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Garbsen So schützen sich Wochenmarkt-Händler vor Kälte
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00:17 31.01.2019
Monika Bortels verkauft seit 30 Jahren Obst und Gemüse auf Wochenmärkten. Quelle: Sebastian Stein
Altgarbsen

Bananen haben sie heute nicht im Angebot auf dem Wochenmarkt. Denn das Thermometer zeigt seit Tagen beständig um die null Grad an, die Früchte würden sofort einfrieren. Es ist einer dieser Tage, an denen es im Kühlhaus der Markthändler mit 7 Grad wärmer ist als draußen. „Was zuckerhaltig ist, kann man deshalb nicht mitnehmen“, sagt Monika Bortels. Seit 30 Jahren betreibt sie mit ihrer Familie einen Obst- und Gemüsestand. An diesem Nachmittag ist sie etwas anders ausgestattet als sonst: mit dicken Schuhen, mehreren Schichten Kleidung übereinander (sie nennt es „Zwiebellook“) und einer Gasheizung.

Die sieben Stände des Garbsener Wochenmarktes auf dem Kastanienplatz sind in einem schlauchförmigen Gang aus Planen angeordnet. Die Standbetreiber schützen sich damit vor der kalten Luft. Von außen betrachtet sind fast keine Besucher zu erkennen. Doch wer nach innen vordringt, entdeckt den regen Betrieb, noch bevor der Markt offiziell öffnet. Überwiegend ältere Menschen bewegen sich von Stand zu Stand. Witterungsabhängig scheint das Geschäft nicht zu sein.

Immer in Bewegung bleiben

„Man gewöhnt sich an die Kälte, oder man redet sich ein, dass man sich daran gewöhnt“, sagt Bortels. Heute steht die Händlerin mit ihrem beiden Männern hinter dem Stand – ihrem 33-jährigen Sohn Dennis und ihrem Mann Carsten. Auch ohne Birnen, Südfrüchte und frische Kräuter ist ihr Angebot gefragt. Da fällt es nicht schwer, immer in Bewegung zu bleiben. Das sei das beste Rezept, sagt Bortels. Aber trotzdem seien die Schuhe ganz wichtig. „Wenn die Füße kalt sind, friert man am ganzen Körper.“ Mit 10.000 Schritten an einem Markttag wird ihr das heute eher nicht passieren.

Und was können die Markthändler sonst noch tun, um sich warm zu halten? „Niemals Glühwein trinken“, scherzt Bortels. Was wirklich gut tue, sei eine warme Brühe, aber die gebe es hier nicht. Dafür gehen die Markthändler immer mal wieder zum Bäcker auf der gegenüberliegenden Straßenseite: Dort gibt es dann Kaffee und ein paar warme Worte der Kollegen hinter der Theke.

Mustafa El Charif aus Hameln verkauft Feinkost auf dem Wochenmarkt. Quelle: Sebastian Stein

Wenige Meter neben Familie Bortels steht Mustafa El Charif aus Hameln mit seinem Feinkoststand. Der 19-Jährige ordnet seine eingelegte Oliven, Peperoni und Champignons fein säuberlich auf dem Präsentierteller an. Handschuhe trägt El Charif keine, aber auch bei ihm läuft die Gasheizung. Immer nur zehn Minuten am Stück, sonst werde er müde und verschwende zu viel Energie, sagt er. Was die Kunden anbelangt sei der Januar als schwächerer Monat bekannt, aber das liege nicht unbedingt an der Kälte.

Der Tag beginnt um drei Uhr nachts

Etwa 60 bis 70 Stunden arbeiten die Bortels in der Woche. Ihre Tage sind lang. Üblicherweise beginnt ihr Tag zwischen drei und halb vier Uhr nachts. Donnerstags geht es etwas gemütlicher zu, denn der Markt in Altgarbsen beginnt erst um 14 Uhr. Zu den vier Stunden Verkaufszeit kommen jeweils zwei Stunden für Auf- und Abbau hinzu. Die harte Arbeit scheint sich zu lohnen. Die 51-Jährige Monika Bortels ist zufrieden mit der Lage auf den Wochenmärkten. Zu den Kunden gehören auch jungen Leute, teilweise schon in der dritten Generation.

Norbert Taeger hilft einem Freund aus, weil dieser kein Personal findet. Quelle: Sebastian Stein

Marktbeschicker suchen Personal

Am Rand des Marktes steht Norbert Taeger in seinem Bäckereiwagen. Er hat einen der besseren Verkaufsplätze an diesem Tag. Um den Windschutz durch die drei geschlossenen Seiten des Wagens würden die anderen ihn bei diesem Wetter beneiden, sagt er. Zusätzlich hat aber auch Taeger einen Gasofen dabei. Zwischendurch verteilt er Kaffee an die Standnachbarin und verkauft Gebäck an den Metzger. Er sei zwar überzeugt von der Qualität des Altgarbsener Wochenmarkts, doch ab halb fünf seien keine Kunden mehr da. Als Verkäufer hilft er einem Freund aus. Taeger ist etwas besorgter ob des Zustands der Märkte. „Die Marktbeschicker haben Probleme, Personal zu bekommen.“ Ob es an der Kälte liegt, weiß er nicht, aber die Leute seien offensichtlich zu bequem, um so einen Job zu machen.

Von Sebastian Stein

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