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Garbsen Trockenheit: Diese Verluste drohen Landwirten bei der Ernte
Aus der Region Region Hannover Garbsen Trockenheit: Diese Verluste drohen Landwirten bei der Ernte
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06:00 11.10.2019
„Wir wissen nicht, was auf uns zukommt“: Landwirt Thomas Balke aus Horst vor einem seiner Felder in Schloß Ricklingen. Quelle: Gerko Naumann
Horst

Die Ernte in Garbsen wird in diesem Jahr erhebliche Einbußen von durchschnittlich 20 bis 25 Prozent für die Landwirte bringen. Aber sie fällt damit immerhin nicht ganz so schlecht aus wie befürchtet – und zumindest etwas besser als die Ernte nach dem sogenannten Jahrhundertsommer 2018. Damals hatten die Bauern wegen der anhaltenden Trockenheit mit bis zu 40 Prozent weniger Ertrag zu kämpfen.

Auf dem Acker von Landwirt Thomas Balke wird derzeit der Weizen ausgesät. Quelle: Gerko Naumann

Zu diesen Ergebnissen kommt Thomas Balke aus Horst, der als Bezirkslandwirt auch Interessenvertreter für seine Kollegen in Garbsen ist. Der 47-Jährige hat sich mit seinem Betrieb, den er 2003 von seinem Vater übernommen hat, auf Ackerbau spezialisiert. Deshalb ist er selbst konkret von den Verlusten durch die Trockenheit der vergangenen beiden Sommer betroffen. „Eigentlich hat die Misere allerdings schon 2017 angefangen“, sagt Balke. „Das war ein ganz mieses Jahr.“

Misere begann schon 2017

Die Ursache für die schlechte Ernte war damals allerdings nicht die Trockenheit der folgenden Sommer 2018 und 2019, sondern der ständige Regen. „Es stand alles unter Wasser“, sagt Balke. Und das hatte weitreichende Folgen: Im Frühjahr 2018 entwickelten die Pflanzen auf dem Feld viel zu kurze Wurzeln, weil ja scheinbar genügend Wasser im Boden vorhanden war. „Als dann die Trockenheit kam, sind viele Pflanzen verdörrt.“ Im Sommer 2019 war der Boden dagegen von vornherein so trocken, dass sich die „Pflanzen selbst geholfen“ und längere Wurzeln entwickelt haben. Deshalb sei das Wachstum – und damit die Ernte – in diesem Jahr „noch relativ stabil“ geblieben, wie es Balke ausdrückt.

Landwirt Thomas Balke (von links) spricht mit seinem Mitarbeiter Steffen Dröge und dem Praktikanten Franz Hellwig. Quelle: Gerko Naumann

Der 47-Jährige spricht oft mit Kollegen und kennt deren Sorgen: „Noch weitere solch schlechter Ernten kann sich auf Dauer kaum jemand leisten“, sagt er. Denn: Die Kosten bleiben für die Bauern stabil – egal wie hoch die Einnahmen sind. Wird denn nun durch den Klimawandel alles noch schlimmer? „Nicht unbedingt“, sagt Balke. „Die Natur kann so viel.“ Sie sei auch in der Lage, auf Veränderungen zu reagieren. Und außerdem: „Es hat auch schon früher sehr trockene Sommer gegeben, auch mehrmals hintereinander“, sagt Balke. Als Landwirt sei er auch Unternehmer, der dafür verantwortlich sei, auch für schlechtere Jahre vorzusorgen. Eindeutig zugenommen haben seiner Beobachtung nach hingegen Unwetter, bei denen in kurzer Zeit viel Niederschlag herunterkommt. „Das hat schon etwas mit dem sich verändernden Klima zu tun“, sagt Balke.

Prognose? Unmöglich!

Und was erwartet der Landwirt nun für den nächsten Sommer? „Wir wissen nicht, was auf uns zukommt“, sagt er. Derzeit wird auf seinen Feldern etwa das Getreide ausgesät, das ab Juli 2020 geerntet werden soll. Halbwegs verlässliche Wetterprognosen seien jedoch lediglich für die nächsten 14 Tage möglich. Einen Wunsch hat der Landwirt jedoch, dem sich vermutlich viele seiner Kollegen anschließen würden: „Wir brauchen Niederschlag. Ein nasser Winter wäre toll, damit sich der Wasserstand im Boden wieder auffüllt.“

Auf den Feldern von Landwirt Thomas Balke aus Horst wird derzeit der Weizen gesät, der im nächsten Sommer geerntet werden soll. Er hofft wie seine Kollegen auf einen regenreichen Winter.

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