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Garbsen Neujahrsempfang in Garbsen mit Trauerflor
Aus der Region Region Hannover Garbsen Neujahrsempfang in Garbsen mit Trauerflor
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00:20 30.01.2019
Garbsens Bürgermeister Christian Grahl blickt in seiner Rede auf die Zukunft der Stadt. Quelle: Jutta Grätz
Garbsen

Es war ein fein arrangierter Neujahrsempfang. Licht, Akustik, Dekoration, Servicepersonal, Fotoschau, weiß gedeckte Tische in der Aula am Planetenring – Verwaltungsmitarbeiter und Dienstleister hatten Raum geschaffen für Begegnungen und gute Gespräche in freundlicher Atmosphäre. Der Trauerflor war nicht zu sehen, aber deutlich zu spüren ab dem Moment, in dem Bürgermeister Christian Grahl den Empfang eröffnete: „Werner Baesmann ist in der Nacht zu Freitag von uns gegangen“, sagte Grahl.

Eigentlich wollte Grahl den Mann, der seit 33 Jahren ehrenamtlich als Ortsbürgermeister für Berenbostel und Stelingen gedient hat, zusammen mit Erika Böker (SPD) am Sonntag ehren. Schweigen im Saal. Schweigen auch für die 2018 gestorbenen Persönlichkeiten Dr. Dietmar Kansy (CDU-Bundestagsabgeordneter), Jan Höötmann (Garbsens erster Stadtdirektor) und Unternehmer Robert Hesse II. Es dürfte der erste Schweigemoment bei einem Neujahrsempfang in Garbsen gewesen sein. Grahl hat die Nachricht vom Tode Baesmann feinfühlig und würdig in seine Regie eingebaut.

Stadt ist Teil vieler Netzwerke

650 Gäste hatte Grahl geladen. Die lange Liste ist Zeugnis dafür, wie vielfältig die Stadt vernetzt ist mit Wissenschaft und Universität, Bundestag, Landtag und Region, Nachbarkommunen, Wirtschaft, Politik und Vereinen. Rettungsdiensten, besonders den Feuerwehren dankte Grahl für die Bereitschaft, sich immer wieder und ohne Zögern in herausfordernde Einsätze unter den filmenden Handyblicken von Gaffern zu begeben. „Wir können uns glücklich schätzen, dass so viele Ehrenamtliche für unsere Sicherheit sorgen“, sagte Grahl.

19.9.2019: Ein Tag fürs Geschichtsbuch

Wie gewohnt, blickte Grahl nicht zurück. Die Eröffnung des Campus Maschinenbau Garbsen am 19. September 2019 werde ein Tag für die Geschichtsschreibung der Stadt. Es sei der Schlusspunkt einer langen Entwicklung und Ausgangspunkt neuer Chancen, sagte Grahl.

Röther-Projekt: Keine Perspektive?

Was für die Gesamtstadt der Campus, sind für die Ortschaften die vielen kleinen Bauvorhaben. Grahl zählte Wohnungsbauprojekte, Schul-, Straßen- und Spielplatzsanierungen wie Perlen an der Schnur auf. Keine Frage: Die Stadt bewegt viel Geld. Und mit ihr Investoren wie Gerlach. 230 Wohnungen baut das Unternehmen an der Meyenfelder Straße. Im Herbst 2019 soll Gerlach Baurecht haben – ein Meilenstein in der Weiterentwicklung der Stadtmitte. Über den zweiten Meilenstein, das Areal von Röther Modepark rund ums Kino, schwieg Grahl – es stockt ganz spürbar.

Ein Zukunftsbild aus dem Atelier Grahl wird Gästen dieses Empfanges nicht aus dem Kopf gehen: „Wenn wir 2021 den Badepark Berenbostel eröffnen, werden wir rund ums Becken stehen und zusammen da reinspringen – das wird richtig klasse“, sagte Grahl. Applaus für einen Bürgermeister, der vehement das Zentralbad gefordert hatte, aber genau so leidenschaftlich hinter demokratischen Entscheidungen aus der Gegenrichtung stehen kann.

„Ihr Engagement für Willehadi-Neubau ist beispiellos“

Sie haben Neues für die Zukunft geschaffen und Erinnerung an Altes bewahrt: Willehadi-Pastorin Renate Muckelberg und Günter Seeber, der Vorsitzende des Bauausschusses der Gemeinde, stehen stellvertretend für ein ganzes Team. „Sie haben sich seit dem verheerenden Brand der Kirche am 30. Juli 2013 beispiellos für den Neubau der Willehadi-Kirche engagiert“, sagte Bürgermeister Christian Grahl und würdigte die Vertreter der Kirchengemeinde in seiner Rede.

Auf den Brand sei eine Welle der Empörung, aber auch der Solidarität und Hilfsbereitschaft gefolgt. Und ob Kirchen- und Moscheegemeinden, Vereine, Schüler und viele andere Bürger: Nicht nur der Stadtteil Auf der Horst, sondern die Stadt sei nach dem Brand zusammengerückt, sagte Grahl, „das hat mich immer wieder berührt“. Seit Kurzem ist die Kirche komplett: Letzte Meilensteine des Neubaus, den Architekt Gerd Lauterbach entworfen hatte, waren die neuen Fenster für den kleinen Andachtsbereich im Oktober und die Orgel im Dezember. „Die Ehrung gilt für viele, die das Chaos nach dem Brand geordnet und zu einem neuen Anfang gefunden haben“, sagte Seeber, „aus dem Unglück ist etwas Gutes entstanden.“ Die Ehrung ist mit 500 Euro dotiert. jgz

„Erika Böker ist eine Kämpferin“

Sie ist seit 1972 Mitglied des Rates und hat es wohl auch als bisher einzige Garbsenerin in das Frauenmagazin „Emma“ geschafft: Erika Böker ist beim Neujahrsempfang der Stadt Garbsen für ihr jahrzehntelanges kommunalpolitisches Engagement geehrt worden. „Sie ist eine Kämpferin“, betonte Bürgermeister Christian Grahl in seiner Laudatio. Böker, die von 1986 bis 2011 stellvertretende Bürgermeisterin war, zeichne sich durch eine hohe Sensibilität für soziale Themen aus. „Und sie ist ebenso beharrlich wie scharfzüngig“, sagte Grahl. Die 78-Jährige, die 2005 das Bundesverdienstkreuz erhielt, initiierte bereits 1974 die Arbeitsgruppe für Ausländerfragen, die Einrichtung des Mädchen- und Frauenzentrums und die Bewerbung um den Titel Fair-Trade-Stadt. Sie setzte sich für das Benennen von Straßen nach Widerstandskämpfern ein und zog 2017 gegen das geplante Bordell im Praktiker-Baumarkt zu Felde.

Dass sie eine leidenschaftliche Gestalterin ist, ließ Böker auch beim Empfang aufblitzen: „Es regt mich auf, wie lange bestimmte Vorhaben hier brauchen“, sagte sie, dankte für die Ehre und erinnerte an das ebenso lange politische Wirken von Werner Baesmann. Er hätte am Sonntag neben ihr stehen sollen. jgz

Von Markus Holz

Werner Baesmann, seit 1986 Ortsbürgermeister von Berenbostel und Stelingen, ist in der Nacht zum 25. Januar gestorben. Er war das Gedächtnis Berenbostels, ein Mensch von einmaligem Schlag.

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