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Garbsen Für hunderte Garbsener Schüler beginnt das Abitur
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08:00 28.03.2019
"Ich bin froh, dass ich bald durch bin": Für die 17-jährige Deborah Curtius wird es ab dem 2. April ernst. Quelle: Linda Tonn
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„Bestehen ist das Ziel“, sagt Deborah Curtius, wenn sie an ihre Chemie-Prüfung denkt. Mehr will sie sich gerade nicht ausmalen, denn die Formeln rund um Atome und Moleküle gehören eher nicht zu ihren Stärken. Wie für viele hunderte Garbsener Schüler an den Gymnasien und der Integrierten Gesamtschule wird es jetzt ernst für die 17-jährige Schülerin am Geschwister-Scholl-Gymnasium. Denn am Donnerstag beginnen die Abiturprüfungen. Bis Mitte Mai wird Woche für Woche in mehrstündigen Prüfungen all das Wissen abgefragt, dass die Schüler in den vergangenen Jahren angesammelt haben. Die erste Prüfung ist Geschichte, Curtius hat mit dem Lernen noch bis zum kommenden Dienstag Zeit. Dann wird sie vier Stunden lang über der Chemieklausur brüten, einen Tag später folgt Latein – einer ihrer Leistungskurse. „Diese Prüfung dauert dann sechs Stunden.“

Prüfungen bis zum 22. Mai

Natürlich sei sie nervös, sagt die Gymnasiastin. Verrückt machen wolle sie sich aber nicht. Doch beim Gedanken an die Chemie-Klausur steigt die Angst dann schon ein wenig. Bereits im vergangenen Oktober hat sie angefangen Lernzettel zu schreiben, um den Stoff zu wiederholen. In einem Collegeblock hat sie wichtige Formeln bunt untermalt. Das wird sie in den verbleibenden Tagen immer wieder durchgehen. „Und am Wochenende werde ich dann noch mit einem Klassenkameraden zusammen lernen.“ 67 Schüler sind am Geschwister-Scholl-Gymnasium für das Abitur zugelassen. Am Dienstag hatten sie ihren letzten Schultag – nach 12 Jahren den vorerst letzten in ihrem Leben. „Und plötzlich ist man Abiturient“, sagt Curtius. So wirklich glauben kann sie es noch nicht. Bis Mitte Mai ist noch viel zu tun. Auf die Latein-Prüfung folgen Mathematik am 3. Mai, Englisch am 8. Mai und zwischen dem 20. und 22. Mai noch eine mündliche Prüfung in Geschichte. „Darüber denke ich jetzt aber noch gar nicht nach“, sagt die 17-Jährige.

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„Stimmung ist nicht angespannt“

Erst einmal wird sie am Dienstagmorgen ein wenig früher als gewöhnlich in der Schule sein. Die Prüfung beginnt um 8 Uhr, sie will sich nicht stressen müssen. Im Obergeschoss des GSG sind bereits die Räume für die Abiturienten vorbereitet. „Bitte Ruhe, Abitur!“ ist überall in den Gängen zu lesen. Ein Lehrer wird im Flur Aufsicht führen, weiß Curtius. Man höre viel, sagt sie – vom Proviant, den sich die Abiturienten zur Prüfung mitnehmen, von Zeitstress und Glücksbringern. „Meine Schwester hatte ganz viel Tee mit“, sagt Curtius, die über Essen und Getränke noch gar nicht nachgedacht hat. Das Lernen steht gerade im Mittelpunkt. Für ein Studium der Sprachtherapie in England braucht Curtius, die zweisprachig aufgewachsen ist, einen Schnitt von 1,8. „Im vergangenen Halbjahr hatte ich einen Notenschnitt von 1,7, aber man weiß ja nie, wie das Abitur so läuft.“ Im Vorabitur, das die Schüler mit auf die Prüfungsbedingungen im Abitur vorbereiten soll, ist die Schülerin gut mit den Aufgaben in Latein und Englisch klargekommen. Trotzdem sei sie einfach froh, wenn sie mit allem durch sei, sagt die 17-Jährige. Die Sorge, das Abitur nicht zu bestehen, habe aber fast niemand im Jahrgang: „Die Stimmung ist nicht besonders angespannt.“

Der diesjährige Abiturjahrgang ist ein besonderer Jahrgang: „Wir sind die letzten Schüler, die als G8 nach 12 Jahren das Abitur machen“, sagt Curtius. Der erste Jahrgang hatte 2011 das sogenannte „Turboabitur“gemacht. Sie findet es gut, dass die kommenden Jahrgänge wieder mehr Zeit haben. „Einige von uns sind auch mit Abi in der Tasche zu jung, um etwa einen Freiwilligendienst zu machen oder mit Work and Travel ins Ausland zu gehen.“ Curtius hat Glück: Am Tag des Abiballs Ende Juni wird sie 18. „Und dann fängt ja auch irgendwie das Leben an. So sagt man es jedenfalls.“

Von Linda Tonn