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Garbsen IGS Garbsen testet ein neues Schulkonzept
Aus der Region Region Hannover Garbsen IGS Garbsen testet ein neues Schulkonzept
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00:16 08.02.2019
Zum nächsten Schuljahr will die IGS zur Dalton-Schule werden und den Schülern mehr Eigenverantwortung beibringen. Quelle: Sebastian Stein
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Garbsen-Mitte

Die Integrierte Gesamtschule (IGS) Garbsen beginnt in dieser Woche mit der Probephase für ein neues Schulkonzept. Demnach sollen die Schüler in einem Drittel der Unterrichtszeit stärker eigenverantwortlich arbeiten. Am Montag haben die Lehrerinnen und Lehrer der IGS auf dem Schulentwicklungstag die letzten Vorbereitungen für den Test getroffen. Die Schüler hatten derweil einen freien Tag.

Fünf Wochen lang können die Schüler nun in den sogenannten Dalton-Stunden frei entscheiden, mit welchem Schulfach sie sich beschäftigen und welcher Lehrer der passende Ansprechpartner für ihre Frage ist. Diese Zeiten wechseln sich mit dem regulären Unterricht ab. In den Dalton-Stunden haben die Lehrkräfte jeweils eigene Räume zur Verfügung, in denen sie von den Schülern je nach Thema aufgesucht werden können.

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Positive Erfahrungen mit „Dalton“ in NRW

Schon seit Jahren versucht Direktor Andreas Hadaschik, das Unterrichten an der IGS umzustellen. Mit Dalton hätten sie jetzt das passende Konzept gefunden, sagt er. Dazu habe er zuvor viele Schulen in Nordrhein-Westfalen besucht – dort seien die Schüler nach Einführung der alternativen Unterrichtsgestaltung entspannter und die Abschlüsse besser. Auch für die Kollegen sei das Arbeiten entspannter, sagt Hadaschik. In seiner Amtszeit als Schulleiter an der IGS hat er fast 90 neue Kollegen eingestellt. Diese kämen auch mit neuen Ideen an die Schule, so Hadaschik. „Jetzt ist ein guter Zeitpunkt für etwas Neues.“

Margret Rasfeld hat eine andere Idee von Schule. Quelle: Sebastian Stein

Nur die Form des Unterrichtens zu ändern, genügt Hadaschik nicht. Auch die Lehrinhalte sollen zukünftig zur Disposition stehen. Dazu hatte die IGS am Montag Margret Rasfeld, Mitbegründerin der deutschlandweiten Initiative „Schule im Aufbruch“, eingeladen. In ihrem Vortrag „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ skizzierte die ehemalige Schulleiterin der Evangelischen Schule Berlin ihre Vision für eine neue Art von Bildung. Projekttage, ein Schulfach Verantwortung und individuelle Lernformate – Schule ist für Rasfeld mehr als reine Wissensvermittlung. Es gehe ihr vielmehr um das Verstehen von Systemen statt Detailwissen.

Konzept soll nächstes Schuljahr regulär durchgeführt werden

Die Veränderung in der Gesellschaft erfordere auch eine Veränderung in der Bildung, meint Rasfeld: „Die Kinder gehen sowieso mit, jetzt sind die Lehrer dran, ihre Ängste zu überwinden.“ Die Schulen müssten den Schülern geben, was wirklich zähle: Wertschätzung, Beziehung, Teilhabe, Verantwortung und Sinn. Rasfeld ist daher begeistert vom Versuch der IGS. Sollte die Probephase erfolgreich sein, soll das Konzept zum nächsten Schuljahr regulär stattfinden. „Wir wollen Dalton-Schule werden“, sagt Hadaschik.

Von Sebastian Stein

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