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Garbsen So schön ist das Krippenhaus in Berenbostel
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00:18 29.11.2018
Im Krippenhaus in Berenbostel stehen mehr als 600 Krippen aus allen Teilen der Welt. Quelle: Gerko Naumann
Berenbostel

 Haben Sie schon mal das Jesuskind entspannt in einer Hängematte liegen sehen? Oder Josef und Maria, die mit dem Smartphone mal schnell ein Selfie vor der Krippe knipsen? Nein? Dann waren Sie vermutlich noch nie im Krippenhaus am Franziskusweg in Berenbostel. Sammlerin und Initiatorin Bärbel Smarsli stellt dort seit fünf Jahren mehr als 600 Weihnachtskrippen aus aller Welt aus – und zwar das ganze Jahr über. „Aber natürlich geht die Hauptsaison zur Adventszeit Anfang Dezember los“, sagt Smarsli.

Ein Team von 20 Ehrenamtlichen führt die Besucher durch die Räume auf 190 Quadratmetern und hat zu jeder Krippe die passende Geschichte parat. Margrit Jansens liebste Krippe zum Beispiel passt auf ihren Handteller. Sie stammt aus Palästina und vermittelt eine traurige Botschaft: „Eine kleine Mauer trennt die Heiligen Drei Könige vom Jesuskind“, sagt sie. Das sei ein Symbol für die politische Lage in dieser Region der Welt. Eine anderes Exponat, das Ingrid Iwohn aus Osterwald Unterende besonders gut gefällt, lässt sich mit wenigen Handgriffen von Weihnachten auf Ostern umbauen: „Zu der Krippe gehört auch ein Modell des Grabes, aus dem Jesus auferstanden ist“, sagt sie.

Eine Weltreise im Schnelldurchlauf

Ohnehin kommt bei den Besuchern des Krippenhauses das Gefühl auf, im Schnelldurchlauf durch die Welt zu reisen. In einem Raum im Obergeschoss stehen die Modelle aus Afrika, einen Raum weiter die aus Südamerika. Die sehen nicht nur völlig unterschiedlich aus, sondern bestehen auch immer aus den Materialien, die die Menschen aus den Heimatorten jeweils zur Verfügung haben. Das kann auch mal Müll sein. „Die Figuren bestehen zum Beispiel aus alten Dosen oder Orangenschalen“, sagt Smarsli. Die größte Krippe ist eine aus der Slowakei, die aus 365 Einzelteilen besteht – die alle kunstvoll aus Maisblättern hergestellt wurden.

Neue Exponate für ihre einzigartige Sammlung findet Smarsli zum Beispiel im Internet oder über Anzeigen in der Zeitung. Etwa die einer älteren Dame, die eine Krippe zum Verkauf angeboten hat, die seit vielen Jahren im Familienbesitz war. Mit der hat Smarsli am Telefon lange gesprochen und sie dann zu Hause besucht. Über den Preis wurde sich beide schnell einig. „Ich habe nicht die Krippe bezahlt. Das geht gar nicht, denn die gibt es ja nur einmal. Ich habe der Dame gesagt, sie soll sich mit dem Geld einen Traum erfüllen“, sagt Smarsli.

So erreichen Sie das Team vom Krippenhaus

Das Krippenhaus ist ein Projekt von St. Raphael (katholisch) und der Silvanus-Gemeinde (evangelisch). Die Organisatoren sind unter Telefon (0175) 2557545 erreichbar. Die Teilnahme an einer Führung, die etwa zwei Stunden lang dauert, kostet für Erwachsene 5 Euro, Kinder bezahlen 3 Euro. An den Adventssonntagen, 2., 9., 16., und 23. Dezember, werden um 15 Uhr Führungen angeboten. Anschließend gibt es im Café des Hauses Kaffee, Tee und Kekse. Interessierte sollen sich vorher telefonisch anmelden.

Im Krippenhaus in Berenbostel gibt es mehr als 600 Krippen aus allen Teilen der Welt zu sehen. Quelle: Gerko Naumann

Die Zukunft des Hauses ist gefährdet

Seit sechs Jahren steckt Bärbel Smarsli unaufhörlich Geld und vor allem Herzblut in den Erhalt und Ausbau ihrer Krippen-Sammlung. Deshalb fällt es ihr nicht leicht, über das Thema zu sprechen. Und doch sagt sie: „Die Zukunft des Krippenhauses ist ungewiss.“ Das Gebäude am Franziskusweg gehört der evangelischen Kirche, genauer dem Stadtkirchenverband. Und der muss sich – wie viele Kirchengemeinden – von Teilen seiner Gebäude trennen, um Geld zu sparen. „Unsere Herausforderung wäre es dann, jemanden zu finden, der für uns die Miete bezahlt“, sagt Smarsli. Bislang dürfen die Ehrenamtlichen die Räume kostenlos nutzen.

Die Zukunft des Krippenhauses soll am Sonntag, 2. Dezember, auch Thema bei einer ökumenischen Andacht in einem Zelt vor dem Gebäude sein. Anlass ist das fünfjährige Bestehen der Einrichtung. Die wird von Pfarrer Christoph Lindner und Pastorin Gabriele Brand gestaltet und beginnt um 14.30 Uhr. Auch Garbsens Bürgermeister Christian Grahl wird zu der Feier erwartet. Anschließend wird um 15 Uhr eine Führung angeboten.

Von Gerko Naumann

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