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Garbsen Eine Stunde mit Künstleragentin Mone Werner aus Altgarbsen
Aus der Region Region Hannover Garbsen Eine Stunde mit Künstleragentin Mone Werner aus Altgarbsen
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12:38 17.07.2019
"Ich versuche, Situationen so zu nehmen, wie sie sind": Seit 30 Jahren ist Mone Werner aus Altgarbsen selbstständige Künstleragentin. Seit neun Jahren ist sie auch Trauer- und Hochzeitsrednerin. Quelle: Ines Schiebler Photography
Altgarbsen

Bei Mone Werner gibt es erst einmal einen Kaffee und ein Stück Apfelkuchen. Dazu wird herzlich gelacht. Sie habe sich auf den Besuch gefreut, sagt sie. Und während Michael Bublé leise aus den Boxen klingt, kommt sie schnell auf ihre Arbeit zu sprechen. Denn das ein wenig versteckte Haus am Kochslandweg in Altgarbsen ist auch ihr Arbeitsplatz. Sie muss nur eine Treppe hinuntergehen. Dort ist ihr Büro – eine kleine Kreativschmiede, in der Konzepte für rauschende Firmenfeiern entstehen, Reden für freie Trauungen und einfühlsame Worte für Beerdigungen geschrieben werden.

„Ich arbeite schon immer selbstständig“, sagt die ausgebildete Moderatorin und Sprecherin. Sie liebe flache Hierarchien und sei sich selbst die beste Chefin. Die Arbeit als Justizbeamtin hat sie vor vielen Jahren an den Nagel gehängt. Ihr Verständnis von Gerechtigkeit sei einfach anders. Stattdessen modelte sie, spielte in Fernsehproduktionen wie dem „Tatort“ mit und stand als Moderatorin auf Bühnen. Und irgendwie sei eins zum anderen gekommen: Vor mehr als 30 Jahren gründete sie ihre Künstleragentur: Agentur Mone Werner. Und mit dieser will sie Momente schaffen, an die man sich erinnert.

2000 Künstler in der Kartei

Mone Werner hat eine Kartei von mehr als 2000 Künstlern im In- und Ausland, die sie für private Anlässe, Firmenevents und besondere Anlässe bucht. „Als ich die Agentur gegründet habe, gab es so etwas noch nicht“, sagt sie. Heute fände man Musiker, Tänzer, Künstler, Magier und DJs einfach so im Internet. „Damals musste man lange suchen.“ Wenn sie das Showkonzept für einen Kunden entwickelt hat, laufen bei der sympathischen Garbsenerin alle Fäden zusammen. Sie ist der Kopf des Abends, wenn Kunden wie die Gewerkschaft Verdi ihre Abschlusstagung im stilechten Ambiente der Fünfzigerjahre mit Tänzern, Artisten, Casinotischen und Saxofonisten ausrichtet, aber auch wenn in der Familie ein runder Geburtstag gefeiert wird.

Serie: „Eine Stunde mit ...“

Ob Eisverkäufer, Geflüchteter, Künstleragentin, Landwirt oder Pastorin: In unserer Sommerserie „Eine Stunde mit ...“ wollen wir die Garbsener zum Gespräch treffen, sie kennenlernen und ihre Geschichten erzählen. Wir treffen Menschen in ihrem beruflichen Umfeld und zu Hause, wollen herausfinden, wie sie leben, was sie machen und was sie an der Stadt mögen. Unsere Reporter sind den ganzen Sommer lang unterwegs, um eine interessante, aufschlussreiche und spannende Stunde mit Ihnen zu verbringen. ton

Werner muss auch bei großen Produktionen den Überblick behalten. Sie koordiniert das Team aus Technikern für Ton und Licht, hat Abläufe und Dekoration im Blick, kümmert sich liebevoll um den Backstage-Bereich der Künstler. Auch die sollen sich wohlfühlen. Und bei all der Anspannung sorgt sie gleichzeitig für gute Laune. „Mein Job ist es auch immer, Ruhe zu bewahren und nicht in Hektik zu verfallen.“ Fehlt eine Steckdose, muss sie schnell eine Lösung suchen. Manchmal steht sie dann sogar selbst noch auf der Bühne und führt als Moderatorin durch den Abend.

Jeder Tag sei anders, sagt die quirlige Frau, die in ihrer Freizeit auch mal im Garten die Seele baumeln lässt und sich aufs Surfbrett stellt oder die Inlineskates anschnallt. Urlaub hat sie seit fast sieben Jahren nicht mehr gemacht. Sie ist Single. „Der Anspruch wird nicht weniger“, sagt sie. „Viele Männer haben ein Problem damit, auf selbstbewusste und selbstständige Frauen in dieser Kombination zu treffen.“

Redakteurin Linda Tonn hat Mone Werner in ihrem Büro in Altgarbsen besucht. Quelle: Linda Tonn

Seit neun Jahren Trauerrednerin

Dass sie ihr Beruf erfüllt, spürt man sofort. „Reden und organisieren hat mir schon immer viel Spaß gemacht“, sagt sie. Seit etwa neun Jahren spricht sie nicht nur bei Firmenfeiern, sondern auch bei Hochzeiten und Trauerfeiern. Irgendwann habe sie jemand gefragt: „Mone, sprichst du eigentlich auch bei solchen Anlässen?“ Und dann hat sie es einfach versucht, hat sich in fremde Beerdigungen gesetzt, bei Trauungen gut aufgepasst und irgendwann die erste Rede gehalten. „Ich bin eine Macherin“, sagt sie. Lange über Pläne nachzudenken sei nicht ihr Ding.

Wie hält man zwischen rauschenden Festen, glücklichen Paaren, Tod und Trauer die Balance? „Das ist letztlich gar nicht so schwer, schließlich geht es immer um die Menschen – und auf die muss ich mich einstellen“, sagt Werner. Für viele sei die Trauerfeier ebenso bedeutsam wie die Trauung. „Und ich versuche, für den bestmöglichen Rahmen zu sorgen.“ Es gibt Tage, da spricht die fröhliche Garbsenerin auf zwei Beerdigungen und zwei Hochzeiten. „Das ist schon viel, da muss ich dann im Auto auch mal tief Luft holen und innehalten. Und manchmal gibt es in diesen Momenten auch eigene Tränen.“ Auf 40 Beerdigungen hat sie ihr Beruf in diesem Jahr schon geführt, dazu kommen etwa 35 Hochzeiten. Dieser große Spagat zwischen Künstleragentin, freien Trauungen und Beerdigungen sei aber auch ihr Alleinstellungsmerkmal.

Und dann zeigt die Garbsenerin noch ihr Büro eine Etage tiefer, an dessen hellgrünen Wänden Autogrammkarten von Künstlern, Fotos von Events und Feiern zu sehen sind. Ein Bild zeigt die gebürtige Ostfriesin mit dem ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder, auf einem anderen gibt sie dem Popkünstler Michael Jackson die Hand. „Das ist irgendwie schon verrückt“, sagt sie. Zum Abschied gibt es eine Umarmung. Sie sei eben ein Herzensmensch, sagt sie.

Weitere Informationen zu Mone Werner gibt es aufwww.monewerner.de. Sie ist erreichbar unter Telefon (05137) 127766.

„Garbsen ist unaufgeregt“

Ich lebe in Garbsen seit ...

... 2000.

Ich mag an Garbsen ...

... die Nähe zu Hannover. Gleichzeitig ist man schnell in der Natur. Die Stadt ist unaufgeregt, die Menschen freundlich. Und es gibt eine gute Infrastruktur mit Läden und Freizeitangeboten.

Das könnte man verbessern ...

... die Künstlerszene und die Angebote könnten innovativer und mutiger sein. Wir brauchen neue Konzepte für Veranstaltungen.

Von Linda Tonn

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