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Garbsen Nachfrage bei der DRK-Kleiderkammer steigt
Aus der Region Region Hannover Garbsen Nachfrage bei der DRK-Kleiderkammer steigt
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17:40 14.02.2019
An den Ausgabetagen haben die ehrenamtlichen Helfer in der Kleiderkammer des DRK besonders viel zu tun. Quelle: Sebastian Stein
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Auf der Horst

 Am Ausgabetag wird es in der Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuz (DRK) ziemlich eng. Neben den vier Ehrenamtlichen halten sich dann auch noch die Kunden dort auf. Der Sortierraum am Planetenring ist zwar spärlich eingerichtet, quillt aber fast über vor Kleidung. Doch das ist nur eine Momentaufnahme. Nach jeder Ausgabe mittwochs von 14 bis 17 Uhr müssen die Mitarbeiter die grauen Schränke wieder auffüllen. Denn die Nachfrage nach gebrauchter Kleidung steigt. „2018 haben die Ehrenamtlichen 1273 Mal Kleidung an Erwachsene ausgegeben“, sagt die Leiterin Elisabeth Celik. Das sind 257 Ausgaben mehr als 2017. Auch bei den Ausgaben für Kinder gab es eine Steigerung von mehr als 35. Ob dieselben Kunden vermehrt kommen oder ob es mehr Bedürftige gibt, kann Celik nicht zu sagen. Denn wer genau und wie oft zur Kleiderkammer kommt, erhebt das DRK nicht, auch wenn Celik viele ihrer Kunden kennt. Die beiden großen Gruppen seien Menschen, die Arbeitslosengeld bekommen, und Geflüchtete. Auch einige wenige Rentner seien dabei, sagt sie.

DRK-Kleiderkammer verteilt Kleidung kostenlos

Vor einer Ausgabe vereinbaren die Kunden mit Celik einen Termin, bei dem auch die Bedürftigkeit nachgewiesen werden muss. Bedürftige erhalten dann kostenlos Kleidungsstücke, die zuvor in der Kammer oder in den Kleidercontainern des DRK abgegeben worden. Entpuppten sich Dinge als Ladenhüter würden sie weiterverkauft und das Geld für Weiterbildungszwecke oder die Bereitschaftstruppe eingesetzt, sagt der Garbsener DRK-Vorsitzende Rolf Posor.

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Kleiderkammer des DRK Garbsen mit Engagierten und dem Vorsitzenden Rolf Posor Quelle: Sebastian Stein

Für den Handel mit Altkleidern gibt es einen Markt, auf dem das auch gemeinnützige Einrichtungen wie das DRK mit kommerziellen Anbietern konkurriert. Diese haben in Garbsen das gleiche Recht, ihre Container an den von der Stadt dafür vorgesehenen Plätzen aufzustellen. Entschieden werde dann jährlich per Losverfahren, sagt Posor. Die Umstellung des Systems hatte dem DRK zunächst Schwierigkeiten bereitet. „Glücklicherweise haben die Menschen es aber schnell gemerkt, wem welche Container gehören“, sagt Posor. Viele seien danach direkt zur Sammelstelle am Planetenring gekommen. Nichtsdestotrotz sucht das DRK nach weiteren Plätzen: „Wir würden uns wünschen, dass Leute Container auf ihre Privatgrundstücke stellen.“

Dass viele Kleidung direkt bei der Kleiderkammer abgegeben werde, habe einen positiven Nebeneffekt, meint Posor. „Was vor Ort abgegeben werde, hat eine viel bessere Qualität.“ Manchmal seien die Sachen sogar frisch gewaschen und gebügelt. Im Kleidercontainer hingegen hätten die Ehrenamtlichen hier und da weniger schöne Anblicke, sagt Celik. „Wir hatten schon Hausrat, Müll und sogar vollgekackte Windeln.“.

Wenn die Kleider einmal nicht direkt zur Kammer gebracht werden können, kommt er vor, dass Celik sie auch abholt. Etwa zehn Stunden Arbeit fallen in der Kleiderkammer pro Woche an. 2018 haben alle Ehrenamtlichen des DRK allein für die Kleiderkammer zusammen 3400 Stunden investiert.

Das sind die Standorte der DRK-Kleidercontainer

DRK-Zentrum, Planetenring 10; Feuerwache Havelse, An der Feuerwache; DRK Seniorenzentrum, Kochslandweg 29; Küchenstudio Garbsen, Alte Ricklinger Straße 34; Gegenüber des Planetencenters, Planetenring 66; Total Tankstelle Berenbostel, Osterwalder Straße 63; Obi Markt Garbsen, Berenbosteler Straße 76.

Von Sebastian Stein