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Garbsen „Werner Baesmann erreichte die Menschen“
Aus der Region Region Hannover Garbsen „Werner Baesmann erreichte die Menschen“
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00:16 08.02.2019
Trauerfeier für Werner Baesmann: Die Kapelle auf dem Friedhof Berenbostel ist mit Kränzen und Gebinden geschmückt. Quelle: Markus Holz
Berenbostel

Von Werner Baesmann für immer Abschied zu nehmen, ist eigentlich unvorstellbar. Fast 300 Trauergäste mögen es gewesen sein, die es am Montagnachmittag versuchten – jeder auf seine Weise, zusammen in und vor der Kapelle auf dem Friedhof Berenbostel. Baesmann war am 24. Januar im Alter von 72 Jahren gestorben.

Fast alle Gebinde in Weiß und Grün, viele Kerzen, sein Fernglas auf dem Waldboden aus Rinde – die Szenerie war sehr persönlich hergerichtet. Drei Redner versuchten, Erinnerungswertes und Bleibendes hervorzuheben. Alle drei mussten scheitern, weil das große Baesmannsche Lebenswerk nicht in wenige Minuten zu fassen ist. Pastor Christian Voigtmann, Bürgermeister Christian Grahl und Wolfgang Galler als Vorsitzender der Bürgerstiftung war es wichtig, das Wesen jenes Mannes zu beschreiben, der nach Grahls Worten ein so vorbildliches Selbstverständnis von sich als Politiker hatte.

45 Jahre Rats- und 42 Jahre Ortsratsmitglied, 33 Jahre Ortsbürgermeister – all das nicht aus Eitelkeit, sondern „weil der Menschenfreund Werner Baesmann Menschen verbinden wollte. Das war für ihn das Wesen von Politik, zum Besten des Ortes“, sagte Grahl. Baesmann habe so großes Ansehen genossen, „weil er es ernst meinte, Hoffnung geben und Verärgerung auflösen konnte“, sagte Grahl, „er hat vorgelebt, dass jeder Einzelne etwas für eine lebenswerte Welt tun kann.“ Grahl regte an, die für den Neujahrsempfang am 27. Januar geplante Ehrung nachzuholen und „dem Namen Werner Baesmann einen Platz zu geben“.

Pastor Christian Voigtmann war selbst viele Jahre Baesmanns Partner auf Seiten der Silvanus-Gemeinde. Voigtmann eher links, der CDU-Stimmenmagnet Baesmann eher rechts – „das spielte keine Rolle. Partei stand im Hintergrund, es ging uns um die Menschen, darum konnten wir so gut zusammenarbeiten“, sagte Voigtmann. Er erinnerte an die Identifikationspunkte, die Baesmann mit Weggefährten ins Berenbosteler Leben gerufen hat – unter anderen den Brunnen und den Christbaum am Dorfplatz, das Sozialprojekt Neuland, die 800-Jahr-Feier, den Maibaum im Bürgerpark, Nikolausfest, Matjesfest und die WIR, einst starke Gemeinschaft der Geschäftsleute.

„Andere Menschen hätten sich bei dieser schweren und belastenden Krankheit längst zurückgezogen. Werner Baesmann war anders. Glück hätte er nicht mit Gesundheit definiert, sondern mit der Chance, vorurteilsfrei Menschen begegnen zu dürfen“, sagte Voigtmann, „das war für ihn der Gewinn.“

Wolfgang Galler zog in Worten seinen Hut vor dem Mann, der 2010 die Bürgerstiftung Garbsen mit ins Leben gerufen hat und von „Pontius zu Pilatus gelaufen ist, um Geld zu sammeln, damit die Stiftung für Menschen in Garbsen Gutes tun kann“, sagte Galler in einer sehr persönlichen Ansprache. Er ließ Erinnerungen wach werden, ließ Baesmanns Humor aufblitzen und spiegelte etwas wider von der Wärme und Herzlichkeit seines Weggefährten. „Er erreichte die Menschen“, sagte Galler mit Trauer und Hochachtung in der Stimme.

All die Aspekte in den Reden waren letztlich das, was ganz zu Beginn der Trauerfeier als Musik durch die Kapelle ging: „Geboren um zu leben“ von der Gruppe Unheilig – die originale Popversion mit Jugend- und Kinderchor im Hintergrund; untypisch für einen Trauerakt, mutig, überraschend und treffend, weil Baesmann Generationen miteinander zu verbinden wusste und weil für andere da zu sein ein wesentlicher Teil seines Lebens war. Viele Menschen nahmen danach in stillen Sekunden Abschied am Sarg. Die Beisetzung ist der Familie vorbehalten.

Von Markus Holz

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