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Garbsen Migrantinnen lernen Radfahren mit der Stiftung Help
Aus der Region Region Hannover Garbsen Migrantinnen lernen Radfahren mit der Stiftung Help
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00:18 18.04.2019
Amina Youssef (rechts) lernt im Kurs der Stiftung Help Radfahren. Quelle: Anke Lütjens
Auf der Horst

„Der erste Tag war die Katastrophe“, sagt Amina Youssef. Die aus Syrien geflüchtete Frau nimmt in dieser Woche an einem Radfahrkurs der Stiftung Help teil, den diese regelmäßig in den Osterferien und in den Herbstferien für Migrantinnen anbietet. Auf dem Hof der Grundschule Saturnring drehen acht Frauen vorsichtig ihre Runden. Alle hätten probiert mit dem Rad zu fahren, sagt Youssef. Nur sie habe sich nicht getraut. „Ich hatte noch meinen Unfall vor einem Jahr im Kopf“, sagt die 47-Jährige. Dabei habe sie sich den Arm gebrochen, musste zwei Mal operiert werden und blieb zehn Tage im Krankenhaus. Nach dem ersten Widerstand musste Youssef dann aber aufs Rad. „Alle haben mir geholfen“, sagt sie. Zu den Helfern gehören Frauen der Stiftung Help sowie Gabi Lambrecht, Manfred Kern, Wilfried Stelter und Werner Meyer vom Fahrradklub ADFC. Sie absolvieren den praktischen Teil mit den Frauen. Am ersten Tag steht für die Teilnehmerinnen Verkehrserziehung mit dem Kontaktbeamten der Polizei, Guido Parbs, auf dem Stundenplan. Mittlerweile dreht Youssef auf dem Rad schon recht sicher ihre Runden.

Radfahren bedeutet ein Stück Freiheit

„Ich habe schon als Kind davon geträumt, mit dem Rad zu fahren“, erzählt die 47-jährige Mutter von zwei Kindern. Doch das sei in ihrem Kulturkreis nicht üblich. Daher will sie es nun in ihrer neuen Heimat unbedingt lernen. Das Radfahren bedeute ein Stück Freiheit und Unabhängigkeit für sie. „Ich werde dadurch auch selbstständiger“, sagt die frühere Französischlehrerin. Als sie vor drei Jahren als Geflüchtete in Garbsen ankam, habe sie wegen der schrecklichen Bilder und Erlebnisse psychologische Hilfe in Anspruch nehmen müssen. „Die Psychologin hat mir empfohlen, etwas zu machen, was mich ablenkt“, sagt Youssef. Jetzt freue sie sich darauf, mit dem Rad zum Einkaufen zu fahren und Ausflüge in die Natur zu unternehmen.

Zu Beginn üben die Frauen mit dem Roller, damit sie ein Gefühl für die Balance bekommen. „Da habe ich Mut gefasst“, sagt Youssef, die in Altgarbsen wohnt. Danach geht es dann aufs Rad – zunächst mit Unterstützung der Helfer, die nebenher laufen. Gelernt werden Auf- und Absteigen, Bremsen, Kurven fahren und Handzeichen geben. Am Mittwoch werden sie sich in den Straßenverkehr wagen und einen Ausflug in ein Café unternehmen. „Am Donnerstag, 18. April, schließen wir den 14. Radfahrkurs mit der Vergabe der Zertifikate ab“, sagt Andrea Griesel von der Stiftung Help. Dann bereiten die kurdischen, syrischen und türkischen Frauen ein Büfett für ihre Gäste vor.

Info: Da die Teilnehmerinnen oft keine eigenen Fahrräder haben, mit denen sie das Gelernte verfestigen können, ist die Stiftung auf gespendete Räder angewiesen. Wer ein Rad abzugeben hat, kann sich bei Griesel per Mail an griesel@stiftung-help.de melden.

Von Anke Lütjens

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