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Garbsen Neben der Gaststätte Zur Linde entstehen zwei Wohnhäuser
Aus der Region Region Hannover Garbsen Neben der Gaststätte Zur Linde entstehen zwei Wohnhäuser
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17:53 14.07.2019
Die Nebengebäude des ehemaligen Gasthauses Zur Linde sind bereits abgerissen. Auf dem Gelände entstehen Mehrfamilienhäuser. Quelle: Anke Lütjens
Schloß Ricklingen

Ein Bagger hat im Mai und Juni auf dem Gelände des Gasthauses Zur Linde an der Burgstraße die Nebengebäude der früheren Gaststätte abgerissen. Auf der rund 2900 Quadratmeter großen Fläche entstehen zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 15 Wohnungen. Dafür sei bereits ein Bauantrag gestellt worden, sagte Dirk Perschel, Leiter des Fachbereichs Bauberatung und Verkehr, im März bei einer Sitzung des Ortsrates. Letzterer hatte früher oft in dem alten Gasthaus getagt. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude der früheren Gaststätte bleibt allerdings stehen.

Denkmalgeschütztes Gebäude wird saniert

Die Verwaltung hat bislang noch keine Baugenehmigung erteilt, weil noch Unterlagen des Bauherren fehlen – wer dort investiert und baut, darf die Stadtverwaltung aus Datenschutzgründen nicht mitteilen. Klar ist, dass auch der denkmalgeschützte Teil der Gaststätte nach einer Sanierung als Mehrfamilienhaus genutzt werden soll. Das Gasthaus an der Burgstraße stand rund zwei Jahre lang leer, der vorherige Besitzer soll in einem Heim leben.

„Das werden bestimmt hochpreisige Wohnungen“, befürchtet Veronika Heinemann, die das älteste Haus in Schloß Ricklingen bewohnt. Sie verbindet viele Erinnerungen an Faschingsfeiern und Feste zum Tanz in den Mai mit der Linde. „Außerdem haben wir im Saal, der aus den Fünfzigerjahren stammt, geturnt“, sagt sie. Auch das Schloß Ricklinger Urgestein Willi Thiele hat Erinnerungen an das Gasthaus, das um 1900 erbaut worden ist. „Nach dem Krieg war das ein gutes Restaurant mit Saal. Ganz früher kamen sogar reiche Leute aus Hannover mit ihren Kutschen, um in dem beliebten Ausflugshotel zu übernachten“, erzählt Thiele. Daher habe es auch Stallungen für die Pferde gegeben.

Interessenten aus dem Ort

Die Schloß Ricklinger sehen den Abriss und die Neubauten mit gemischten Gefühlen. „Einerseits bin ich froh, dass die Verwahrlosung verschwindet, andererseits zweifele ich an der Art und Weise, wie schnell das alles passiert ist“, sagt Thiele. Seinen Informationen zufolge habe es auch Interessenten aus dem Ort für das Grundstück gegeben. „Aber es werden sicher schöne Wohnungen mit Blick auf die Leine und die Leinemasch.“

Anlieger wundern sich über Vorhaben

Verwundert ist eine Anliegerin aus der Burgstraße, die ihren Namen nicht nennen möchte, dass zumindest eines der Mehrfamilienhäuser mit Tiefgarage ausgestattet werden soll. Die Anlieger haben bereits erste Pläne einsehen können. „Und das im Hochwassergebiet“, sagt sie. Sie befürchte auch, dass trotz der Baugenehmigung erst einmal zwei Jahre nichts passiere, alles brachliege und nicht gepflegt werde. Wenn dann gebaut werde, hätten die Anlieger lange Zeit mit Baulärm zu leben.

„Wir haben beim Bau unseres Hauses Auflagen bekommen, etwa dass das Dach rot sein muss und eine bestimmte Neigung haben muss. Die dürfen zweistöckig und wohl auch mit Dachterrasse bauen“, wundert sich die Nachbarin. Das Ensemble des Gasthauses werde ihr irgendwie fehlen, weil es ja auch das Ortsbild geprägt habe.

Von Anke Lütjens

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