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Garbsen Garbsener Jürgen Wasmuth kennt 40 Vogelstimmen
Aus der Region Region Hannover Garbsen Garbsener Jürgen Wasmuth kennt 40 Vogelstimmen
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00:18 05.05.2018
Jürgen Wasmuth erkennt knapp 40 Vogelstimmen Quelle: Linda Tonn
Garbsen-Mitte

 Manchmal muss sich selbst ein geübter Vogelkenner noch einmal vergewissern: „Gehört das Gezwitscher jetzt wirklich zu einer Singdrossel?“ Jürgen Wasmuth zückt sein Bestimmungsbuch und sucht nach der einheimischen Vogelart. Dann hält er den kugelschreiberähnlichen Stift auf das Bild und sofort schallt aufgeregtes Zwitschern aus kleinen Lautsprechern. „Es passt“, sagt der 76-Jährige, in dessen Kopf knapp 40 Vogelstimmen abgespeichert sind. „Das ist eine Singdrossel.“ Der Garbsener ist dafür bekannt, dass er bei Spaziergängen immer wieder stehen bleibt, lauscht und dann Sätze sagt, wie „diese Amsel schimpft aber ganz schön“ und „die Mönchsgrasmücken schwätzen miteinander“. Für Außenstehende hört sich alles nach einem fröhlichen Gezwitscher an. Der Hobby-Ornithologe – also  Vogelkundler – spitzt dagegen konzentriert die Ohren, wenn die Tiere ihre Gesänge anstimmen. 

Spaziergang ist Gedächtnistrainig

An einem regnerischen Apriltag ist es in den kleinen Waldstück rund um den Schwarzen See relativ ruhig. Fast ein wenig langweilig für den Rentner, für den ein Spaziergang in der Natur gleichzeitig auch ein Gedächtnistraining ist. Von den knapp 346 europäischen Vogelarten kennt er etwa zehn Prozent – „vom Hören“, sagt Wasmuth. „Viele der Arten könnte ich allein vom Aussehen nicht zuordnen.“ Für den Kneipp-Verein Garbsen organisiert der 76-Jährige an mehreren Terminen im Jahr Vogelwanderungen durch den Hinüberschen Garten in Marienwerder. Wer sich an einem Sonntag morgens früh um 8 Uhr mit ihm gemeinsam in die Natur begibt, kann einiges lernen. Zum Beispiel dass der grau-braune Zilpzalp seinen Namen ruft. 

Ein elektronischer Stift verrät den Gesang der abgebildeten Vogelarten. Quelle: Linda Tonn

Stimmen mit CD gelernt

Wasmuth nennt sich selbst einen Autodidakten. „Mein Vater hat mich auf die Vögel gebracht“, erzählt er. „Der konnte aus mehreren Metern Entfernung einen Kauz im Baum erkennen.“ Das wollte der Sohn auch können, also setzte er sich mit einer CD mit Vogelstimmen hin und lauschte und prägte sich die verschiedenen Gesänge ein. Immer und immer wieder. Viele der Tonfolgen seien ähnlich, sagt der Vogelkenner. Wenn Rotkehlchen, Singdrossel und Mönchsgrasmücke ihr Gezwitscher anstimmten, müsse er auch ein bisschen länger zuhören, weil sich ihre Gesänge in den ersten Tönen sehr ähnlich seien. Zeitweise lief die Übungs-CD in Dauerschleife. „Das brauche ich heute nicht mehr“, sagt Wasmuth, während er seinen Lieblingsplatz am Schwarzen See ansteuert.

Von der Bank direkt am Ufer hat man nicht nur einen offenen Blick auf den See, „hier habe ich auch schon oft meinen Lieblingsvogel, den Eisvogel, angetroffen“, sagt Wasmuth. Von einem über das Wasser ragenden Ast habe sich der blauschimmernde Vogel regelmäßig in die Fluten gestürzt. Und auch andere gefiederte Bewohner trifft der Rentner bei seinen Rundgängen an: Schwäne, Haubentaucher und Enten. Nur um eine Vogelart macht der 76-Jährige einen großen Bogen: Tauben. „Die zähle ich wirklich nicht zu den erfreulichen Tieren.“

Von Linda Tonn

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