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Garbsen Mieterin in Havelse hat immer wieder kein Gas und Wasser
Aus der Region Region Hannover Garbsen Mieterin in Havelse hat immer wieder kein Gas und Wasser
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00:15 08.06.2019
Nicole Leibold zeigt auf die Stelle, wo der Gaszähler gehangen hat. Quelle: Anke Lütjens
Havelse

Nicole Leibold ist verzweifelt: Seit sie im Dezember 2017 in ihre Zweizimmerwohnung in einem Mehrfamilienhaus in Havelse eingezogen ist, fallen immer wieder Heizung und damit auch die Warmwasserzufuhr aus. Nach dem Einbau eines neuen Zählers und komplett neuer Leitungen Ende Mai lief die Heizung für drei Tage, dann fiel die erst im vorigen Jahr eingebaute neue Therme erneut aus. Der Grund: hohe Abgaswerte. Der Gipfel für Leibold ist aber, dass sie von Januar 2018 bis Ende Mai 2019 rund 31.000 Kilowatt Gas verbraucht haben soll – für Gas, das in ihrer Wohnung größtenteils wohl gar nicht ankam.

Gaszähler wurde abgebaut

Techniker der Stadtwerke und einer Firma stellten eine undichte Gasleitung nahe dem Zähler fest, legten die Leitung still und bauten den Gaszähler ab – ohne sie zu informieren, wie Leibold sagt. „Wenn jemand mit einer Zigarette in den Keller gegangen wäre, hätten wir vielleicht alle in die Luft fliegen können“, befürchtet die Garbsenerin. Trotzdem muss sie erstmal höhere Abschläge zahlen und die Rechnung in Raten abstottern. „Normal für eine 56 Quadratmeter große Wohnung wären in dem Zeitraum 12.000 Kilowatt“, sagte sie. Das hätten ihr Mitarbeiter der Stadtwerke bestätigt.

Heizung fällt immer wieder aus

Von Anfang an war bei ihrer Erdgeschosswohnung offenbar der Wurm drin. Leibold konnte erst verspätet in die Wohnung einziehen, weil es einen Wasserschaden gab. Der Hausverwaltung, die das Haus für den Besitzer verwaltet, hat sie immer wieder mitgeteilt, dass es in der Wohnung nur 14 Grad „warm“ ist, die Heizung immer wieder ausfällt, die Armaturen kaputt sind, es immer wieder Kurzschlüsse gab und Abflüsse verstopft sind. Wegen der Mängel minderte sie erstmals im März 2018 die Miete, das ist bis heute wiederholt geschehen. „Im Mai vorigen Jahres habe ich dann den Mieterbund eingeschaltet“, sagt Leibold.

Das rät der Deutsche Mieterbund

Die gute Nachricht vorweg: Etwa 98 Prozent der Streitigkeiten zwischen Mietern und Vermietern lassen sich außergerichtlich klären. Diese Zahl nennt Reinold von Thadden, er ist Justiziar beim Landesverband Niedersachsen/Bremen des Deutschen Mieterbundes. Er rät Mietern, dem Vermieter frühzeitig und möglichst präzise mitzuteilen, wenn sie Mängel in ihrer Wohnung feststellen. „Gerade größere Schäden sollte man gut dokumentieren, etwa mit Fotos und sich Zeugen dazuholen“, sagt der Experte.

Der Vermieter sei dann in Pflicht, die Wohnung wieder in den Zustand zu bringen, der im Mietvertrag vereinbart worden ist. Andererseits muss der Mieter auch zeitnah handeln – bevor sich etwa Schimmel weiter ausbreitet. Wenn sich abzeichnet, dass es zum Streit zwischen den Parteien kommt, hilft der Mieterbund. „Am besten ist, kühlen Kopf zu bewahren und den Streit nicht eskalieren zu lassen“, sagt von Thadden.

Mieterin stellt Schimmel fest

Als die neue Therme eingebaut war, habe sie in der Hoffnung auf Besserung wieder ihre ganz normale Miete bezahlt. Anfang dieses Jahres stellte Leibold Schimmel in der Wohnung fest. „Die Hausverwaltung warf mir vor, falsch zu heizen“, sagt sie. Die drohte ihr bei Mietminderungen immer wieder mit Klage durch Immobilienanwälte in Hannover. „Ich habe schon so eine dicke Akte wegen des ganzen Schriftverkehrs. Ich kann alles belegen.“ Die Hausverwaltung wisse seit mehr als einem Jahr von ihren Problemen, schickte auch immer wieder Handwerker. Doch sie könne sich nicht immer frei dafür nehmen, weil sie arbeiten müsse, sagt die Pflegerin. „Über den Abbau des Gaszählers bin ich gar nicht informiert worden. Ich dachte erst, der wäre geklaut worden.“, sagt sie.

Hausverwaltung äußert sich nicht

Leibold will die Miete für Juli bis auf einen Euro einstellen, bis die Höhe der Schadensersatzleistung festgelegt ist. Sie setzt darauf, dass die Hausverwaltung oder der Eigentümer die aus ihrer Sicht überteuerte Gasrechnung bezahlt. Außerdem will sie einen Gutachter wegen des Schimmels beauftragen. Hausverwalterin Miriam Natter will sich auf Nachfrage nicht zu einzelnen Mietverhältnissen äußern. Sie sagt nur so viel: „Mieter müssen sich an Termine mit Handwerkern halten. Es ist schwierig genug, welche zu bekommen.“

Von Anke Lütjens

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