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Garbsen IGS: Und was jetzt?
Aus der Region Region Hannover Garbsen IGS: Und was jetzt?
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00:17 27.08.2017
Von Markus Holz
Pädagogisch hoch modern, baulich ein Totalschaden: Die IGS Garbsen kann so nicht bleiben, weil der Brandschutz erhebliche Mängel hat. Quelle: Markus Holz
Garbsen-Mitte

Woher stammt die
 plötzliche Erkenntnis?

Als die VHS Ende 2016 aus dem Osttrakt ausgezogen ist und die Räume im Frühjahr 2017 für den Hort und die IGS umgebaut wurden, lagen Decken und Wände offen. Die erschreckende Erkenntnis: Es gibt keine Brandabschnitte, keine Brandwände. Hohlräume hinter Zwischendecken erstrecken sich über große Flächen. Darum können sich Rauchgase ungehindert ausbreiten.

Die eingeschossigen Gebäude des IGS-Komplexes sind Stahlskelett-Konstruktionen, Brandschutzklasse Null. Das sind konstruktive Mängel Baujahr 1976. Sie sind vermutlich nur mit einer schrittweisen Kernsanierung zu beheben. „Wir kennen die Schule natürlich, aber das haben wir erst festgestellt, als wir die Konstruktion an mehreren Stellen offengelegt haben“, sagt Schuldezernentin Iris Metge im Schulausschuss. Bei den regelmäßigen Begehungen mit Brandschutzexperten sei das nicht erkennbar gewesen. Letzte Zweifel an der Aussage bleiben, weil Wände und Decken offen lagen, als Mensa und naturwissenschaftliche Räume umgebaut wurden.

Trifft das auf andere Schulen auch zu?

Keine Schule ist so konstruiert wie die IGS. Die beiden Schulzentren Planetenring und Berenbostel sind außerdem brandschutztechnisch teuer nachgerüstet. Aussage der Stadt heute: Nein, da kommt nichts mehr in diesem Ausmaß. Darum sieht die Stadt, anders als Langenhagen 2015, keinen Grund, alle Schulen zu begutachten. In Langenhagen hatte ein solches Gutachten zum Ergebnis, dass ein Gymnasium und Teile einer IGS abgerissen werden mussten.

Besteht Gefahr 
für IGS-Schüler?

Es gibt keine hundertprozentige Sicherheit. Die IGS muss jetzt öfter Evakuierungen üben und Alarmpläne mit der Feuerwehr überarbeiten. Brandmelder sind in hoher Zahl nachgerüstet worden. Das und vieles mehr an Auflagen sind Schritte, um die Gefahr eines Feuers zu minimieren. An der Konstruktion ändert das gar nichts.

Und wie geht's jetzt weiter?

400.000 Euro gibt die Stadt jetzt aus, damit Fachleute Fakten auf den Tisch legen: Was kostet der Brandschutz? Was kosten ohnehin nötige Sanierungen? Was kostet der Umbau der IGS für die Inklusionsschüler? Und was kostet im Vergleich ein Neubau? Anfang 2018 soll das vorliegen. Im Herbst 2018 muss der Rat entscheiden.

Kommentar: Und jetzt erstmal Fakten

Es hilft nichts: Die Nachricht über die Fehlkonstruktion der IGS ist erschreckend. Die ersten Politiker sprechen von einem zweistelligen Millionenbetrag, ganz gleich ob eine Sanierung oder ein Neubau die Lösung ist. Aber so weit sind wir noch nicht. Was jetzt nötig ist, sind Fakten. Was schadet, ist Hektik.

Die Stadtverwaltung hat frühzeitig informiert und alles auf den Tisch gelegt, was sie bis dato weiß. Sie hat den Weg über das Planungsgutachten vorgeschlagen, um die Konsequenzen durchrechnen zu lassen. Das alles sind wichtige sehr schnelle Schritte in die richtige Richtung. 400.000 Euro für ein Planungsgutachten scheinen viel. Wenn am Ende aber eine realistische Einschätzung steht und die Politik eine echte Entscheidungshilfe hat, ist das eher kein Cent zu viel. Garbsen darf sich allerdings das Phänomen Badepark nicht noch einmal erlauben: Erst war er bezahlbar und nach dem Bürgermeisterwechsel plötzlich nicht mehr.

Sanierung oder Neubau – das ist am Ende politische Entscheidung, die kühl und sachlich und ohne politisches Kalkül getroffen werden muss. Am besten wäre eine gemeinsame Entscheidung des Rates, deren Konsequenzen die Fraktionen später auch gemeinsam tragen. Denn sie hat Auswirkungen auf die Haushalte der nächsten 20 Jahre.

Politische Hausaufgaben sind auch diese Fragen: Wohin mit der IGS, falls sie neu gebaut wird? Geschähe das am Standort, bräuchten gut 2000 Schüler eine Zwischenlösung – das wäre kaum zu machen. Was also hat städtebaulich Sinn, wenn man einen neuen Lerncampus für die nächsten Jahrzehnte etablieren will? Und, falls saniert wird: Wohin dann mit den Schülern?

Ruhe in der Politik ist auch gefordert, wenn an den Schulzentren Berenbostel und Planetenring Unruhe entsteht. Denn der Gedanke liegt nah, dass dort vieles liegenbleiben könnte, wenn die Stadt Millionen Euro in die IGS investiert. Die Angst ist berechtigt, die Fragen werden kommen. Politik und Verwaltung müssen dafür gute Antworten entwickeln. Denn würde Garbsen das eine tun und das andere lassen, würde die Stadt der nächsten Grundsanierung ins Auge sehen. Außerdem warten die Grundschulen Stelingen und Osterwald sowie die Rats-, die Osterberg- und die Saturnringschule auf Fortschritte.

Und auch bei der IGS sollte man offen sein. Zurzeit gibt es die Angst, abspecken zu müssen, wenn die Schule nach heutigem Baustandard neu entstünde. Die IGS hat über Jahrzehnte räumlich geschwelgt. Das wurde pädagogisch hervorragend genutzt. Das heißt aber nicht, dass es nicht auch anders geht.

Markus Holz

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