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Garbsen Land ehrt Jugendvarieté TTA für erfolgreiche Integrationsarbeit
Aus der Region Region Hannover Garbsen Land ehrt Jugendvarieté TTA für erfolgreiche Integrationsarbeit
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19:08 27.08.2019
Die Träumer, Tänzer und Artisten mit ihrer Auszeichnung und Jurymitglied Sabina Kaluza (links). Quelle: Katharina Hemmer
Garbsen/Hannover

Das ist die bisher bedeutendste Auszeichnung für Garbsens Kinder- und Jugendvarieté „Träumer, Tänzer und Artisten“ (TTA): Der Verein ist neben drei weiteren Vereinen mit dem Integrationspreis des Landes Niedersachsen geehrt worden. Ministerpräsident Stephan Weil und Doris Schröder-Köpf, niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, dankten den Preisträgern am Montagabend in Hannover.

160 Bewerber wollen den Preis

Das Land dotiert seinen Wettbewerb mit 24.000 Euro, je 6000 pro Preisträger. Das Bündnis „Niedersachsen packt an“ lobt zusätzlich einen Sonderpreis in Höhe von 6.000 Euro aus. Die Preise wurden zum zehnten Mal verliehen. Aufgabe der Jury in diesem Jahr: Aus 160 Bewerbern die höchsten Leuchttürme zum Thema „Integration in Bewegung – Flüchtlinge mitten im Sport, mitten im Leben“ zu finden. TTA ist einer von ihnen. Zur Jury zählen neben Schröder-Köpf auch Pastor Henning Busse sowie Nariman Hammouti-Reinke, Sabina Kaluza, Hannover-96-Trainer Mirko Slomka, Pablo Thiam und Andreas Toba.

Mit einer Jonglierkiste fing alles an

Die Gruppe um die Vereinsspitze Holger Leister und Lars Blume kam mit Trainern und einigen Mitgliedern zur Preisverleihung. Die Koordinatorin des evangelischen Flüchtlingsnetzwerkes Garbsen-Seelze, Rebekka Hinze, hatte TTA vorgeschlagen. Seit dem Jahr 2016 arbeitet sie mit TTA-Chef Holger Leister zusammen. „Er hat Kooperationspartner gesucht, weil er eine Jonglierkiste in einer der Gemeinschaftsunterküfte in Garbsen bringen wollte. Damit fing alles an“, erzählte Hinze.

Holger Leister packt einfach an

„Seitdem TTA Flüchtlingsarbeit macht, ist Holger Leister da. Er macht viel über die Trainingszeiten hinaus, organisiert Wohnungssuchen und Deutschkurse. Er ist einfach da und packt an“, sagte Hinze. Die Träumer, Tänzer und Artisten bekamen ihren Preis von der Juniorpräsidentin des Verein KreativRegion, Sabina Kaluza. Sie betonte in ihrer Rede, dass der Verein das Selbstvertrauen der Kinder in ihre eigenen Fähigkeiten stärke und ein intensives Miteinander fördere. Zudem funktioniere das Training auch ohne eine gemeinsame Sprache.

„Unsere Trainer- und Mitgliedergruppe hat die Integrationsarbeit gemacht, wir als Vorstand haben nur die Grundlagen geschaffen“, sagte Lars Blume. Von den 76 Mitgliedern haben rund 40 Prozent einen Migrationshintergrund.

„Bei TTA bin ich frei“

Hassan Moheb Adin ist 27 Jahre alt und seit August 2017 bei TTA. „Die Artisten sind eine Familie für mich. Wir verbringen nicht nur beim Training Zeit miteinander, sondern treffen uns auch privat“, sagte er. Naima ist 16 Jahre alt und ebenfalls seit zwei Jahren im Verein. „Für mich ist TTA ein Ort, an dem ich Spaß habe und frei bin. Hier sind meine Freunde“, sagte sie.

„Ende Mai haben wir erfahren, dass wir gewonnen haben“, erzählt Holger Leister. „Wir mussten die E-Mail dreimal lesen, bis wir es begriffen hatten. Es ist eine große Ehre, wir sind immer noch sehr erschlagen. Es hat uns sehr gefreut.“ Einen Teil des Geldes wird der Verein in die Fortbildung seiner Trainer investieren, vor allem für die Zusammenarbeit mit Geflüchteten.

Sportvereine leisten Integrationskultur

Mit der Preisverleihung dokumentiere das Land Niedersachsen, wie wichtig Sportvereine für die Integration sind, sagte Ministerpräsident Weil. „Zugang zur neuen Heimat zu finden, gelingt im Sport am besten. Es ist ein wichtiger Bereich, den wir heute in den Mittelpunkt stellen“, betonte er. An der Integrationskultur beantworte sich die Frage, „ob unsere Gesellschaft hier auch in Zukunft Erfolg haben kann. Ehrenamtliche Flüchtlingshelfer sind die besten Beispiele. Leider müssen sie sich heutzutage immer häufiger für ihren Einsatz rechtfertigen“, sagte Weil.

Den Bericht mit Nennung aller Preisträger lesen Sie hier.

Von Katharina Hemmer

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