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Garbsen So geht es mit den Schulen in Garbsen weiter
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00:17 28.01.2019
"Da kommt ordentlich was auf uns zu": Die Stadt Garbsen muss viel Geld in die Ausstattung der Schulen investieren. Quelle: Gerko Naumann
Garbsen

Zwei Gymnasien, eine Integrierte Gesamtschule (IGS), zwei Oberschulen: Eltern haben in Garbsen die Wahl, auf welche weiterführende Schule sie ihre Kinder schicken. Bei der Entscheidung spielt für viele außer dem pädagogischen Konzept auch die Ausstattung der Einrichtungen eine Rolle. Dafür ist die Stadt Garbsen als Schulträger zuständig. Die Schul- und Sozialdezernentin Monika Probst muss trotz begrenzter Mittel sicherstellen, dass die jahrzehntealten Gebäude möglichst gut in Schuss sind – und den aktuellen pädagogischen Ansprüchen der Schulleiter gerecht werden. Die haben ihre eigenen Vorstellungen und teure Forderungen, zumal die Einrichtungen in Konkurrenz zueinander stehen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen dazu, wie dieser Spagat gelingen soll – und welche Investitionen am dringendsten sind.

Der Brandschutz an der IGS beschäftigt Politik, Verwaltung und die Feuerwehr seit Monaten. Quelle: Gerko Naumann

Wo sind die Probleme am größten?

Eindeutig in der IGS Garbsen. Die größte Schule der Stadt (derzeit rund 1740 Schüler) hat ein massives Problem mit dem Brandschutz. „Da kommt ordentlich was auf uns zu“, sagt Probst und übertreibt damit keinesfalls. Die Stadt favorisiert einen Neubau, der rund 75 Millionen Euro kosten würde. Die Politik hat sich für ein neues Gutachten ausgesprochen. Darin wird geklärt, ob eine Sanierung im laufenden Betrieb möglich, günstiger und sinnvoll wäre. Währenddessen fordert Schulleiter Andreas Hadaschik in einem Brandbrief Investitionen in das bestehende Gebäude. Die wird es geben, kündigt Probst an. In den Haushalten für die Jahre 2019 und 2020 sind ohnehin schon jeweils mindestens 200.000 Euro für Reparaturen eingeplant. Dazu kommen für beide Jahre noch mal jeweils 135.000 Euro zusätzlich. Weitere 250.000 Euro werden investiert, um den Brandschutz zu verbessern. „Damit geben wir in zwei Jahren fast eine Million Euro für die IGS aus“, rechnet Probst vor.

Schulleiter Thomas Göhmann braucht am JKG mehr Platz, weil die Schülerzahlen steigen. Quelle: Gerko Naumann

Kommt auf die Gymnasien eine ähnliche Brandschutz-Diskussion zu?

Nein, zumindest nicht im Umfang wie an der IGS. Die Gymnasien haben aber ebenfalls drängende Probleme. Durch die Umstellung auf das sogenannte G9, also das Abitur nach 13 Jahren, müssen das Johannes-Kepler-Gymnasium (JKG, Auf der Horst, rund 790 Schüler) und das Geschwister-Scholl-Gymnasium (GSG, Berenbostel, rund 810 Schüler) jeweils einen kompletten zusätzlichen Jahrgang in ihren Gebäuden unterbringen. Schwierig, zumal ohnehin immer mehr Eltern ihre Kinder auf einem der Gymnasien anmelden. Im Schuljahr 2010/11 waren es 166 Schüler, im Schuljahr 2017/18 bereits 232. Und diese Zahlen dürften spätestens dann noch weiter steigen, wenn Familien in die neuen Baugebiete in Garbsen ziehen, prophezeit Probst.

Das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Berenbostel bekommt einen Neubau auf dem Gelände des TSV Berenbostel. Quelle: Sebastian Stein

Gibt es Lösungen für das Platzproblem?

Ja, zumindest für das GSG. Dort soll ein Fußballplatz des TSV Berenbostel für die Vergrößerung des Schulgeländes weichen. Als Ausgleich soll ein weiterer Platz des Vereins zu einen Kunstrasenplatz umgebaut werden. Allein das neue Spielfeld wird mehr als eine Million Euro kosten. Ganz so konkret sind die Pläne für das JKG noch nicht. „Dort gibt es keine zusätzlichen Flächen wie in Berenbostel“, sagt Probst. Deshalb wird voraussichtlich ein bestehender Kunsttrakt abgerissen und mit einem zusätzlichen Stockwerk neu aufgebaut. Allein die Planungskosten betragen pro Schule 30.000 Euro.

Lehrerin Olga Baumgärtner zeigt eine alte Tafel in der Oberschule Garbsen, die zum Teil von Klebeband zusammengehalten wird. Quelle: Gerko Naumann

Bleibt da noch Geld für die Oberschulen übrig?

Diese Frage stellen Claudia Schreyer (Leiterin der Oberschule Garbsen, etwa 550 Schüler) und Axel Dettmer (Oberschule Berenbostel, 485 Schüler) natürlich. Vor allem Schreyer hatte zuletzt den Zustand des Realschulgebäudes im Stadtteil Auf der Horst kritisiert. „Keine andere Schule wird darunter leiden, falls wir die IGS für viel Geld neu bauen müssen“, verspricht Probst. Mit den Leitern der Oberschulen sei deshalb jeweils ein 10-Punkte-Plan erarbeitet worden. Darin steht geschrieben, welche Mängel zuerst beseitig werden sollen. Für Reparaturen an den Oberschulen stehen pro Jahr etwa 85.000 Euro bereit – in diesem Jahr wird die Summe um 25.000 Euro aufgestockt. In der Oberschule Berenbostel soll damit unter anderem der Freizeitbereich für den Ganztagsbetrieb verschönert werden. In Schreyers Schule steht die Aufwertung des Pausenhofs ganz oben auf der Liste. Dort sollen unter anderem Wurzeln entfernt werden, die Betonplatten nach oben drücken.

In immer mehr Schulen gehören Tablets zum Unterricht dazu - die Oberschule Berenbostel ist in Garbsen Vorreiter. Quelle: Gerko Naumann

Ist die Arbeit der Stadt mit dem Erhalt der Gebäude getan?

Natürlich nicht. Ganz oben auf der Prioritätenliste von Probst und ihrem Fachbereich im Rathaus steht das Thema Digitalisierung. Deshalb hat sie jetzt eine entsprechende Stabsstelle eingerichtet, die der bisherige EDV-Chef Ulrich Kropp leitet. „Er befasst sich ausschließlich mit der Medienentwicklung in allen Garbsener Schulen“, sagt die Schuldezernentin. Vorreiter bei diesem Thema ist die Oberschule Berenbostel, dort gibt es schon seit Längerem Klassen, die nur noch mit Tablets arbeiten. Dazu werden auch Lehrer im Umgang mit den neuen Medien geschult. Auch für die Inklusion, also den gemeinsamen Unterricht für Schüler mit und ohne Behinderung, gibt die Stadt Geld aus. „In vielen Einrichtungen werden sogenannte Differenzierungsräume eingerichtet, in denen kleinere Gruppen Inhalte vertiefen können“, sagt Probst.

Von Gerko Naumann

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