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Garbsen Rettungswache zu eng: Johanniter denken über Umzug nach
Aus der Region Region Hannover Garbsen Rettungswache zu eng: Johanniter denken über Umzug nach
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19:26 30.07.2019
Die Wache der Johanniter an der Straße Im Bahlbrink wird den Rettern langsam zu klein. Quelle: Gerko Naumann
Berenbostel

Die Johanniter in Garbsen denken über einen Umzug nach. Die Rettungswache an der Straße Im Bahlbrink in Berenbostel wird für die Zwecke der Sanitäter langsam zu eng. Die Planungen stehen allerdings noch ganz am Anfang, sagte Dienststellenleiter Bernd Stühmann vom Ortsverband Wunstorf-Steinhuder Meer, zu dem auch die Rettungswache in Garbsen gehört.

Neubau bei US Sports?

Eine von mehreren möglichen Optionen für die Zukunft sei ein Neubau einer Wache auf dem ehemaligen Gelände von US Sports. Die Freizeitanlage dort war vor etwas mehr als einem Jahr abgebrannt. Der frühere Eigentümer wollte das Gelände erst wiederaufbauen, entschloss sich dann aber zu einem Verkauf. Seitdem steht es leer, die ehemaligen Gebäude sind mittlerweile alle abgerissen worden.

Das Gelände der abgebrannten Freizeithallen US Sports ist eine Option für einen Neubau der Johanniter. Quelle: Gerko Naumann

Der große Vorteil für die Johanniter wäre: Das Grundstück befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur jetzigen Wache. „Der Standort ist durch seine Nähe zur Autobahn und zur Bundesstraße grundsätzlich optimal“, sagte Stühmann. Bislang habe es allerdings noch nicht einmal Verhandlungen mit den neuen Eigentümern gegeben.

Region Hannover muss entscheiden

Zuvor muss nämlich die Region Hannover zustimmen, dass die Johanniter überhaupt nach einem möglichen neuen Standort für ihre Rettungswache suchen dürfen. Die Behörde ist die Trägerin des Rettungsdienstes im Umland von Hannover und vergibt die Lizenzen dafür. Erst Anfang 2019 haben die Johanniter diese Ausschreibung für Garbsen erneut gewonnen.

Das bedeutet: Bis mindestens Ende 2028 sind sie für den Rettungsdienst in der Stadt zuständig. „Deshalb machen wir uns auch jetzt Gedanken über einen möglichen Standortwechsel“, sagte Stühmann bei einem Besuch der SPD-Landtagsabgeordneten Wiebke Osigus, Claudia Schüßler und Rüdiger Kauroff.

Durch diesen Gang müssen die Sanitäter zu den Rettungswagen in der Fahrzeughalle gelangen. Quelle: Gerko Naumann

Denen zeigte der stellvertretende Leiter Ivan Blech die Wache in Garbsen und erklärte auch deren Nachteile. So sei der Platz in der Fahrzeughalle mit drei Rettungswagen und einem Fahrzeug für Krankentransporte ausgereizt – auch wenn die fast immer unterwegs sind. „Hier arbeiten 40 Festangestellte rund um die Uhr, die rund 10.000 Einsätze pro Jahr abarbeiten“, sagte Blech.

In 90 Sekunden aus dem Bett in den Rettungswagen

Problematisch sei zudem der relativ lange Weg vom Aufenthaltsbereich der Sanitäter bis zu den Fahrzeugen. Der führt durch eine Lagerhalle von VW und kostet entsprechend Zeit. Das wird vor allem nachts zum Problem, wenn die Retter vom Aufwachen aus dem Tiefschlaf bis zum Losfahren gerade mal 90 Sekunden brauchen dürfen. Diese sogenannte Ausrückzeit ist gesetzlich vorgeschrieben. „Wir kriegen das hin, aber es ist immer wieder eine Herausforderung und könnte in einer neuen Wache besser gelöst werden“, sagt Blech.

Thomas Silbermann (von links), Claudia Schüßler, Bernd Stühmann, Rüdiger Kauroff, Wiebke Osigus und Ivan Blech sehen sich in der Wache der Johanniter in Garbsen um. Quelle: Gerko Naumann

Der Garbsener SPD-Landtagsabgeordnete Rüdiger Kauroff kann die Überlegungen der Johanniter nachvollziehen. Vor allem falls sie „expandieren“ und etwa ein weiteres Fahrzeug für Krankentransporte anschaffen wollen, sei der Platz zu eng. „Deshalb ist es legitim, sich frühzeitig über eine Lösung Gedanken zu machen“, sagte Kauroff. Es bleibe nun abzuwarten, wie die Region Hannover über diese Pläne entscheidet.

Von Gerko Naumann

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