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Garbsen Eine Stunde mit Friedhofsgärtner Stefan Wassmann
Aus der Region Region Hannover Garbsen Eine Stunde mit Friedhofsgärtner Stefan Wassmann
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12:00 19.07.2019
Friedhofsgärtner Stefan Wassmann schneidet eine Hecke auf dem Friedhof Berenbostel. Quelle: Anke Lütjens
Berenbostel

Stefan Wassmann setzt den Helm mit den Ohrenschützern auf und wirft die Heckenschere an. Dann schneidet er ein Stück Hecke, deren Zweige zu lang geworden sind. Das ist nur eine seiner vielen Tätigkeiten auf dem Friedhof Berenbostel. Wassmann ist Landschaftsgärtner und kümmert sich sowohl um die Pflege dort, als auch um den etwas entfernt liegenden kleineren Stelinger Friedhof. „Ich arbeite gerne hier“, sagt der 46-Jährige. Wenn es personelle Engpässe gibt, hilft er auch auf dem Friedhof am Planetenring im Stadtteil Auf der Horst mit.

Friedhofgärtner fängt früh morgens an

Sein Dienst beginnt bereits früh, um 6.30 Uhr geht es los. Das heißt für Wassmann, früh aufzustehen, denn er muss noch mit dem Auto aus dem Wunstorfer Ortsteil Großenheidorn zu seinem Arbeitsplatz nach Berenbostel fahren. „Wenn Beisetzungen sind, hebe ich mit dem Friedhofsbagger die Gruften aus und verschließe sie wieder“, erzählt Wassmann. Er ist ein ruhiger Typ, der nicht viele Worte macht. Wassmann trägt eine grüne Arbeitslatzhose und ein schwarzes T-Shirt. Nach einem kurzen Schnack mit Kollegen kommt er zum Treffpunkt vor der Kapelle.

Friedhof ist rund sieben Hektar groß

Für das Gespräch setzen wir uns auf eine Bank unter einen schattigen Baum. „Ich kümmere mich um die Pflege des Friedhofs, schneide Hecken und mähe den Rasen“, sagt Wassmann. Seine Aufträge erhält er schriftlich von den Servicebetrieben. Außerdem hält er die Wege in Stand und wässert bei Trockenheit die jungen Bäume. „Zum Glück haben wir hier in Berenbostel einen großen Bestand an alten Bäumen“, sagt der Landschaftsgärtner. Der Friedhof ist rund sieben Hektar groß – alle Hände voll zu tun also für Wassmann und seine Kollegen.

Gärtner arbeitet seit 1997 auf dem Friedhof

Wassmann arbeitet seit August 1998 bei der Stadt Garbsen. „Ich habe meine Ausbildung bei den Servicebetrieben absolviert und bin nach meiner Bundeswehrzeit in die Friedhofskolonne reingerutscht“, erzählt der Großenheidorner. Seit 1997 arbeite er fest auf dem Berenbosteler Friedhof, so der Gärtner weiter. Zusammen machen wir uns auf den Weg zur Gerätehalle, wo neben dem Bagger auch ein kleiner Laster für die Arbeiten auf dem Friedhof steht. Auch die ganzen Gerätschaften, die die Gärtner für die Pflege benötigen, sind dort untergebracht. Wir machen Station an den Wahlurnengräbern, die bis zu vier Urnen aufnehmen können.

Sein Hobby ist die Feuerwehr

Wassmann erzählt vom Wandel der Bestattungskultur. „Als ich angefangen habe, hatten wir im Jahr 100 bis 120 Erdbestattungen. Heute sind es höchstens 50.“ Dafür habe die Zahl der Urnenbestattungen zugenommen. Nach dem Schneiden der Hecke geht es zurück zur Kapelle. „Dort werden gerade unsere Mitarbeiterräume saniert“, sagt Wassmann und zeigt auf die frisch gestrichenen Wände. Ein neuer Fußboden soll auch noch verlegt werden. Auch in der Kapelle hat sich inzwischen einiges getan. Wassmann zeigt auf die Wärmeschutzfenster sowie die sanierte Decke und die neue Beleuchtung.

Privat gärtnert der Großenheidorner eher wenig. Dafür hat er eine andere Leidenschaft: „Ich bin Stadtausbildungsleiter für die Wunstorfer Feuerwehren“, erzählt der 46-Jährige. Inzwischen ist es 15.15 Uhr – Feierabend für Wassmann und seinen Kollegen.

Serie: „Eine Stunde mit ...“

Ob Eisverkäufer, Geflüchteter, Künstleragentin, Landwirt oder Pastorin: In unserer Sommerserie „Eine Stunde mit ...“ wollen wir die Garbsener zum Gespräch treffen, sie kennenlernen und ihre Geschichten erzählen. Wir treffen Menschen in ihrem beruflichen Umfeld und zu Hause, wollen herausfinden, wie sie leben, was sie machen und was sie an der Stadt mögen. Unsere Reporter sind den ganzen Sommer lang unterwegs, um eine interessante, aufschlussreiche und spannende Stunde mit Ihnen zu verbringen.

Von Anke Lütjens

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