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Garbsen Margarete Bellmer ist gestorben
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00:15 22.10.2018
Margarete Bellmer, hier 2013 beim Neujahrsempfang der Stadt Garbsen. Quelle: Markus Holz
Osterwald

Margarete Bellmer aus Osterwald ist am 16. Oktober im Alter von 88 Jahren gestorben. Sie war mehr als 35 Jahre lang auf sehr unterschiedlichen Bühnen in Garbsen ehrenamtlich engagiert. Wegbegleiter trauern um eine Frau mit klaren Kanten, hohem sozialem Verantwortungsbewusstsein, Einfühlsamkeit und Tatkraft.

Im Stadtarchiv Garbsen liegt ein Schatz: Zeitzeugen-Interviews aus Osterwald, mündliche Dokumente über das Leben im Dorf. Mit Aufnahmegerät und viel Zeit ist Margarete Bellmer zu Osterwalder Familien gegangen, um Erinnerungen einzufangen, die irgendwann erklären können, warum Osterwald und Garbsen so sind, wie sie sind. Sie war 1998 bis 2004 die Gründungsvorsitzende des Stadtarchiv-Vereins, später dessen Ehrenvorsitzende.

Rund 32 Jahre lebte Margarete Bellmer zunächst in Bremen, später in Frankfurt. In Bremen lernte sie ihren späteren Ehemann und Vater ihrer drei Kinder, den Redakteur Karl Bellmer kennen. In ihren Frankfurter Jahren lernte sie den Beruf der Buchhändlerin und war Mitbegründerin einer Autorenbuchhandlung, in der namhafte Autoren wie F.K. Wächter, Almut und Robert Gernhard vertreten waren. Bis zu ihrem Tod blieb sie der Buchhandlung als Gesellschafterin verbunden.

1984 kehrte sie in die Heimat zurück, um ihre allein stehende Mutter zu unterstützen. In der Kirchengemeinde Osterwald führte sie noch zu Zeiten von Pastor Claus-Ulrich Heinke den Gemeindebrief ein und trug ihn aus, machte sich später für Gründung des Hortes und die Erweiterung des Kindergartens stark, wandte sich aber nach zehn Jahren im Vorstand mehr der Silvanus-Gemeinde am Kronsberg zu. Dort gehörte sie 2006 zum Gründerkreis der Internationalen Gärten.

Margarete Bellmers Handeln hatte immer politische Aspekte. In den Achtzigerjahren schloss sie sich der Bürgerinitiative gegen die Nordbahn-Verlängerung an und gehörte auch dort zum Vorstand. „Sie konnte um die Ecke denken und war immer für einen überraschenden Gedanken gut“, sagt der damalige BI-Sprecher Günter Tegtmeyer.

Sie hatte einen scharfen Blick für die Realität. Herausragende Charakterzüge waren ihr Interesse und ihre Anteilnahme am Leben anderer. Bellmer bot für viele zugewanderte Familien über Jahre Orientierung, lebte mit ihnen das Gartenkonzept am Kronsberg und zählte zu den Konstanten in der Internationalen Frauengruppe bei Silvanus.

„Durch die Menschen und ihre Vielfalt lerne ich unheimlich viel. Das Ehrenamt hält mich und das ganze Leben lebendig“, sagte Margarete Bellmer in ihrem letzten Interview 2015 mit der Leine-Zeitung. Besondere Wertschätzung erhielt ihr Einsatz 2013, als sie vom Integrationsbeirat der Stadt ausgezeichnet wurde, und 2015: Das Land Niedersachsen ehrte sie mit der „Medaille für vorbildliche Verdienste um den Nächsten“.

Margarete Bellmer wird am Freitag, 26. Oktober, um 14 Uhr auf dem Friedhof Osterwald beerdigt.

Von Markus Holz

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