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Garbsen "Wenn wir losfahren, sind wir voll fokussiert"
Aus der Region Region Hannover Garbsen "Wenn wir losfahren, sind wir voll fokussiert"
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00:16 15.05.2017
Vor jeder Schicht checken Joline Rudolph und Marcel Rüter, ob die Ausrüstung in den Rettungswagen vollständig ist. Quelle: Gerko Naumann
Berenbostel

Für Denis Martini endet der Arbeitstag dann, wenn andere anfangen. Es ist kurz vor 8 Uhr morgens und der Notfallsanitäter zieht kurz vor Ende seiner 24-Stunden-Schicht in einem winzigen Ruheraum in der Johanniter-Rettungswache das Bettzeug ab. Gebraucht hat Martini das Bett in dieser Nacht kaum. "Nach Mitternacht kamen noch drei Einsätze rein, der letzte um kurz nach 4 Uhr", berichtet er.

Ausruhen? Kaum möglich

Dass die Mitarbeiter der Johanniter in der Wache nachts Ruhe haben, ist die große Ausnahme. "Wir sprechen ohnehin nicht von schlafen, sondern höchstens von ruhen", sagt Wachenleiter Olav Grote. Er ist für 29 Hauptamtliche und sechs Aushilfen verantwortlich. Und die arbeiten in einer der am häufigsten alarmierten Rettungswachen in Hannovers Umland. 9000 Einsätze pro Jahr, im Durchschnitt zwölf pro 24-Stunden-Schicht - da müssen die Kollegen Ausdauer beweisen und sich aufeinander verlassen können.

Die Stimmung in der kleinen Küche ist an diesem Morgen gut, fast schon ausgelassen. Die Gespräche drehen sich um die Kaffeemaschine. Die ist ganz neu. "Wir haben sie in dieser Woche vom Regionalverband geschenkt bekommen, weil die Wache zehn Jahre alt geworden ist", berichtet Grote. Wie jeden Tag spricht er mit seinen Mitarbeitern über die letzte Nacht. Was war los? Haben die Fahrzeuge Probleme gemacht? Auch über Privates wird geplaudert. "Wir haben einen sehr großen Zusammenhalt hier in der Truppe", sagt Grote. Das hilft im Notfall. Denn jeder weiß: Sobald der Pieper Alarm schlägt, wird aus der heiteren Stimmung sofort professionelle Ernsthaftigkeit.

Voll fokussiert in den Einsatz

"Wenn wir zu Einsätzen losfahren, sind wir sofort voll fokussiert", sagt Grote. Dann heißt es: Funktionieren und das abrufen, was man gelernt und an Erfahrungen gesammelt hat. Mit bis zu vier Rettungswagen gleichzeitig sind die Johanniter aus Garbsen im Einsatz. Reicht selbst das nicht, werden Kollegen aus Seelze, Hannover oder anderen Städten gerufen. "Dem Betroffenen ist es egal, woher die Rettungskräfte kommen. Hauptsache ihm wird geholfen", sagt Grote. Denn dafür sind die Sanitäter da. Mal gilt es, Menschen zum Arzt oder ins Krankenhaus zu bringen. Aber es gibt auch dramatische Einsätze - etwa nach Unfällen oder wenn die Patienten wegen eines Schlaganfalls oder Herzversagens in Lebensgefahr schweben.      

In solchen Fällen haben die Rettungskräfte selbstverständlich Vorfahrt im Straßenverkehr. Aber ist das wirklich selbstverständlich? Nein, sagt Grote. Probleme mit anderen Autofahrern kommen häufig vor. Sie bilden keine Rettungsgasse oder hupen sogar, weil ihnen ein Rettungswagen im Weg steht. Einer drohte jüngst sogar damit, die Polizei zu rufen, sagt Grote und schmunzelt bei dem Gedanken. "Wir brauchen bei unserer Arbeit ein dickes Fell und müssen ruhig bleiben."

Ruhe ist das richtige Stichwort für Denis Martini. Nach seiner 24-Stunden-Schicht hätte er die verdient. Also ab nach Hause und rein ins eigene Bett? Schön wär's. "Ich bin alleinerziehender Vater. Meine Kinder kommen um 12 Uhr aus der Schule. Dann bin ich für sie da. Schlafen kann ich erst heute Abend", sagt Martini, dem man die Anstrengungen der Nacht kaum ansieht.

Von Gerko Naumann

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