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Garbsen Gutachten: Sanierung der IGS wäre teurer als Neubau
Aus der Region Region Hannover Garbsen Gutachten: Sanierung der IGS wäre teurer als Neubau
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18:18 25.09.2019
Laut einem Gutachten wäre die Sanierung der IGS Garbsen teurer als ein Neubau. Quelle: Gerko Naumann
Garbsen-Mitte

Das neueste und vorerst letzte Gutachten zur Zukunft der Integrierten Gesamtschule (IGS) Garbsen ist fertig: Das Papier eines Architekturbüros aus Bremen ist zwar noch nicht öffentlich, die wichtigsten Zahlen kursieren aber bereits. Aus politisch gut informierten Kreisen hat die HAZ/NP-Redaktion in Garbsen erfahren, dass die Experten zu einem eindeutigen Ergebnis kommen.

Demnach würde eine Sanierung des maroden Gebäudes mit 106,5 Millionen Euro sogar teurer werden als ein Neubau. Dessen Kosten beziffern die Gutachter dem Vernehmen nach auf etwa 81 Millionen Euro. Allerdings gibt es eine wichtige Einschränkung: Der Neubau soll laut aktueller Planungen nur noch rund 18.000 Quadratmeter groß werden – und damit etwa 5000 Quadratmeter kleiner als das bisherige Gelände.

Diskussion begann im Sommer 2017

Zum Hintergrund: Bereits im Sommer 2017 hatte die Verwaltung die erschreckende Erkenntnis gewonnen, dass der Brandschutz in der IGS Garbsen absolut mangelhaft ist. Ein Jahr später legte die Verwaltung ein Konzept für einen Neubau vor. Die Kosten dafür waren mit „75 Millionen Euro – plus/minus 30 Prozent“ angegeben.

Aufgrund dieser immensen Zahlen und der Auswirkungen auf den Haushalt der Stadt Garbsen für die nächsten Jahrzehnte forderten die Ratspolitiker ein weiteres, unabhängiges Gutachten. Sie wollten konkret wissen, ob eine Sanierung nicht für deutlich weniger Geld zu haben sei – diese Hoffnung hat sich mit dem neuen Gutachten offenbar zerschlagen.

Trotzdem sei es nicht ganz fair, die Zahlen miteinander zu vergleichen, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Karsten Vogel. Das aktuelle IGS-Gebäude sei Mitte der Siebzigerjahre deutlich großzügiger geplant und gebaut worden, als es voraussichtlich heute der Fall wäre. „Das gilt vor allem für die sogenannten Verkehrsflächen, also zum Beispiel die Flure“, sagt Vogel. Da aber auch diese Flächen saniert werden müssten, seien die Kosten selbstverständlich höher. Die SPD-Fraktion werde nächste Woche darüber diskutieren, für welche Variante sie sich aussprechen wird, kündigt der Fraktionsvorsitzende an. „Die Tendenz geht vermutlich in Richtung Neubau.“

CDU: Sanierung kommt nicht infrage

Heinrich Dannenbrink, Chef der CDU/FDP-Gruppe im Rat, geht da noch weiter. „Eine Sanierung kommt für uns nach den neuesten Zahlen überhaupt nicht mehr infrage“, sagt er. Das sei schon vor dem Gutachten die Meinung seiner Fraktion gewesen, jetzt hätten die Politiker die erhoffte zusätzliche Sicherheit. „Ich hätte es mir nicht verziehen, wenn wir einen Neubau geplant hätten, obwohl die Sanierung deutlich günstiger gewesen wäre“, sagt Dannenbrink.

Auch die Grünen hätten eine klare Vorstellung, sagt der Fraktionsvorsitzende Darius Pilarski. „Aus unserer Sicht geht die Tendenz sicher in Richtung Neubau.“ Demnächst müsse nun die Frage geklärt werden, wo dieser entstehen soll. Eine im Gutachten vorgestellte Variante sei, die neue IGS auf dem bestehenden Grundstück zu bauen, berichtet Pilarski. „Wir müssen klären, ob den Schülern und Lehrern so eine Baustelle zuzumuten wäre.“ Eine Alternative wäre, südlich der Meyenfelder Straße, also auf der anderen Straßenseite, zu bauen.

AfD kritisiert Politik und Verwaltung

Manfred Kammler, Vorsitzender der AfD-Fraktion im Rat, hat das Gutachten erst später bekommen und deshalb noch nicht im Detail lesen können. Seine Fraktion sei bislang grundsätzlich dafür gewesen, die Schule zu erhalten. Dass deren Zustand „in einigen Bereichen katastrophal ist“, sei den jahrelangen Versäumnissen von Politik und Verwaltung geschuldet, sagt Kammler. Er sehe die Gefahr, dass ein Neubau die Stadt finanziell völlig überfordere. Deshalb müsse eine Entscheidung „reiflich überdacht werden“.

Für die Unabhängigen führt dagegen kein Weg an einem Neubau vorbei, sagt der Fraktionsvorsitzende Günther Petrak. „Das ist eine ganz klare Sache, eine Sanierung kommt nicht infrage“, sagt er. Die wichtigste Aufgabe der nächsten Jahre sei nun, „die Kosten im Haushalt vernünftig abzubilden“. Denn dass sich die Stadt Garbsen wegen der Investition verschulden muss, steht für Petrak fest.

Stadt erarbeitet Beschlussvorlage

Die Verwaltung selbst will sich derzeit noch nicht inhaltlich zu den Ergebnissen oder zur Zukunft der IGS äußern. Bürgermeister Christian Grahl bestätigte bei der Ratssitzung am Montag lediglich, dass das Gutachten vorliegt und dass es an die Ratsmitglieder verteilt worden ist. Es sei nun Aufgabe der Verwaltung, das Papier auszuwerten. Anschließend soll eine Beschlussvorlage für den Ortsrat Garbsen und die zuständigen Fachausschüsse angefertigt werden – inklusive einer Empfehlung, wie es weitergehen soll. Die Ratspolitiker entscheiden eventuell noch in diesem Jahr, ob die IGS saniert werden kann oder neu gebaut werden muss.

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Von Gerko Naumann

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