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Garbsen Land gibt Geld für Leinestraße frei
Aus der Region Region Hannover Garbsen Land gibt Geld für Leinestraße frei
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00:20 21.11.2018
Gehweg statt Graben: Rechts der Leinestraße in Stelingen entsteht ein Weg für Fußgänger und Radfahrer. Quelle: Jutta Grätz
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Stelingen

Das Land gibt das Geld frei für den Bau des Geh- und Radweges an der Leinestraße in Stelingen. Das hat die Landtagsabgeordnete Editha Westmann (CDU) am Donnerstag mitgeteilt. Das umstrittene Bauwerk soll 575.000 Euro kosten. 215.000 Euro trägt das Land. Etwa die gleiche Summe teilt sich auf 45 Grundstückseigentümer nördlich und südlich an der Leinestraße auf, pro Quadratmeter Grundstück etwa 6,60 Euro.

Als Schulweg nicht zu benutzen

Seit 2012 verfolgt die Stadtverwaltung konkrete Planungen. Die Forderung des Ortsrates ist schon viel älter, weil sich Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger die viel befahrene Straße teilen müssen. Das Gefahrenpotenzial ist erheblich, Unfälle sind trotzdem selten. Als Schulweg ist die Leinestraße nicht nutzbar. Der Umbau zwischen Zehntweg und Weidenkamp sollte anfangs 270.000, dann 460.000 Euro kosten. Danach stellten Gutachter unter anderem fest, wie schlecht der Untergrund tatsächlich ist und dass Erde in größerem Umfang gegen Sand ausgetauscht werden muss. Die Kosten stiegen, ein Teil der Anlieger erhob Widerspruch.

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Anlieger zahlen 35 Prozent

Die Stadt war allerdings bei der Berechnung der Anliegerbeiträge „an die untere Grenze“ gegangen: Würde die Stadt nur einen Gehweg bauen, wäre dies zwar insgesamt günstiger. Anlieger hätten aber 50 Prozent der Kosten getragen, weil sie die Hauptnutznießer sind. Beim Bau eines Rad- und Fußweges sinkt ihr Anteil auf 35 Prozent. Der Zuschuss des Landes fällt außerdem höher aus. Nach der Zusage des Landes am Donnerstag kann der Bau 2019 beginnen, die Planungen sind abgeschlossen. Im Haushalt der Stadt ist die Bausumme einkalkuliert.

Stelinger gründen Interessengemeinschaft

Der Ortsrat war bereits am Mittwoch kurz über den Landeszuschuss informiert worden. Am Donnerstag hatten sich rund 60 Stelinger im Sporthof getroffen. Sie wollen etwas tun gegen die Verkehrsbelastung und haben die „Interessengemeinschaft zur Verkehrssituation in Stelingen“ gegründet. Die Leinestraße war auch dort Thema.

Anlieger und Ortsrat fordern zum einen Tempo 30 auf fast der gesamten Leinestraße von der Engelbosteler Straße bis zum Ortsausgang. Sie fordern aber auch den lange geplanten Geh- und Radweg. „Wenn ich nicht gewusst hätte, dass dieser Weg gebaut wird, hätten wir hier kein Haus gebaut“, sagte eine Mutter. Eines ihrer Kinder kommt 2019 in die Schule und hätte die Leinestraße nicht als Weg zur Schule nutzen können. Zweites großes Anliegen der Gemeinschaft ist die Verlängerung der Tempo-30-Zone im Bereich der Schule von 90 auf 300 Meter.

Von Markus Holz