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Garbsen IGS-Neubau: Das fordern die anderen Schulleiter
Aus der Region Region Hannover Garbsen IGS-Neubau: Das fordern die anderen Schulleiter
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00:18 26.11.2018
"Ich befürchte das Schlimmste": Claudia Schreyer, Leiterin der Real- und Oberschule Garbsen, fordert von der Stadt Investitionen in das marode Gebäude. Quelle: Gerko Naumann
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Garbsen

Noch ringt die Politik mit sich, ob die IGS Garbsen saniert oder neu gebaut werden soll. Eines scheint aber klar zu sein: Die Investition wird eine der größten, die die Stadt Garbsen jemals stemmen musste. Zuletzt wurde im Ortsrat Garbsen sogar darüber diskutiert, ob noch genügend Geld für freiwillige Leistungen wie den Wiederaufbau des Badeparks in Berenbostel übrig bleibt. Nun äußern die Verantwortlichen der anderen weiterführenden Schulen Bedenken, ob für die Sanierung ihrer teils ebenfalls maroden Gebäude noch Geld übrig bleibt.

„Ich befürchte das Schlimmste“, sagt etwa Claudia Schreyer, Leiterin der Caroline-Herschel-Realschule im Stadtteil Auf der Horst. Dort wird gerade gerade Jahrgang für Jahrgang die Oberschule Garbsen aufgebaut – zu der dann auch die Nikolaus-Kopernikus-Hauptschule gehört. Zwar wurden dafür in den Sommerferien der Verwaltungstrakt und die Lehrer-Toiletten saniert. An vielen anderen Stellen sei das Gebäude aber über Jahrzehnte vernachlässigt worden, betont Schreyer.

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Ein Beispiel für die ihrer Meinung nach ungleiche Behandlung der Schulen in Garbsen diene etwa der Pausenhof. Die Außenbereiche der benachbarten Hauptschule und des Johannes-Kepler-Gymnasiums seien etwa kürzlich für viel Geld auf Vordermann gebracht worden. „Bei uns haben die Wurzeln der Bäume so große Stolperfallen in den Asphalt gedrückt, dass wir die Kinder in manchen Bereichen nicht mehr spielen lassen können“, sagt Schreyer. Noch schlimmer sei die Situation in einem Werkraum, wo sich wegen des starken Schimmelbefalls die Wände lösen.

Zudem sei der Geruch aus dem Leitungen auf den Schülertoiletten kaum noch zu ertragen. „Wir können froh sein, wenn uns niemand wegen Körperverletzung verklagt“, sagt Schreyer und rettet sich in Galgenhumor. Den braucht sie auch beim Blick in zwei der Turnhallen der Schule: „Hier hat die Stadt vor einigen Monaten die Decke entfernt und nicht wieder eingebaut“, sagt sie. Sie wisse nicht, warum diese Maßnahme notwendig gewesen sei und wann die Stadt die Decken erneuern will.

Ganz so negativ sieht Axel Dettmer, Leiter der zweiten Oberschule der Stadt in Berenbostel, die Lage indes nicht. „Ich finde es immer gut, wenn Geld für Bildung ausgegeben wird“, sagt er mit Blick auf die Investitionen in die IGS. Wie seine Kollegin befürchtet aber auch er, dass gerade die Oberschulen vernachlässigt werden könnten. Deshalb beruft er sich auf ein Versprechen, dass die Politiker aller Parteien den Schulleitern bei einer Sitzung des Schulausschusses gemacht haben: „Es hieß eindeutig, dass die anderen Schulen nicht unter den Kosten für die IGS leiden müssen. Und darauf verlasse ich mich“, sagt Dettmer.

Grüne fordern für 2019 eine Sanierung der IGS

Die Grünen in Garbsen fordern schnelle und umfangreiche Sanierungen an der IGS – auch noch vor einem möglichen Neubau. „Wir waren erschrocken in welchem Zustand sich die Schule befindet“, sagte der neue Vorsitzende, Roland Godbersen nach eine Führung durch die Räume der IGS und der Grundschule Garbsen-Mitte. Man habe gesehen, wie viel in den vergangenen Jahren versäumt worden sei. „Hier hat nicht nur die Verwaltung, sondern auch die Politik versagt“, sagte der Fraktionsvorsitzender Darius Pilarski. „Nur durch Sparmaßnahmen der letzten Jahrzehnte konnte es zu so einem Zustand kommen.“ IGS-Schulleiter Andreas Hadaschik hatte 400.000 Euro für dringende Sanierungen von Böden, Decken und Toiletten gefordert. Nach Ansicht der Grünen wird dieser Betrag wahrscheinlich nicht ausreichen. „Die Bereitstellung der Mittel und die Sanierung der Klassenräume hat im Jahr 2019 zu erfolgen“, sagte Pilarski. Denn ein möglicher Neubau würde frühestens in acht Jahren stehen. „Das Sparen zulasten der Gesundheit von Schülern und Lehrkräften muss ein Ende haben“, sagte Godbersen. ton

Geld wird in den nächsten Jahren auch in die beiden Gymnasien in Garbsen im Stadtteil Auf der Horst (Johannes-Kepler-Gymnasium) und Berenbostel (Geschwister-Scholl-Gymnasium) fließen müssen. Dafür sorge allein die Umstellung auf das sogenannte G9, also das Abitur nach 13 Jahren, betont der neue JKG-Leiter Thomas Göhmann. „Wir sind mit der Stadt im Gespräch über den Abriss eines Kunsttraktes“, berichtet er. Der soll anschließend zweigeschossig wieder aufgebaut werden. Das hätte zwei Vorteile: Zum einen kann der Bereich – im Gegensatz zum Hauptgebäude – barrierefrei gestaltet werden, damit er auch für Schüler mit Behinderungen problemlos erreichbar ist. Zum anderen gäbe es dort mehr Platz, der wegen der zunehmenden Anmeldezahlen dringend für Klassenräume benötigt wird.

Vor ähnlichen Problemen steht Volker Herholt, Leiter des GSG. „Vor allem wegen des G9 haben wir einen akuten Raumbedarf“, sagt er. Der könne mit den bisher genutzten Gebäuden einfach nicht erfüllt werden. Zudem sei das GSG wie die IGS in den Siebzigerjahren gebaut worden, es habe sich ebenfalls ein „massiver Sanierungsbedarf“ angestaut, sagt Herholt. Auch am Gymnasium in Berenbostel müsste zum Beispiel der Brandschutz verbessert werden. Einige Decken und die Außenhülle des Gebäudes seien ebenfalls in keinem angemessenen Zustand.

Um den Bedarf von allen Schulen im Stadtgebiet aufzulisten, fordert Herholt von der Verwaltung deshalb einen sogenannten Masterplan. „Es muss ein Konzept her, in dem steht, wie es mit den weiterführenden Schulen in Garbsen weitergeht“, fordert der Schulleiter.

Von Gerko Naumann