Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Garbsen Igelbabys wachsen im Schulgarten auf
Aus der Region Region Hannover Garbsen Igelbabys wachsen im Schulgarten auf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 26.08.2018
Gut geschützt unter Blättern säugt die Igelmutter ihren Nachwuchs. Quelle: Gerko Naumann
Anzeige
Garbsen-Mitte

Die Jungen und Mädchen der Natur-AG an der Grundschule haben seit den Sommerferien eine verantwortungsvolle Aufgabe. Sie kümmern sich um eine Igelmutter und deren sechs Neugeborene, die es sich in einem mit Laub gefüllten Häuschen gemütlich gemacht haben. Dagmar Strube vom Naturschutzbund Garbsen, die die AG leitet, hat die Tiere kurz vor Ende der Sommerferien entdeckt.

„Eigentlich wollte ich das Laub wegharken, da hat sich etwas bewegt“, berichtet sie. Daraufhin habe sie die Behausung unberührt gelassen und jeweils eine Schüssel mit Wasser und Trockenfutter für die Mutter hingestellt. Die hat sie mit einem Brett und Ziegelsteinen abgedeckt – „damit die Katzen den Igeln die Nahrung nicht wegnehmen.“

Anzeige

Seitdem fühlen sich die tierischen Bewohner sichtlich wohl. „Die Mutter scheint mir ganz entspannt zu sein“, sagt Strube. Damit die Tiere nicht gestört werden, hat sie mit den Schülern ein Schild gebastelt. Darauf steht, dass momentan niemand den Garten betreten darf. Das gilt natürlich nicht für die Natur-AG, die sich regelmäßig trifft, um den Garten zu pflegen und Futter für die Tiere bereitzustellen.

Genau das rät die Naturexpertin auch Gartenbesitzern, die auf ihrem eigenen Grundstück Igel entdecken. „Das ist zu dieser Jahreszeit nicht unwahrscheinlich, weil die Mütter jetzt Junge bekommen“, sagt Strube. Das Wichtigste sei, dass Menschen die Neugeborenen nicht anfassen. Sonst bestehe die Gefahr, dass die Mutter vom Geruch irritiert sei und sich nicht mehr um den Nachwuchs kümmere. Deshalb benutzt Strube bei der Arbeit im etwa 40 Quadratmeter großen Schulgarten derzeit immer Handschuhe.

Außer der Igelfamilie haben dort auch zahlreiche Insekten und Vögel ein Zuhause gefunden. Dazu bauen die jungen Naturfreunde Kartoffeln und Bohnen an, kümmern sich um einen Komposthaufen und pflegen einen sogenannten Fühlpfad. „Die Schüler setzen sich vorbildlich für den Naturschutz ein“, lobt Strube.

Die Schüler der Natur-AG unterstützen Dagmar Strube bei der Pflege des Schulgartens. Quelle: Gerko Naumann

Von Gerko Naumann