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Garbsen Landwirt aus Osterwald züchtet seltene Rinderrasse
Aus der Region Region Hannover Garbsen Landwirt aus Osterwald züchtet seltene Rinderrasse
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00:18 07.04.2019
Landwirt Karsten Nordmeyer aus Osterwald züchtet die seltene Rinderrasse Rotes Höhenvieh. Quelle: Gerko Naumann
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Osterwald

Rinder faszinieren Karsten Nordmeyer aus Osterwald Oberende schon seit seiner Kindheit. Seit sechs Jahren hält sich der Landwirt eine besondere Rasse, die bereits als ausgestorben galt: Das Rote Höhenvieh stammt ursprünglich aus dem Harz. „Ich habe mit drei Tieren angefangen, mittlerweile sind es 42“, sagt Nordmeyer. Damit sei seine Herde die größte in der Region Hannover. Die jüngsten Kälber sind erst wenige Tage alt und jetzt schon ein beliebter Blickfang für Spaziergänger. „Viele Leute halten an, machen Fotos und fragen mich, was das für Kühe sind“, berichtet der Landwirt.

Rotbraunes Fell ist das Markenzeichen

Auffällig sind die Rinder vor allem wegen ihres Markenzeichens – das rotbraune Fell, das der Rasse ihren Namen eingebracht hat. Nordmeyer schätzt die Tiere aber vor allem für ihren ausgeglichenen und ruhigen Charakter: „Sie verhalten sich meist sehr relaxed und sind genügsam“, sagt er. Mit ihren durchaus beeindruckenden Hörnern können sie aber auch austeilen, wenn es nötig ist. Je länger die Hörner sind, desto höher steht der Träger in der Rangordnung. Auf der Wiese in Osterwald hält sich der Konkurrenzkampf aber in Grenzen, dort gibt es genügend Gras für alle.

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Mit ihren Hörnern können sich die Rinder notfalls verteidigen. Quelle: Gerko Naumann

Fleisch gilt als Delikatesse

Nordmeyer melkt seine seltenen Kühe nicht, für die Milchproduktion seien andere Rassen einfach besser geeignet. Er züchtet die Tiere vor allem wegen des bei Kennern beliebten Fleisches: „Bei einem Wettbewerb wurde das Rote Höhenvieh 2017 als Geschmackssieger gekürt“, sagt Nordmeyer. Seine Herde betrachtet er allerdings nicht in erster Linie aus kommerzieller Sicht. Der Landwirt hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine „alte niedersächsische Rasse zu erhalten“ – und damit einen Beitrag zur Artenvielfalt zu leisten. Das Rote Höhenvieh galt seit Anfang der Siebzigerjahre als ausgestorben. Erst 1984 entdeckten Experten in Hessen zufällig tiefgefrorene Samenportionen eines später legendären Bullen namens „Uwe R12“. Daraufhin suchten sie noch lebende weibliche Tiere mit Höhenviehblut und züchteten neue Nachkommen.

"Er hat jetzt Pause": Der etwa 1000 Kilogramm schwere Zuchtbulle steht auf einer anderen Weide als die Kühe und Kälber. Quelle: Gerko Naumann

Ganz so legendär ist der Zuchtbulle von Nordmeyer noch nicht. Reichlich Nachwuchs hat das Schwergewicht (mehr als 1000 Kilogramm) aber auch schon gezeugt. Momentan darf er sich davon auf einer separaten Wiese bei einem Nachbarn ausruhen. „Momentan besteht sein Tag nur aus schlafen und fressen. Ab Juli darf er sich dann wieder mit den Kühen paaren“, kündigt der Landwirt an.

Weitere Berichte aus Garbsen finden Sie auf unserer Seite haz.de/garbsen.

Von Gerko Naumann