 20. Auflage des Musikfestivals im nächsten Sommer – „immer noch voll Enthusiasmus“, wie Slaby sagt. Er ist schon jetzt gespannt auf den nächsten musikalischen Brückenbau: den gemeinsamen Auftritt des japanischen Pianisten Moto Harada mit dem Bundespolizeiorchester unter der Flutbrücke. Doch er freut sich auch auf mehr Zeit für seine Frau, Tochter und Enkel und für die Orgelmusik. „Und aufs Reisen“, sagt er. „Ich bin immer noch neugierig auf die Welt.“

Von Jutta Grätz

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